Landfrauen zählen über 300 Mitglieder – Verein noch immer gefragt

„Eine Frau vom Land“

Madeleine Drescher ist seit 25 Jahren Mitglied der Landfrauen. Seit zwölf Jahren hat sie den Vorsitz in Gronau inne. Foto: Klein

GRONAU 325 Mitglieder zählt der Gronauer Landfrauenverein. Diese Zahl belegt, dass der im Jahr 1947 gegründete Verein auch heute noch Zuspruch erfährt. „Jede Frau, die auf dem Land lebt und sich damit identifiziert, sprechen wir mit unseren Angeboten an“, hebt Madeleine Drescher hervor, die seit etwa 25 Jahren Mitglied der Landfrauen ist und seit zwölf Jahren den Vorsitz innehat – und sie wird ihre Arbeit fortsetzen.

Im Jahr 1947 gründete sich der Landfrauenverein Gronau. Im Sommer haben die Frauen ihren Männern auf dem Feld oder bei der Viehbewirtschaftung geholfen. Aber im Winter hatten sie Zeit: „Es entstand der Wunsch, sich zu treffen und sich auszutauschen“, berichtet Madeleine Drescher aus Rheden über die Anfänge der Landfrauen, die schon damals Vorträge anboten. Vor 25 Jahren ist sie selbst dazugestoßen: Eine Kollegin aus dem Kindergarten wollte sie mitnehmen. Doch Madeleine Drescher fragte sich: „Ich und die Landfrauen – was soll das?“ Ihre Kollegin entgegnete ihr: „Wieso? Du bist doch eine Frau vom Land.“ Seitdem gehört Madeleine Drescher zum Verein, stieg schnell auf – von der Ortsvertrauensfrau zur Vorsitzenden. „Damals bin ich ins kalte Wasser geschmissen worden“, erinnert sich die heute 68-Jährige. Die Wahl zur Vorsitzenden liegt inzwischen zwölf Jahre zurück. „Wenn die Mitglieder mich ansprechen und sich für den schönen Nachmittag bedanken, dann weiß ich, wofür ich diese Arbeit mache“, nennt sie den schönsten Lohn für die umfangreiche Arbeit.

Immer steht eine Kiste bereit, in der Vorschläge und Kritik gesammelt werden. Danach richtet sich das Jahresprogramm der Landfrauen. Ein Teil des Vorstandes setzt sich stets im März, April zusammen, um das Programm festzuzurren. Die Arbeit ist aufgeteilt, auch die Leitung der Versammlungen will Madeleine Drescher dann und wann einmal abgeben. Nur so könnten andere Mitglieder in die Aufgabe hineinwachsen, denn für die Rhedenerin steht fest: Für eine Periode, die vier Jahre dauert, wird sie den Vorsitz noch übernehmen. „Ich habe die Hoffnung, dass so langsam jemand in dieses Amt hineinwächst“, sagt Madeleine Drescher, die im vergangenen Jahr zudem zur stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt wurde. Gemeinsam mit ihrer Amtskollegin sucht sie dringend eine Nachfolgerin für den vakanten Posten der Vorsitzenden.

Der Gronauer Landfrauenverein ist der größte im Kreisverband Alfeld: 325 Mitglieder zählt er – aus der Samtgemeinde Gronau sowie den Nachbarkommunen Nordstemmen und Elze. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 71 Jahren. „Über unsere Workshops können wir junge Mitglieder generieren“, freut sich die Vorsitzende stets über Zuwachs. Auch die Wandergruppe helfe dabei: „Wir bekommen viele Mitglieder, die gerade in Pension gegangen sind und nun Zeit haben, etwas für sich zu tun“, schildert sie.

Das Angebot der Landfrauen ist umfangreich, es reicht von informativen Vorträgen über den Literaturkreis, die Treffen der Wandergruppe, Veranstaltungen mit Kindern bis hin zu Workshops, um die Seele baumeln zu lassen oder der Kreativität freien Lauf zu lassen. „Wir versuchen jetzt auch wieder, abends Angebote vorzuhalten“, erhofft sich Madeleine Drescher dadurch auch Zuspruch von Berufstätigen zu erhalten.

Die Arbeit sei vielseitig, wie im Gespräch mit der Vorsitzenden deutlich wird: „Bei mir laufen die Fäden zusammen“, schildert sie. Vieles laufe im Hintergrund – von der Organisation des Jahresprogramms über Projekte mit Kindern bis hin zur Aufklärung. War es im vergangenen Jahr die Lebensmittelverschwendung, auf die die Landfrauen aufmerksam machten, dreht sich im neuen Jahr alles rund um die Energieeinsparung. „Wenn ich meinen Mann nicht hätte, könnte ich das alles nicht schaffen“, dankt sie Ehemann Wilfried Drescher, der ebenso Mitglied im Verein ist. Auch Männer können demnach den Landfrauen beitreten, sagt Madeleine Drescher, die im vergangenen Jahr noch den Vorsitz des DRK-Ortsvereins Rheden-Heinum übernommen hat.

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