Ein Blick auf die ÜWL-Baustelle: Entsorgung umfangeicher als geplant / Rohbauarbeiten beginnen im Juli

„Ein sehr gutes Gefühl“

„Im Prinzip liegen wir im Zeitplan“: Kaufmännischer und technischer Geschäftsführer, Volker Zündorf (rechts) und Markus Königshofen, blicken auf die große ÜWL-Baustelle. Foto: Klein

GRONAU „Im Prinzip liegen wir gut im Zeitplan“, kommentiert Volker Zündorf, der kaufmännische Geschäftsführer des Überlandwerks (ÜWL), die Bauarbeiten auf dem Gelände des Energieversorgers. Viel ist vom ÜWL-Gebäudekomplex nicht mehr zu sehen, es liegt buchstäblich in Schutt und Asche. Aber dies ist ja gewollt, schon Anfang Juli soll der symbolische Spatenstich für den millionenschweren Neubau erfolgen.

Trotzdem hatten die Verantwortlichen des Überlandwerks damit gerechnet, dass die Abrissarbeiten schneller vorangehen. Das Problem jedoch: „Wir haben schon einige Schätze gefunden“, weist Volker Zündorf mit einem Blick durch den grobmaschigen Bauzaun auf die einzelnen Müllhaufen hin: Zwar habe der Abrissunternehmer gut gearbeitet, doch die vielen unterschiedlichen Materialien in den Gebäuden haben die Entsorgung sehr viel aufwändiger gemacht als dies die Gutachten ermittelt haben. Beispielsweise ist an Fundamenten Schlacke gefunden worden. Auch mussten in einem Gebäude rund zehn Fußbodenschichten abgetragen werden. All diese Materialien müssen speziell entsorgt werden. „Das hätten wir in dem Umfang so nicht erwartet“, sagt Volker Zündorf. Dies aber sollen „keine wirklichen Bauverzögerungen“ sein, stimmen Zündorf und der technische Geschäftsführer Markus Königshofen überein, während sie ihren Blick über das Gelände schweifen lassen. Es wirke jetzt viel größer und so langsam können sich die beiden tatsächlich vorstellen, wie aus dem kleinen ÜWL-Modell der neue Komplex wachsen wird. „Das ist ein sehr gutes Gefühl“, freut sich Volker Zündorf, dass die Rohbauarbeiten bald beginnen können. Ende des Monats werden die Fundamente entfernt, dann sollen Bodenverbesserungsarbeiten erfolgen – und die zählen bereits zum Rohbau. Anfang Juli will das Überlandwerk schließlich den symbolischen Spaten in die Erde stechen. „Wir sind jetzt noch in einem sehr frühen Stadium“, blickt Volker Zündorf auf den ehrgeizigen Zeitplan. Denn aktuellen Planungen zufolge soll noch vor dem Winter der Rohbau dicht sein, vorausgesetzt die kalte Jahreszeit setze nicht bereits im Oktober ein, sagt der kaufmännische Geschäftsführer.

6,5 Millionen Euro investiert das ÜWL in seinen hochmodernen Neubau im Passivhausstandard, der mit einer Umluftheizung mit Erdwärme versorgt wird. Bestehen bleiben lediglich Garagenlager, Kfz-Werkstatt und Tankstelle – und natürlich die Magnolie, wie Volker Zündorf den Abrissunternehmer gleich entsprechend instruiert hat, „seinen“ Baum unbedingt zu erhalten.

Grund zur Freude hat das Überlandwerk aber nicht nur im Hinblick auf seinen Neubau, sondern auch angesichts seines Geschäftsberichts für das Jahr 2012. „Wir sind sehr zufrieden“ fasst Volker Zündorf das über 30-seitige Zahlenwerk zusammen: „Wir liegen 25 Prozent über dem, was wir beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten geplant hatten“, zeigt sich der kaufmännische Geschäftsführer zufrieden. Der Jahresüberschuss bei einem Umsatz von über 44,4 Millionen Euro liegt bei 300 000 Euro, im Vorjahr waren es noch 1,2 Millionen Euro. Dazu geführt hat etwa – angesichts der Netzentgeltbefreiung – die große Zahlung an den Papier-Hersteller Sappi in Alfeld, die der Energieversorger allerdings über das Erneuerbare-Energien-Gesetz wieder zurückerhalten wird. „Mit dem Gesamtergebnis sind wir recht zufrieden“, sagt Volker Zündorf, der im kommenden Jahr mit ähnlichen Ergebnissen rechnet.

Auch im Bereich Windkraft geht es weiter voran: Für die Anlage in Freden, die in Zusammenarbeit mit einer Bauunternehmensgruppe gebaut werden soll, läuft bereits das Genehmigungsverfahren. Volker Zündorf und Markus Königshofen gehen davon aus, dass die Anlage 2014 in Betrieb gehen könnte.

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