Friedesine Balden war fast 20 Jahre Heimatpflegerin der Stadt Gronau

„Ein Glücksfall“

Gronaus Bürgermeister Karl-Heinz Gieseler bedankt sich bei Friedesine Balden für ihre jahrelangen Verdienste um die Stadtheimatpflege. Foto: Mosig

GRONAU Im kleinen Rahmen wollte Friedesine Balden als Heimatpflegerin der Stadt Gronau verabschiedet werden. Das gelang nicht ganz: Denn ihre Verdienste um Gronaus Geschichte sind groß. Bürgermeister Karl-Heinz Gieseler räumte während seiner Dankesrede ein, dass er eine Vielzahl der Ausstellungen und Aktivitäten, die Balden in den vergangenen 20 Jahren initiiert hat, gar nicht auf dem Zettel hat.

Am 1. Juni 1994 übernahm die Gronauerin das Amt und beackerte bis 30. September 2013 ein breites Spektrum: Sie brachte Bewohnern und Touristen bei Führungen die Stadt nahe, führte Erzählnachmittage durch, nahm an Heimatpflegetagungen teil, schrieb Beiträge für die Leine-Deister-Zeitung und organisierte 60 Ausstellungen im Stadtmuseum. „Die Alltagskultur stand immer im Mittelpunkt“, so Gieseler. Stadtdirektor Rainer Mertens ergänzte: „Sie war in der Region die Erste, bei der Kinder im Museum spielerisch an die Geschichte herangeführt wurden.“

Balden selbst bezeichnete ihren Ansatz in „ihrem Zweitwohnsitz“ rustikaler: „Bei mir durfte richtig Krach gemacht werden, Kinder durften Helme aufsetzen und alles Mögliche anfassen.“ Laut Gieseler hat Balden immer ins Leben der Gronauer geblickt. Küchengeräte oder Sammeltassen, alte Spitzen oder Fotografien standen immer im Fokus, so der Bürgermeister, der an Highlights wie die Krippen- (2001) oder die Schulausstellung (2008) erinnerte. Mertens bezeichnete die scheidende Heimatpflegerin als „Glücksfall für die Verwaltung“. Sie gab das Lob zurück: „Meine Chefs haben mich immer an der langen Leine laufen lassen, ich hatte immer meine Freiräume.“ Ideen kamen ihr meist ohne Plan, dennoch habe sie nie planlos gehandelt: „Alles hat sich immer zum großen Ganzen gefügt.“ Balden vergaß nicht, Museumsmitarbeiterin Ute Raffel zu danken: „Die Zusammenarbeit war für mich ein großes Glück, da sie einen scharfen Blick fürs Objekt besitzt.“

Die Aufgaben der Heimatpflegerin wurden aufgeteilt: Die Ausstellungsarbeit hat das Museumsteam übernommen, dass bereits erste Erfolge mit der Oporinus-Ausstellung gefeiert hat, neuer Heimatpfleger wird Dieter Schütte, der im nächsten Jahr feierlich eingeführt wird und seiner Aussage nach „ein Haus mit starken Fundament“ übernimmt: „Ihre Arbeit kam immer von Herzen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare