Ehrenamtliche tragen sich ins goldene Buch des Flecken Eime ein

„Dörfliche Identität wahren“

Eintrag ins goldene Buch des Flecken Eime (von links): Gerhard Lunkewitz, die stellvertretenden Bürgermeister Volker Senftleben und André Schwarze, Olav Grabasch, Bürgermeister Hartmut Fischer und Daniel Weiß.

EIME „Wir dürfen das Dorf nicht aus den Augen verlieren und passen auf, dass die dörfliche Identität nicht verloren geht“, versprach Eimes Bürgermeister Hartmut Fischer den zahlreichen Teilnehmern des Neujahrsempfangs. Die Veranstaltung zum Jahresbeginn, die angesichts der Umbauarbeiten in der Mehrzweckhalle im vergangenen Jahr pausieren musste, hat sich bewährt.

Statistische Untersuchungen haben ergeben, so der Bürgermeister, dass auf dörflicher Ebene eine höhere soziale Kompetenz vorherrsche als in städtischen Zusammenhängen. Um einige Einwohner zu ehren, die sich um das Allgemeinwohl verdient gemacht haben, bat er vier Bürger, sich in das goldene Buch des Flecken einzutragen. Volker Beining, der beim Empfang nicht anwesend sein konnte, sei gleich in mehreren Vereinen, wie dem Posaunenchor, der Feuerwehr und dem Heimat- und Kulturverein, im Vorstand aktiv. Er zeige, so die Laudatio des Bürgermeisters, wie hohe berufliche Qualifikationen im örtlichen Vereinsleben umzusetzen seien. Auch der zweite Einwohner im Bunde, der zuerst zum Stift greifen durfte, habe sich für den Flecken verdient gemacht. „Olav Grabasch ist einer der jüngsten Ortsbrandmeister in der Geschichte der Feuerwehr Deilmissen und sorgt dafür, dass die Ortswehr handlungsfähig bleibt“, lobte Hartmut Fischer. Gerhard Lunkewitz bezeichnete der Bürgermeister als „Urgestein“. Er habe als Ortsbrandmeister von Dunsen und als Vorsitzender des KKS Eime-Dunsen „sowohl vorbildliche Arbeit geleistet als auch sportliche Erfolge eingefahren.“ Auch Daniel Weiß trug sich in das goldene Buch des Flecken ein. „Er ist noch relativ jung, hat sich aber bereits jetzt einen Stand im Ehrenamt erarbeitet“, beschrieb Hartmut Fischer, wie er sich für die Blaue Lagune einsetzt und im Vorstand sowie in der Jugendarbeit des Posaunenchores mitwirkt.

Auch die sportliche Vielfalt des Flecken sollte im Rahmen des Empfangs gewürdigt werden. So überreichten Volker Senftleben und André Schwarze Ehrenurkunden an Sportler mit besonderen Erfolgen im vergangenen Jahr sowie einen Obolus für die Vereinskasse an die jeweiligen Vorsitzenden. Der TSV Deinsen wurde für den Kreismeistertitel sowie seinen Aufstieg in den Bezirk Hannover geehrt. Die Damen des Tennisvereins Eime sind Meister in der Verbandsklasse, die Herren in der Bezirksklasse. Auch zahlreiche Mitglieder des KKS Eime-Dunsen wurden für ihre sportlichen Leistungen ausgezeichnet. Das vielfältige, ehrenamtliche Engagement zeige die Mentalität der Eimer, die „in wichtigen Fragen zusammenstehen“. Hierum ging es auch bei den beiden Themen, die den Flecken derzeit besonders beschäftigen: die Schließung der Sonnenbergschule und die mögliche Fusion. „Lassen Sie uns einen Blick auf unsere virtuelle Werkbank werfen“, gab Hartmut Fischer einen kurzweiligen Einblick in die Arbeit des Rates. So gehe es allen Beteiligten um Verlässlichkeit und Kontinuität. Um jedoch den Anforderungen des demografischen Wandels gerecht zu werden, müsse es eine bedarfsgerechte Entwicklung geben. Auch Maßnahmen wie die Dorferneuerung und eine Ausweisung von 22 Bauplätzen gehören zu den geplanten Investitionen.

Volker Senftleben nutzte die Gelegenheit, im Rahmen des Neujahrsempfangs über die bisherigen Vorgespräche zu einer möglichen Gemeindefusion zu informieren. So habe der Rat sich eingehend mit dem Thema befasst und diskutiert, ob ein Übergang in die Eigenständigkeit, ein Wechsel der Gebietskörperschaft oder eine größere Mitgliedsgemeinde innerhalb der Samtgemeinde sinnvoll wäre. „Die Eigenständigkeit ist unrealistisch, da das Land keine weitere Aufsplitterung wünscht“, führte Volker Senftleben aus. Ein Wechsel der Gebietskörperschaft, beispielsweise durch einen Zusammenschluss mit Elze, sei zwar interessant, doch durch verschiedene Strukturen und Mentalitäten eher schwierig. „Außerdem müssten alle Mitglieder der Samtgemeinde zustimmen, dass wir diese verlassen dürfen“, erklärte der stellvertretende Bürgermeister. Deswegen erachte der Rat es derzeit als am sinnvollsten, die Vorgespräche mit anderen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Gronau – konkret mit Banteln, Brüggen und Rheden – fortzusetzen. Volker Senftleben zeigte anhand von Einwohnerzahlen, Hebesätzen und der Haushaltslage auf, welche Gemeinsamkeiten es mit anderen Mitgliedsgemeinden bereits gibt beziehungsweise, wo Annäherungen erforderlich werden. „Wir stehen am Anfang eines Prozesses, dessen Ausgang noch offen ist“, schloss Volker Senftleben seine Ausführungen ab.

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