Von Gronaus Grundschule zum ÜWL-Neubau – Architekt Willi Reichert im Gespräch mit der LDZ

„Diese Schule ist besonders schön“

Architekt Willi Reichert (rechts) führt im Rahmen des „Tages der Architektur“ das interessierte Publikum durch die Räume der Gronauer Grundschule. Diese ist eine von 112 Stationen in 57 Orten, die an diesem Tag bewundert werden können. Foto: Klein

GRONAU „Jede Schule ist anders – und diese ist besonders schön“, sagt Architekt Willi Reichert, der anlässlich des „Tages der Architektur“ ein interessiertes Publikum durch den knapp Sieben-Millionen-Euro-Neubau der Gronauer Grundschule führt. Im Gespräch mit der LDZ verrät er die Besonderheiten des Gebäudes, das seit seiner Inbetriebnahme Menschen von nah und fern in die Leinestadt lockt.

„Es ist eine überschaubare Anlage“, verdeutlicht der Architekt anhand einer Skizze. Besonders wichtig sei bei der Planung gewesen, den Grundschülern mit dem Neubau ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln. „Und wir haben hier eine schöne Situation“, blickt er durch die großen Fenster der Grundschule, die es ermöglichen, den St. Matthäi-Kirchturm zu sehen. Somit sei der gewünschte Bezug zur Leinestadt hergestellt worden.

Seit 1959 gibt es das Architekturbüro in Hannover, das Willi Reichert selbst als kleinen bis mittleren Betrieb bezeichnet. Derzeit zählt dieser sieben Mitarbeiter. 20 bis 25 Schulen hat das Architekturbüro bereits geplant. An das Vorhaben in Gronau erinnert er sich gern: „Ein schönes Projekt“, das er gemeinsam mit dem Architekturbüro von Carsten Grobe in Angriff genommen hat.

Mit dem Ergebnis des Neubaus hat man sich für den „Tag der Architektur“ der Architektenkammern Niedersachsen und Bremen beworben. Jedes Objekt aber würden die beiden Kammern nicht ins Programm aufnehmen, sagt Willi Reichert. Die Gronauer Grundschule aber ist eine Station gewesen, insgesamt konnten 112 Objekte in 57 Orten besichtigt werden. In Hannover mit allein etwa 3 000 Architekten sei das Interesse an dieser Veranstaltung groß. Doch wie werden die Führungen durch die Grundschule in der Leinestadt wohl angenommen? „Es entspricht unseren Erwartungen“, zeigt sich Bauamtsleiter Hans Kirsch zufrieden: Allein zur ersten von insgesamt drei Führungen trafen über 20 interessierte Besucher ein. Natürlich zeigt die Samtgemeinde gern ihren Schulneubau, der seit über einem Jahr von den Schülern mit Leben gefüllt wird: „Das bestätigt die Verwaltung, insbesondere mich, dass es richtig gewesen, so vorzugehen“, teilt Hans Kirsch mit, der eigenen Angaben zufolge froh darüber ist, gerade in diesen Zeiten, noch eine solche Grundschule unter modernsten gestalterischen, pädagogischen und energetischen Gesichtspunkten realisiert haben zu können. Und: „Wenn man mit solchen Planern zusammenarbeitet, kann es zu diesem guten Ergebnis kommen“, lobt Hans Kirsch die Zusammenarbeit mit den Architekturbüros.

Für Willi Reichert haben sich durch die Planung der Grundschule sogar „gewisse Kontakte“ zum nicht weit von der Schule entfernten Überlandwerk ergeben. Der Architekt plant somit das neue millionenschwere Gebäude des Energieversorgers, wieder in Zusammenarbeit mit Carsten Grobe, der für die Haustechnik verantwortlich zeichnen wird. „Das ist ein großes Projekt in dieser Situation“, schildert Willi Reichert, dass schon genau überlegt werden müsse, um den Neubau in die Stadtstruktur einzufügen. Aber er ist überzeugt: „Das wird ein schönes Haus, jedoch ganz anders als die Grundschule.“ Wie er schildert, wird es wohl noch zwei Wochen dauern, bis die Abrissarbeiten endgültig abgeschlossen sind, dann wird die Planung des modernen Bauwerks vom Papier in die Realität umgesetzt.

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