Oporinus-Ausstellung im Gronauer Stadtmuseum ist eröffnet / Noch bis 1. November sind Exponate zu sehen

„Die Zeit in Rheden war eine sehr glückliche“

Auf den Geschmack gekommen: Die Hamburgerin Katrin Lembke-Schlaaf will wieder studieren und sich an der Universität einschreiben. Für ihre Arbeit bekam sie zwei Orgelpfeifen aus Rheden geschenkt. Fotos: Korn

GRONAU Zwei Orgelpfeifen aus Rheden bekam die Nachfahrin des früheren Rhedener Pastors, Katrin Lembke-Schlaaf, anlässlich der Ausstellungseröffnung „Warnerus Oporinus und die Zeit des 30-jährigen Krieges um Gronau“ im Gronauer Stadtmuseum als Dankeschön für ihre wertvolle Arbeit vom Museums-Team überreicht.

Die Hamburgerin war am Sonntag zur offiziellen Eröffnung der noch bis 1. November in Gronau zu sehenden Ausstellung wieder in die Leinestadt gekommen, um in einem Vortrag über die Ergebnisse ihrer umfangreichen privaten Forschungen zu berichten, die sie in den vergangenen Jahren angestellt hat. Sie erzählt vom Lebensweg des Pastors und Helmstedter Studiosus, Spross einer Gelehrtenfamilie, und wie sie dazu gekommen ist, den gesamten Lebensweg von Warnerus Oporinus von der Geburt bis zur Grabstätte zu rekonstruieren: „Warnerus Oporinus war der wichtigste Vertreter der norddeutschen Pastorendynastie Oporinus“, so ihre Erkenntnis.

Die Oporinus-Ausstellung war zuvor im Helmstedter Kreis- und Universitätsmuseum zu sehen, in Gronau sind die Schwerpunkte jetzt etwas anders gesetzt worden. Auf rund 20 reich bebilderten Tafeln können Besucher der Ausstellung im Stadtmuseum nicht nur wichtige Stationen im Leben von Oporinus nachvollziehen, sondern darüber hinaus auch erfahren, wie sehr im Dreißigjährigen Krieg Tillys Truppen im Leinetal geplündert und gebrandschatzt hatten. „Die Leine als Transportweg und die Fruchtbarkeit des Bodens waren wichtige strategische Faktoren für die kämpfenden Soldaten und Heerführer gewesen.“ In den Jahren ihrer Forschung hat Lembke-Schlaaf nach und nach viele Mosaiksteine aus dem Leben des Theologen zusammengetragen: „Die Zeit in Rheden, in der Oporinus fünf Söhne bekam, war eine sehr glückliche Zeit“, hat die Nachfahrin in der 13. Generation im Rahmen ihrer Spurensuche, die sie unter anderem in verschiedenste Archive, nach Wolffenbüttel und in weitere Städte im norddeutschen Raum geführt hatte, herausgefunden. Ein Epitaph in der Nicolai-Kirche auf Fehmarn von Johannes Conrad Oporinus hatte anfangs ihr Interesse an der Familiengeschichte geweckt. Bei ihren Recherchen fand Katrin Lembke-Schlaaf immer mehr heraus, stieß beispielsweise auf eine Kopie des Bewerbungsschreibens von Warnerus an den Herzog Heinrich-Julius mit der Unterschrift des Vaters Nicolaus, das in der Ausstellung zu sehen ist.

„Als Student hat Warnerus in einer zehn Quadratmeter großen Kammer im Stipendiatenhaus gewohnt. Einige Zeit musste er im Kerker der Universität zubringen. Leider konnte ich noch nicht herausfinden, was er damals angestellt hatte“, so die Familienforscherin über Warnerus Oporinus, der bis zu seinem Tod im Jahr 1643 in Rheden gewirkt und gelebt hatte. Sein Grabstein befindet sich bis heute in der Rhedener Kirche. Über die Erforschung ihrer Familiengeschichte ist Katrin Lembke-Schlaaf inzwischen auf den Geschmack gekommen: „Ich werde mich an einer Universität einschreiben und nochmal studieren“, hat sie sich fest vorgenommen.

Am 29. September findet eine weitere Veranstaltung zum Thema statt: Um 11 Uhr beginnt dann an der Rhedener Kirche eine geführte Wanderung „Auf den Spuren des 30-jährigen Krieges“. tom

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