Wie ist es um den Nachwuchs des Musikzugs der Feuerwehr Gronau bestellt? / Die LDZ zu Besuch beim Übungsabend

„Der Zukunft entgegenblicken“

Aktuell betreut der Musikzug um den Vorsitzenden Andreas Reck (2. von links) 15 Jugendliche. Fotos: Fritzsche

GRONAU Ein Händedruck zur Begrüßung der Ausbilder, ein freundliches „Hallo“ untereinander und der kurze Austausch darüber, ob irgendwelche Besonderheiten vorliegen, und schon geht der allwöchentliche Übungsbetrieb im Gronauer Feuerwehrhaus seinen Weg. Nicht die Musiker des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Gronau selbst sind es, die jeden Freitag von 17.45 bis 18.45 Uhr zu den Instrumenten greifen, sondern auch der Nachwuchs der über Gronaus Grenzen hinaus bekannten und beliebten Blasmusiker.

Wenn alle da sind, dann sind es 15 Mädchen und Jungen im Alter zwischen zehn und 16 Jahren, die sich „bewaffnet“ mit Trompeten, Bariton oder Klarinette im Feuerwehrhaus aufteilen, während im Schulungsraum das Schlagzeug darauf wartet, das aktuell gleich fünf der jungen Mitglieder den richtigen Umgang mit den Drums üben.

Seit dreieinhalb Jahren gehört auch Jan zu den Jugendlichen, die sich von Alexander Burghardt das Schlagzeugspielen beibringen lassen. Für ihn ist das Instrument mit den vielen Trommeln, der Pauke und den Becken einfach „das beste Instrument, das es gibt“. Gerne würde der 13-Jährige in ein paar Jahren den Musikzug daran unterstützen. Nur einen Raum weiter baut Hannes Köllemann gerade gemeinsam mit dem zehnjährigen Jonas den Notenständer auf, um das „Übungsheft für Anfänger“ darauf zu positionieren. „Die Ausbildung unserer Jugend erfolgt immer mittels dieser Übungshefte, die wir für unseren Nachwuchs angeschafft haben“, erklärt Andreas Reck, Vorsitzender des Musikzuges. Und auch der Bariton, dem Jonas bereits erfolgreich die ersten Töne abringt, wurde vom Musikzug eigens für die Ausbildung der Jungen und Mädchen angeschafft und kann von dem Nachwuchsmusiker auch nach jedem Übungsabend wieder mit nach Hause genommen werden, damit das heimische Üben nicht zu kurz kommt. Hannes Köllemann gehörte selber mal zu den Musikern, die im Kreis der Nachwuchs-Bläser das Spielen der Instrumente erlernt haben. Heute gehört der 14-Jährige mit dem besonderen Talent bereits zum Stamm des „großen“ Musikzuges. Bereits als Dreijähriger bekam der begeisterte Musiker die ersten Töne aus dem Blechinstrument, und so nutzt der Jugendliche seine Begabung um sein Können und Wissen an andere weiterzugeben.

Die Trompeter, die ihren Platz zum Üben in der Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses gefunden haben, die sind in ihrer Ausbildung schon ein ganzes Stückchen weiter. Um Ausbilder Johannes Burghardt, der auch gleichzeitig musikalischer Leiter des Musikzuges ist, haben sich gleich fünf Jugendliche versammelt, die ihren D 1-Leistungslehrgang längst in der Tasche haben. Ob und wann jemand zu diesem Lehrgang, in dem die verschiedenen Noten und Tonleitern abgefragt werden, das Hören und Erkennen von verschiedenen Rhythmen und Intervallen sowie das Spielen von verschiedenen Musikstücken abgeprüft werden, das entscheiden die Ausbilder des Musikzuges.

„Konstante Zahl“

Auch der 20-jährige Timo Sawatzky gehört zu denen, die nicht lange gezögert haben, als sie die Frage gestellt bekamen, ob sie ihr Erlerntes an die nachfolgenden Jungen und Mädchen weitergeben würden. Er selbst hat sich derzeit der Ausbildung von Leander angenommen, der gerade erst zum zweiten Mal mit ihm gemeinsam den richtigen Umgang mit der Trompete übt. „Du hast schon Fortschritte gemacht“, lobt das Musikzug-Mitglied und belohnt damit das tägliche Üben des Jungen.

Der Grund, weshalb die Jungen und Mädchen den Weg zur Musik einschlagen, ist vielfältig. Oft ist es einfach das vorhandene Interesse an Musik und dem Wunsch, selbst auch Musik machen zu können. Mitunter sind es aber auch Familienangehörige, die selbst schon teilweise viele Jahre dem Musikzug angehören und die neugierig gemacht haben auf das, was das Erlernen eines Instruments so mit sich bringt.

„Mit aktuell 15 Jugendlichen haben wir eine ziemlich konstante Anzahl an Jungen und Mädchen, die wir ausbilden“, weiß Ausbilder Marco Friedrich, der als stellvertretender Jugendwart ebenso wie Ralf Köllemann als Jugendwart Wert darauf legt, dass die Kinder, die ihre Ausbildung beginnen, die nötige Reife und Vernunft mitbringen. „Ab zehn Jahren ist deshalb ein gutes Alter“, stellt er aus Erfahrung fest. Und obwohl der Musikzug derzeit ohne akuten Nachwuchsmangel seiner musikalischen Zukunft entgegenblicken kann, liegt es den Verantwortlichen am Herzen, ständig die Werbetrommel für neue junge Musiker zu rühren.

In den Genuss dieser qualitativ hochwertigen Ausbildung kommt auch Kiara, die derzeit ihre Freitagabende gemeinsam mit Ausbilderin Stefanie Rinne verbringt, um den Umgang mit der Klarinette zu erlernen. Für die Elfjährige stand vor einem Jahr ganz klar dieses Instrument im Fokus, und seitdem ist sie ihrem Wunsch, diesem Holzblasinstrument die richtigen Töne zu entlocken, schon ein riesiges Stück näher gekommen. Dass Blasmusik bei ihren Freunden in der Schule in der Rangliste der beliebtesten Musikrichtungen nicht immer ganz oben steht, das sieht die Schülerin gelassen. Sie lässt sich ihre Freude am Musikmachen nicht nehmen und steht selbstbewusst zu ihrem Hobby. „In der Schule spiele ich auch noch Querflöte in der Bläserklasse. Und wenn ich dann den anderen auch schon mal was zeigen oder erklären kann, dann ist das schon toll und macht Spaß.“

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