Bantelns Pastorin Sabine Schiermeyer sieht den Trauermonat als Chance / Schöne Geste am „Totensonntag“

„Der Tod hat nicht das letzte Wort“

Bantelns Pastorin Sabine Schiermeyer entzündet die Kerzen in der Feldberger Kapelle: Am kommenden Ewigkeitssonntag soll den Verstorbenen gedacht werden – mit einer schönen Geste. Lichter werden zu den Gräbern der Angehörigen gebracht. Foto: Klein

BANTELN Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Totensonntag... Der November gilt als grauer, stiller und trauriger Monat. „Traurigkeit und Tod sind oft tabu“, sagt Bantelns Pastorin Sabine Schiermeyer: „Es tut uns aber gut, auch einmal Ausdrucksformen hierfür zu finden.“ Deshalb ist der November für sie eben „kein dunkler Monat“, vielmehr berge er eine Chance.

Menschen, die einen Angehörigen verloren haben, erhalten besonders im November einen eigenen Raum für ihre Trauer. Der Gang zum Grab gehört ebenso dazu wie das bewusste Erinnern, die Traurigkeit und das Weinen. Und: „Gemeindeglieder erleben im Gottesdienst, dass sie mit ihrer Traurigkeit nicht allein sind“, teilt Sabine Schiermeyer mit: Der November könne demnach auch etwas Tröstliches haben. Im Rahmen der Gottesdienste werden eben nicht nur der Tod und die Trauer thematisiert. Vielmehr schwinge Hoffnung mit. Wo kommen wir her, wo sind unsere Wurzeln? Und wo gehen wir hin? „Wir besinnen uns auf unsere Wurzeln und auf das, was wir hoffen“, betont die Pastorin: „Der Tod hat nicht das letzte Wort.“ In der Kirche setze die Gemeinde Hoffnungsworte dagegen. Und: „Wir tragen das Licht unserer Hoffnung zu denen, die wir lieben“, beschreibt die Bantelner Pastorin der St. Georgs-Kirchengemeinde die Tradition am bevorstehenden Ewigkeitssonntag, im Volksmund als Totensonntag bezeichnet. Nach einem Gottesdienst in der Kirche, der um 10 Uhr beginnt, schließt sich eine kurze Andacht in der stimmungsvoll erleuchteten Feldberger Kapelle an. Anschließend tragen die Gemeindeglieder Lichter zu den Gräbern ihrer Angehörigen. „Es ist eine schöne Geste, die einem auch gut tut“, ist Sabine Schiermeyer überzeugt.

Der Zuspruch zu den Gottesdiensten gibt ihr Recht: Viele Gemeindeglieder würden die Gottesdienste im November wahrnehmen, vor allem am Volkstrauertag und Totensonntag. Besonders die Andachten in der Feldberger Kapelle werden gut angenomen. Laut Sabine Schiermeyer liege dies an der besonderen Atmosphäre, dem stimmungsvoll erleuchteten Gotteshaus sowie dem umliegenden Friedhof. „Melancholie und Trauer gehören zum Leben einfach dazu“, empfindet die Bantelner Pastorin, deren Kirchengemeinde 1 000 Gemeindeglieder zählt: „Wir brauchen diese Zeit, um die Stimmungen auch ausdrücken zu können.“ Und nach dem Ewigkeitssonntag, mit dem das Kirchenjahr endet, folgt die Adventszeit, „etwas Lichtes und Schönes, das alle Sinne anspricht“.

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