Kritische Worte von Ortsbrandmeister Volker Klingebiel auch zur Dienstbeteiligung

„Dauerbrenner Zahlungsmoral“

Für 25-jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr wird Daniel Kaftan (2.v.l.) ausgezeichnet. Ab 1990 zunächst in der Jugendabteilung des Nachbarorts Eitzum, wechselt er mit 16 Jahren nach Nienstedt und nimmt erfolgreich an Lehrgängen als Funker und Maschinist teil. Bei Einsätzen ist er meist als erster am Gerätehaus und engagiert sich auch seit vielen Jahren im Ortskommando. Mit dem Jubilar freuen sich Rainer Mertens, Volker Klingebiel und Frank Kirchner (v.l.). Foto: Schirdewahn

NIENSTEDT J Gute Beteiligung und zügiger Verlauf kennzeichneten die Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Nienstedt. Ortsbrandmeister Volker Klingebiel begrüßte im Gasthaus Klingebiel rund 30 Personen. In seinem Bericht nannte der Wehrführer die Zahl von 53 Mitgliedern, davon 17 Aktive, 14 Alterskameraden und 22 Förderer. Im Juli 2015 wurde im Despetal eine Kinderfeuerwehr gegründet, an der sich vier junge Nienstedter beteiligen. Mit einem Brandeinsatz in Haus Escherde und dem Abstreuen zweier Ölspuren waren im angelaufenen Jahr drei Ernstfälle zu verzeichnen.

In praktischen Übungen wurden alle Themen der Truppmannausbildung vertieft, die Themen des theoretischen Unterrichts reichte von Unfallverhütung bis zu Brandsicherheitswachen. Insgesamt gab es 87 Zusammenkünfte, darunter auch Veranstaltungen im Rahmen der Dorfgemeinschaft sowie zur Pflege der Kameradschaft mit einem sommerlichen Feuerwehrball in Banteln als Höhepunkt. Dem gegenseitigen Kennenlernen im Vorfeld der Kommunalreform dienten Treffen der Führungskräfte und Besichtigungen von Feuerwehrhäusern in den Samtgemeinden Gronau und Duingen.

Klingebiels Stellvertreter Tobias Kampczyk bedauerte, dass gegenwärtig nur zwei Atemschutzträger zur Verfügung stehen. Gerätewart Frank Heintz teilte mit, dass das Fahrzeug mit Digitalfunk ausgerüstet wurde und auch einer Überprüfung durch die feuertechnische Zentrale in Groß Düngen standhielt.

Kassenwartin Christin Thielke hatte gut gewirtschaftet und berichtete von einem Zuwachs auf dem Kameradschaftskonto. Neuer Kassenprüfer ist Stefan Aue, zum Sicherheitsbeauftragten wurde Uwe Heintz gewählt. Im neuen Jahr werden die Nienstedter nur noch den jeweils ersten Übungsabend eines Quartals allein abhalten, ansonsten findet der Übungsdienst gemeinsam mit den Nachbarn aus Barfelde und Eitzum statt.

Kritische Worte fand der Ortsbrandmeister zum „Dauerbrenner Zahlungsmoral“, einige Mitglieder müssen immer wieder an ihre Beitragsverpflichtungen erinnert werden. Zum anderen mahnte er bessere Beteiligung beim Dienst wie auch beim Besuch von Veranstaltungen der Nachbarwehren an. Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens sprach von einer „stattlichen Anzahl“ bei Mitgliedern und Zusammenkünften in einem solch kleinen Dorf. Die vor zwei Jahren getroffene Entscheidung zum Weitermachen sei richtig gewesen. Haus und Fahrzeug in Nienstedt seien in einem Topzustand, bescheinigte Gemeindebrandmeister Frank Kirchner und appellierte: „Wir brauchen alle Feuerwehren, gebt Eure Selbständigkeit nicht auf!“ Gemeindebürgermeister Andreas Zastrow lobte die „Stammbesetzung“ der Nienstedter für ihren Beitrag zum dörflichen Leben. Laut Ratsbeschluss wird der bisherige Feuerwehrraum auch nach dem Umzug der Blauröcke in den gemeinsamen Neubau in Eitzum der hiesigen Dorfgemeinschaft zur Verfügung stehen und obendrein ein Betriebskostenzuschuss gewährt. Der Landtagsabgeordnete Klaus Krumfuß würdigte die besondere Atmosphäre bei der von Ortsfeuerwehr und AWO ausgerichteten Weihnachtsüberraschung für Kinder. bs

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