Heute ist Europäischer Datenschutztag: So schützen sich die Menschen in Gronau vor dem Datenklau

„Datenschutz“ wird zu oft kleingeschrieben

Das geht sicherlich besser als mit dem guten, alten Vorhängeschloss: Um seine Daten zu schützen, braucht es oft eine Menge Wissen und Fingerspitzengefühl – aber auch ein entsprechendes Bewusstsein. Foto: Mosig

GRONAU Sie kennen es vom Besuch beim Arzt oder einer Behörde, wenn im Internet Daten zum Einkaufen oder in sozialen Netzen angegeben werden: Jeder hat ein Recht darauf, dass Daten verantwortungsvoll behandelt werden.

Zum siebten Mal in Folge möchte eine Initiative des Europarats mit dem Europäischen Datenschutztag die Bürger Europas über den Datenschutz informieren. Doch was ist eigentlich Datenschutz? Als Meilenstein des Datenschutzes in Deutschland gilt das vor mehr als 25 Jahren vom Bundesverfassungsgericht ausgesprochene „Volkszählungsurteil“ zum „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“. Zum ersten Mal wurden das allgemeine Persönlichkeitsrecht und die Menschenwürde zusammenhängend auch auf die Verwendung von Daten angewandt.

Der Hintergrund: 1983 sollte eine allgemeine Volkszählung durch Beamte „von Tür zu Tür“ durchgeführt werden. Nicht nur Teile der Politik hielten diese Vorgehensweise seinerzeit für verfassungswidrig und sahen einen Eingriff auf die Rechte der Bürger. Die willkürliche Erhebung und Weitergabe von Daten wurde damit verhindert. Inzwischen verdient eine ganze Industrie, vornehmlich im Internet, trotzdem Milliarden damit, Daten zu sammeln und zu verkaufen.

Wie gehen die Bürger in Gronau eigentlich mit ihren privaten Daten um? „Um ehrlich zu sein, schütze ich meine Daten nicht“, erzählt die 34-jährige Daniela Eggers, die selbst nicht in einem sozialen Netzwerk im Internet angemeldet ist. „Außer meiner Geheimzahl für die Geldkarte habe ich eigentlich nichts, um mich zu schützen“, so Eggers, die aber auch zugibt, dass „ich mir um den Schutz meiner Daten nicht wirklich viele Gedanken mache“.

Anders sieht das Thomas Herde. Der 36-Jährige macht sich durchaus Sorgen um den Umgang mit seinen Daten durch Dritte, egal, ob im Internet oder beim Einkaufen: „Ich möchte mich sehr bald aus sozialen Netzwerken zurückziehen, weil ich ihnen nicht mehr wirklich vertraue.“ Dennoch sieht er sich relativ gut gesichert: „Ein Freund von mir kennt sich gut mit Computern aus und hat mir diesen so eingerichtet, dass meine Daten auf der Festplatte sicher sind. Für den Umgang im Internet muss ich einfach selbst aufpassen“, so Herde. Er habe zudem mit Absicht eine Krankenkassenkarte ohne Bild, „und das wird auch lange noch so bleiben“.

„Wichtige Informationen und Zugänge habe ich natürlich mit einem Paswort geschützt“, erzählt der 22-jährige Tobias Sievert. Was mit seinen Daten beim Einkauf im Internet oder auf sozialen Internetplattformen passiert, ist seiner Meinung nach leider nicht immer eindeutig nachvollziehbar. In Bezug auf die großzügige Datenerhebung auf Personalausweisen und der Krankenkassenkarte steckt er sein Vertrauen vor allem in die Institutionen, welche diese Informationen moderieren: „Letztendlich ist es ja der Staat, der diese Daten erhebt. Und wenn wir selbst dem nicht mehr trauen könnten, wäre vieles zu spät.“ cv

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