Trotz schlechter Akustik: Bantelner Feuerwehr kann von ansehnlicher Tätigkeit berichten

Dankszene spricht mehr als Worte

Ungewohnte Umgebung: Nach der Schließung des „Lindenhofs“ findet die Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr Banteln, in deren Rahmen langjährige und verdiente Mitglieder ausgezeichnet werden, erstmals im Feuerwehrgerätehaus statt. Foto: Schirdewahn

BANTELN Hatte es so etwas schon gegeben? Die Klänge des Musikzuges Banteln gehörten seit dessen Gründung 1927 selbstverständlich zum Rahmen einer Feuerwehrversammlung. Doch diesmal spielte aus Platzmangel lediglich eine kleine Bläsergruppe zur Totenehrung auf.

Nach Schließung des „Lindenhofs“ steht der Saal nicht mehr zur Verfügung, der im Laufe von Generationen manch turbulente Zusammenkunft erlebt hat. So mussten die Blauröcke in die Fahrzeughalle ihres Gerätehauses ausweichen, deren ungünstige Akustik teils Mühe machte, alles Gesagte zu verstehen.

Dabei konnte das Kommando um Ortsbrandmeister Helmut Greber von ansehnlicher Tätigkeit der Stützpunktwehr berichten. Unter den 246 Mitgliedern sind 42 Aktive, 13 Jugendliche und 14 Kinder. 2015 waren 91 Zusammenkünfte zu verzeichnen. Die 22 Ernstfalleinsätze verteilten sich auf sechs Brände und 16 Hilfeleistungen, von der „klassischen“ Ölspur bis zu einem festgefahrenen Rettungswagen, der mit der Seilwinde freigeschleppt wurde. Dazu kamen die Brandsicherheitswache beim Osterfeuer sowie die Pflege von Brauchtum und Kameradschaft. Zum Übungsdienst gehörten das Öffnen von Haustüren, das Retten von Personen aus Autos und Schulung am Digitalfunk.

Die Heizung im Gerätehaus wurde erneuert, und in der Mühle wurde mit dem Bau einer normgerechten Feststoffbrandanlage begonnen. Dort soll die Heißausbildung erfolgen, zu der bisher Fahrten nach Bad Gandersheim, Lemgo oder Fassberg erforderlich waren. Die Jugendlichen trafen sich zu 45 Diensten. Vom Einsammeln der Tannenbäume über Funkausbildung und Kekse backen stand über allem das Motto „Soziales Miteinander“.

Der Kinderfeuerwehr gehören zehn Mädchen und fünf Jungen an, deren 21 Dienste von Erster Hilfe bis zu geselligen Unternehmungen reichten. Die Mitglieder des Musikzuges trafen sich 67-mal, darunter zu größeren auswärtigen Auftritten (die LDZ berichtete). Durchschnittlich 16,5 Kameraden besuchten die neun Zusammenkünfte der Altersabteilung.

Der stellvertretende Gemeindebrandmeister, Ulrich Gohl, hob hervor, dass in Banteln alle innerhalb der Feuerwehr möglichen Abteilungen vorhanden sind. Angesichts allgemein rückläufiger Zahlen könne man stolz auf das Geleistete sein, sagte auch Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens. Den Alterskameraden stellte der Verwaltungschef für Pflegearbeiten an der Bantelner Allee ein Vesper in Aussicht.

Bürgermeister Fritz Block-Grupe machte deutlich, welche Wertschätzung die Feuerwehr seitens der Gemeinde Banteln genießt: Sieben von elf Ratsmitgliedern wohnten der Versammlung bei, und außerhalb ihrer Zuständigkeit hat die Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 1 000 Euro für die Brandübungsanlage bewilligt. Aus eigener Tasche übergab Block-Grupe einen namhaften Betrag, den er als Sitzungsgeld empfangen hatte. Mehr als Worte sprach eine Szene nach Schluss der Versammlung: Jugendfeuerwehrleute traten an den Bürgermeister heran, um sich für seine stete Unterstützung zu bedanken.

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