Einige Geschäfte lassen alte Währung gelten – Aktion läuft nur noch heute

D-Mark aus der Schublade

Noch heute – 13 Jahre nach Einführung des Euros – finden zahlreiche D-Mark-Münzen den Weg in die Gronauer Geschäfte. Foto: Zimmer

GRONAU Rund 12,9 Milliarden D-Mark sind laut der Deutschen Bundesbank noch im Umlauf, obwohl die Deutsche Mark schon seit 2002 nicht mehr als Währung eingesetzt wird. Umgerechnet sind das 6,6 Milliarden Euro. Aber warum gibt es noch immer so große Mengen der alten Währung, obwohl der gesamte Bestand in Euro eingetauscht werden konnte?

Dafür gibt es einer Studie zufolge einen einfachen Grund, der bei mehr als der Hälfte aller Fälle festzustellen ist: Sentimentalität. Die Menschen wollen sich nicht von den Münzen trennen. Sie wollen diese als Erinnerungsstücke aufbewahren. Einige andere haben schlichtweg vergessen, dass sich in der untersten Schreibtischschublade noch eine Spardose mit einigen Münzen befand. Aus diesem Grund werden immer wieder „D-Mark-Aktionen“ angeboten. Auch der Gronauer Verein für Handel und Gewerbe (VHG) gibt seinen Kunden seit 8. Januar – und noch bis einschließlich heute – in einigen Gronauer Geschäften die Möglichkeit, mit den restlichen Scheinen und Münzen der alten Währung zu bezahlen.

Eins der Geschäfte, das nun seit über zehn Jahren an der Aktion teilnimmt, ist das „Modehaus Schlichtmann“. Hier gaben die Kunden in diesem Jahr etwa ausgeglichene Mengen Scheine und Münzen ab, um sich mit der gesammelten oder wiedergefundenen Mark neu einzukleiden. „Natürlich wird das Interesse von Jahr zu Jahr weniger, die Beträge werden kleiner. Die Kunden bringen die Münzen nicht mehr spardosenweise hierher. Dennoch lohnt es sich noch immer“, beschrieb Inhaber Uwe Felgendreher, der zudem auch zweiter Vorsitzender des Gewerbevereins ist, den Zuspruch der Menschen: „Ich denke und ich hoffe, dass die Aktion fortgeführt wird, denn die Leute fragen schon jedes Mal, ob es so etwas nächstes Jahr wieder geben soll.“

Auch der Juwelier Langner bietet seit Jahren diesen Sevice an. „Die Kunden bezahlen damit kleinere Beträge, zum Beispiel Reparaturarbeiten“, erklärte Inhaber Thorsten Strauch. Daher wurden hier in diesem Jahr auch größtenteils Münzen eingelöst. „Die Aktion wird noch immer ganz gern angenommen. Das ist eine ganz schöne Sache“, sprach er sich für die Fortführung der Aktion aus. Sollten sich also noch einige Münzen in versteckten Ritzen finden, können sie vermutlich auch im nächsten Jahr wieder eingetauscht werden.

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