Torsten Wendt wird Landrat in Schleswig-Holstein

Ein Brüggener hat es weit gebracht

Torsten Wendt ist nun Landrat des Kreises Steinburg. Foto: Schirdewahn

BRÜGGEN Eine Laufbahn in der Kommunalpolitik war für Torsten Wendt nicht vorgezeichnet, doch einmal eingeschlagen, hat dieser Weg ihn jetzt in ein Spitzenamt geführt. Der Spross einer eingesessenen Brüggener Familie wurde zum Landrat des holsteinischen Kreises Steinburg gewählt.

Auf eine Berufstätigkeit war der 42-Jährige in Theorie und Praxis gründlich vorbereitet: Abitur in Alfeld, Lehre bei der Kreissparkasse, Jurastudium in Göttingen. Daneben war er Organist, rief den Singkreis der Kirchengemeinde Brüggen ins Leben, engagierte sich im DRK und schließlich im Gemeinderat. Doch der Einstieg in den Anwaltsberuf wollte im heimischen Umfeld nicht gleich gelingen. Wendt ging in den Kreis Uelzen und fand dort unerwartet ein Betätigungsfeld: In Ebstorf war ein neuer Samtgemeindebürgermeister zu wählen. Die etablierten Parteien hatten bereits einen gemeinsamen Kandidaten ausgeguckt, doch die Bürger wollten eine Alternative und ermunterten den Zugezogenen zur Bewerbung. Es folgte ein turbulenter Wahlkampf mit filmreifen Szenarien. Als Außenseiter war Torsten Wendt bei einer Versammlung unerwünscht, verschaffte sich jedoch im Handumdrehen Respekt, als während der laufenden Veranstaltung plötzlich Erste Hilfe benötigt wurde und er seine Kenntnisse als Sanitäter einsetzen konnte. Er entschied die Wahl für sich und arbeitete über acht Jahre als Verwaltungschef, verlor dann aber diesen Posten im Zuge einer Gemeindefusion. Zwischenzeitlich als Fachbereichsleiter in Halstenbek bei Hamburg beschäftigt, trat er unlängst eine ähnliche Stelle bei der Stadt Einbeck mit dem Ziel an, Stellvertreter des hauptamtlichen Bürgermeisters zu werden. Gleichzeitig lief jedoch seine Bewerbung um das Amt des Landrats in Itzehoe, wo er sich gegen 27 weitere Kandidaten durchsetzen konnte. Am Dienstag stimmte eine breite Mehrheit im Steinburger Kreistag für ihn. Torsten Wendt hat derzeit in seinem Elternhaus Quartier bezogen, pendelt von hier werktags zum Dienst nach Einbeck und an den Wochenenden zu Frau und Tochter nach Schleswig-Holstein. Wann der frisch gebackene Landrat seine Tätigkeit offiziell aufnimmt, steht noch nicht endgültig fest, mögliches Datum ist der 1. März. bs

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