Eckhard Bunzel für zehnjährige Tätigkeit als Schiedsmann geehrt

„In Brüggen ist es meistens schön ruhig“

Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens (l.) und Martin von Campe vom Amtsgericht Elze (r.) ehren Schiedsmann Eckhard Bunzel. Foto: Hüsing

GRONAU „Ich habe sehr großen Respekt vor dem, was die Schiedsmänner vor Ort leisten“, bedankt sich Martin von Campe. Er ist in offizieller Mission unterwegs, darf als dienstältester Richter am Amtsgericht Elze die sich in Mutterschutz befindliche Direktorin Seidel vertreten. „Es ist eine große Ehre“, überreicht von Campe Eckhard Bunzel eine Urkunde.

Seit zehn Jahren ist Eckhard Bunzel in seiner Heimatgemeinde Brüggen als Schiedsmann unterwegs. „In Brüggen ist es schön ruhig“, freut er sich über die wenigen Einsätze. Nachdem er 2002 den Vorsitz des hiesigen Sportvereins übernommen hatte, fragte ihn der damalige Bürgermeister, ob er nicht Schiedsmann werden wolle. „Ich habe einfach Ja gesagt, ohne mir viele Gedanken zu machen“, berichtet der heute 69-Jährige. Doch diese Entscheidung habe er nie bereut: „Als Vorsitzender des Sportvereins habe ich wesentlich mehr zu tun.“ Zwar wisse er keine konkreten Zahlen, aber zumeist gibt er an das Amtgericht und die Samtgemeindeverwaltung am Ende jedes Jahres durch: „Wir hatten keinen Fall.“

Eckhard Bunzel ist in Brüggen eine bekannte Persönlichkeit, die auch gerne einmal am Rande von Festen beiseite gezogen wird: „Kannst Du mir bei einem Problem helfen?“ Zu seinen Hauptaufgaben zählt der sportliche Rentner in erster Linie das Zuhören. „Aber auch eine gehörige Portion Ruhe und Geduld gehören dazu“, unterstreicht Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens.

„Ich profitiere beruflich direkt von der guten Arbeit vor Ort“, betont Richter von Campe, schließlich landen so nur zwei bis drei Fälle pro Jahr in seinem Gerichtssaal, bei denen es zu keiner außergerichtlichen Einigung gekommen ist. „Die Betroffenen müssen sich an mich wenden. Dann höre ich mir in Einzelgesprächen beide Seiten an und kläre dann mit der ersten Partei, ob sie einen offiziellen Antrag stellen will“, erklärt Eckhard Bunzel die einzelnen Schritte seiner Schiedstätigkeit. Häufig reiche das „Zwischen-Tür-und-Angel-Geschäft“, um sich zu einigen. Doch besteht einer der Beteiligten auf einen Antrag, werden erste Kosten fällig.

„Die Schiedsmänner fungieren als Mediatoren. Sie urteilen nicht, sondern wirken als eine Art Moderator, der das Gespräch leitet und vielleit Lösungsanstöße gibt“, informiert Martin von Campe. Der Zivilrichter ist selbst seit einiger Zeit als Mediator tätig: „Das ist wirklich kompliziert, nicht zu urteilen, sondern nur zuzuhören.“

Umso mehr freut es ihn, dass sich die Schiedsmänner und -frauen für das Allgemeinwohl einsetzen und auch bei oftmals schwierigen Situationen Ruhe bewahren. „Ich möchte mich für Dein Engagement bedanken, Eckhard“, zollt auch Rainer Mertens dem Brüggener Respekt.

Schließlich sei es gerade heutzutage nicht einfach, Menschen zu finden, die ein solches Ehrenamt übernehmen. Deshalb freut es ihn besonders, dass Eckhard Bunzel auf Nachfrage signalisiert, das Amt gerne noch weiter ausführen zu wollen. Bei den meisten Fällen gehe es um kleinere Nachbarschaftsstreitereien und „ein bisschen Verleumdung“, erzählt Bunzel. Doch häufig kann der 69-Jährige die Sache ohne großes Aufheben klären. „Die beiden Parteien sollen nicht als Feinde auseinandergehen, sondern sich auch noch beim nächsten Dorffest in die Augen sehen können“, zeigt Eckhard Bunzel auf, was für ihn am wichtigsten ist.

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