Schachklub will Jugend ans Schachspiel heranführen / Helbing: „Hier können die Jungen die Alten schon mal verhauen“

Brettspiel-Klassiker gibt „Adrenalin-Kick“

Junge Menschen für das Schachspiel begeistern: Mathias Helbing, stellvertretender Vorsitzender und Jugendwart des Schachklubs Gronau, gibt den Jungen und Mädchen eine Einführung in den Klassiker des Brettspiels.

GRONAU Gespannt sitzen sich zwei Spieler gegenüber, zwischen ihnen das Schachbrett. Welchen Zug der Gegenspieler wohl als nächstes unternehmen wird? Konzentration und Ausdauer sind gefordert. Eine leichte Partie wird das sicher nicht. Gronaus Schachklub um Vorsitzenden Werner Rudolph und Stellvertreter Mathias Helbing will Jugendliche an das klassische Brettspiel heranführen – und erhofft sich so, Nachwuchs gewinnen zu können.

„So ganz leicht ist es für uns nicht“, räumt Mathias Helbing ein, der zugleich Jugendwart im Verein ist. Derzeit sind etwa vier bis sechs Jugendliche im insgesamt über 30 Mitglieder zählenden Schachklub aktiv. Laut Werner Rudolph aber waren es vor zehn, 15 Jahren gut 25 Jugendliche, die aktiv Schach gespielt haben. Weshalb sind die Zahlen gesunken? Ist Schach für Jugendliche kein beliebter Sport mehr? „Es ist kein Altherren-Sport“, stellt Mathias Helbing klar: „Die jungen Hüpfer zwischen 20 und 30 Jahren beherrschen die Meisterschaften.“ Dennoch fehlt dem Gronauer Schachklub die Jugend – für den stellvertretenden Vorsitzenden liegen die Gründe hierfür auf der Hand: Zum einen gebe es eine Bandbreite an Sport-Angeboten, zum anderen würden Videospiele vor den Fernseher locken. „Wir wollen das Schachspiel wieder populär machen“, kündigt der Jugendwart an, der nun im Namen des Schachklubs erstmals zur Ferienpass-Aktion „Faszination Schach“ eingeladen hat: „Wir wollen dies schon als Werbung nutzen“, sagt Mathias Helbing, der den jungen Spielern, die allesamt schon die Grundbegriffe des Schachspiels beherrschen, zunächst eine kurze Einführung gibt.

Das Besondere am Schach sei für ihn und Werner Rudolph, dass Jungen und Mädchen auf Augenhöhe spielen können. Und es gibt keine Altersbegrenzung, wohl aber empfiehlt der Verein ein Einstiegsalter von acht Jahren, um über eine gewisse Aufnahmebereitschaft zu verfügen. „Es gibt Zwölfjährige, die bereits fantastisch spielen können“, informiert Mathias Helbing: „Hier können die Jungen die Alten schon mal verhauen.“

Wichtig für Neueinsteiger sei laut Werner Rudolph, Neugier mitzubringen. Und der Spieler sollte über Ausdauer verfügen. So manches Mal müsse sich der Spieler immerhin über vier bis fünf Stunden konzentrieren. „Schach ist unglaublich aufregend“, wirbt Mathias Helbing für den Sport, der dem Spieler durchaus einen „Adrenalin-Kick“ gebe. Das Besondere sei nämlich, dass vor allem der Geist herausgefordert wird. Eigene Ideen müssen in die Partie eingebracht werden, und der Spieler merke sofort, ob sein Zug von Erfolg gekrönt ist. „Da geht der Puls schon mal auf 180 oder höher“, spricht Werner Rudolph aus Erfahrung. Schach erhöhe die Aufmerksamkeitsspanne und zwinge den Spieler eben auch, sich an einem Problem „festzubeißen“. „Und es erfordert auch, sich selbstkritisch zu durchleuchten“, nennt er einige Vorzüge, die auch für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen förderlich seien.

Um weiter für das klassische Brettspiel zu werben, will der Schachklub wieder „Schnupper-Angebote“ in den Schulen etablieren. „Die Kinder waren schon mit Begeisterung bei der Sache“, erinnert der Vorsitzende an das vergangene Angebot, das aus organisatorischen Gründen allerdings eingestellt werden musste. Wessen Interesse jetzt bereits geweckt ist, kann sich an den Vorsitzenden Werner Rudolph (rudolph@skgronau.de) oder an seinen Stellvertreter Mathias Helbing (helbing@skgronau.de) wenden. Die Mitglieder treffen sich wieder nach den Sommerferien, dienstags von 17.30 bis 18.30 Uhr im JUZ.

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