Info-Veranstaltung im Heinumer Gerätehaus stößt auf große Resonanz / Es geht weiter

Brandschützer starten neu durch

Gemeindebrandmeister Frank Kirchner (am Computer) erläutert den Teilnehmern das Schutzziel des Feuerwehrbedarfsplanes. Bald soll eine Mitgliederversammlung einberufen werden, nach der entweder die Ortsfeuerwehr Heinum bestehen bleibt oder aufgelöst wird, um offiziell eine Löschgruppe zu bilden, die der Feuerwehr Wallenstedt angegliedert wird. Foto: Greber

HEINUM Noch vor einem Jahr brannte bei der Heinumer Feuerwehr die Luft durch interne Zerwürfnisse. Die Unruhe hat sich aber gelegt und die Wogen scheinen sich geglättet zu haben. Gemeindebrandmeister Frank Kirchner informierte gestern, wie es nun weitergeht – und konnte sehr zu seiner Freude viele Bürger Heinums zu der von ihm einberufenen Info-Veranstaltung begrüßen.

Seit etwa einem Jahr ist die Heinumer Feuerwehr eine Löschgruppe – ohne Ortsbrandmeister. Auch mehrere Brandschützer wollten offenbar das Handtuch werfen, doch dem Engagement von Kai Ehlers, dem bisherigen stellvertretenden Ortsbrandmeister, und Matthias Ufer, dem kommissarischen Leiter der Löschgruppe, ist es zu verdanken, dass insgesamt 19 Aktive weitermachen wollen. Das sind aber immer noch zu wenige für eine Ortsfeuerwehr – 21 müssten es laut Feuerwehrgesetz sein.

Kirchner klärte auf, welche Auswirkungen eine mögliche Auflösung gehabt hätte. „Eine Feuerwehr vor Ort zu haben ist wichtig“, unterstrich Kirchner und nannte Fakten: Das im Feuerwehrbedarfsplan genannte Schutzziel lautet, dass innerhalb von zehn Minuten die ersten Einsatzkräfte am Einsatzort eintreffen sollen. Bei einem klassischen Wohnungsbrand gebe es nach 17 Minuten keine Chance mehr, jemanden lebend aus der Wohnung zu retten. „Auch wenn theoretisch nur zwei Feuerwehrleute vor Ort sind, reicht das, um erste Maßnahmen einzuleiten, bevor Unterstützung eintrifft“, erläuterte Kirchner. Wenn es keine Feuerwehr gebe, müssten die Wallenstedter und Eitzumer Kameraden einspringen. Doch auch sie könnten es nicht innerhalb der zehn Minuten schaffen. „Bedenken Sie, dass die meisten Feuerwehrleute erst auswärts von der Arbeitsstelle zum Gerätehaus eilen müssen“, so Kirchner.

Derzeit liege die Tagesverfügbarkeit in Heinum bei drei Feuerwehrleuten. Daher appellierte der Gemeindebrandmeister, dass frühere Feuerwehrleute wieder aktiv werden. „Es gibt noch genügend Potenzial, um die Löschgruppe zu stärken“, fügte Kirchners Stellvertreter Ulrich Gohl hinzu. Und auch wer kein ausgebildeter Feuerwehrmann ist, könne bei einem Brand seine Hilfe anbieten.

Dass Heinum wieder eine eigenständige Feuerwehr bekommt, bezweifelt Kirchner. Seiner Meinung nach wird es bei einer Löschgruppe bleiben, die aber erst noch bei einer Mitgliederversammlung offiziell gebildet werden muss, nachdem die Ortsfeuerwehr kraft Beschluss aufgelöst wurde. Ein Termin soll dafür noch im Frühjahr gefunden werden. Kirchner entkräftete Befürchtungen, dass dadurch das Gerätehaus aufgegeben wird und es kein Fahrzeug mehr geben könnte. „Das bleibt so, wie es ist“, sicherte er zu: „Auch ein eigenständiger Übungsdienst ist weiter möglich.“ Die Löschgruppe werde lediglich in die Wallenstedter Ortsfeuerwehr integriert. Der Bedarfplan sehe erst ein gemeinsames Gerätehaus in Wallenstedt vor, sofern es zu einer Zusammenlegung mit der Rhedener Feuerwehr kommen sollte.

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