Die große Schulfamilie kommt zusammen: Tränenreicher Abschied von der Hauptschule am Wildfang

„Bleibende Spuren in den Herzen“

Landrat Reiner Wegner bedankt sich bei der kommissarischen Hauptschulleiterin Marianne Aselmeyer für ihr Engagement.

GRONAU Ein Wechselbad der Gefühle: „Es gibt diese Schule noch genau 26 Tage“, hebt Marianne Aselmeyer in ihrer Ansprache zum Abschied der Hauptschule am Wildfang hervor: Ab 1. August aber werde sie Vergangenheit sein, schildert die kommissarische Schulleiterin, die sich immer wieder die Tränen wegwischen muss. „Aber ich bin mir sicher, dass die Hauptschule am Wildfang nicht so schnell vergessen wird. Denn sie hat Spuren hinterlassen“, ist sie überzeugt. Welche Spuren dies sind, wird im Rahmen der eineinhalbstündigen Feierstunde, die unzähliche Wegbegleiter in die KGS-Aula gelockt hat, mehr als deutlich.

Es ist ein tränenreicher Abschied. Emotionen kommen hoch, Erinnerungen werden wach. Marianne Aselmeyer spricht in ihrer bewegenden Rede von „bleibenden Spuren in den Herzen der Menschen, die hier gelernt, gelehrt und gearbeitet haben“. Sie selbst aber gesteht, dass die Schulleitung nie ihr Ziel gewesen ist. Sie habe stets nur unterrichten wollen. Dennoch hat sie erst 2008 kommissarisch die Konrektorenstelle angenommen, 2011 die Schulleitung übernommen. Dieses aber habe nur „an dem besonderen Schulklima und der freundlich-respektvollen Art und Weise, wie alle Mitglieder der Schulfamilie – vom Hausmeister bis zum Rektor – miteinander umgegangen sind“, gelegen. Die besondere Atmosphäre wird im Rahmen der Feierstunde immer wieder deutlich: Selbst ein Schüler hatte im Jahr 2008 bei einer Schulinspektion betont, dass eine Beratungslehrerin gar nicht nötig sei. „Wenn wir Probleme haben, können wir jeden Lehrer ansprechen. Jeder ist für uns da und hört zu“, erinnert Marianne Aselmeyer an die rührige Aussage des Schülers. Dies gelte auch für das Kollegium, das immer zusammengehalten und sich gegenseitig unterstützt hat. „Es waren die außerschulischen Dinge, die diese Schule geprägt hat“, betont Gronaus Bürgermeister Karl-Heinz Gieseler, der zugleich einräumt, dass ihm der Abschied schwer falle. Auch er ringt nach Worten, muss gegen Tränen ankämpfen. „Ich war 20 Jahre Teil dieses Kollegiums“, sagt der Bürgermeister, der an diesem Abend nicht nur im Namen der Stadt, sondern auch der Samtgemeinde spricht. „Wenn ich es jetzt überspitze, war das einzige, was gestört hat, der Unterricht“, bringt er das Publikum zum Schmunzeln. Denn jeder weiß, was er damit meint. Es waren die besonderen Projekte und Aktionen mit den Schülern, die die Hauptschule auszeichneten.

Einen Überblick über das umfangreiche Angebot gibt Lehrerin Gerlinde Wiertzema, die zunächst Eckdaten aus der Vergangenheit in Erinnerung ruft und dann aus einer Schatztruhe fleißig Karteikärtchen zieht. Berufsorientierung, Baby-Projekt, Schulsanitäter, Projektwochen, Ausflüge, Klassenfahrten, Hausaufgabenbetreuung im JUZ, Prävention mit Kooperationspartnern, Schulfrühstück, große Feste... – die Liste lässt sich unendlich fortsetzen, und die anschließende Fotopräsentation unterstreicht diese. „Es war eine schöne Zeit an einer besonderen Schule“ – so lautet das Schlusswort dieser Präsentation.

Landrat Reiner Wegner ruft in aller Kürze in Erinnerung: Es sei der Wunsch der Eltern gewesen, in Gronau eine Kooperative Gesamtschule ins Leben zu rufen. „Die KGS war eine bedeutsame Entscheidung für den Schulstandort in Gronau. Und wenn man sich umschaut, was hier entstanden ist – das ist beispielhaft“, betont der Landrat. Dennoch gehe nun „Schulgeschichte zu Ende“, denn mit der Entscheidung für die KGS sei das Auslaufen der Haupt- und Realschule in Gronau beschlossen worden.

Mit dankenden Worten an Marianne Aselmeyer und Miriam Joumaah, den beiden Klassenlehrerinnen des inzwischen auf fünf Kräfte geschrumpften Kollegiums, neigt sich die Feierstunde dem Ende entgegen. Es ist ein Wechselbad der Gefühle – von bewegenden Reden über Tanzauftritte von KGS-Schülern, Gesangseinlagen des Wildfangchors und von drei ehemaligen Schülerinnen bis hin zum großen Rückblick. „Jetzt aber wird gefeiert“, stimmt Marianne Aselmeyer auf die weiteren Stunden auf dem Schulhof mit Musik von der Band „Aftermath“ ein.

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