Probleme an der Kreuzung: Im Einsatzfall gewährt so mancher Verkehrsteilnehmer keine Vorfahrt

Mit Blaulicht und Martinshorn

Michael Lüke (rechts) und Markus Hüffner wollen die Verkehrsteilnehmer sensibilisieren, der Feuerwehr im Einsatzfall Vorfahrt zu gewähren.

GRONAU Ein Haus steht in Flammen. Noch befinden sich verletzte Personen im Gebäude. Doch Gronaus Feuerwehr verliert wertvolle Zeit an der Kreuzung ihres Feuerwehr-Domizils. Die Einsatzkräfte sind zwar bereit, Leben zu retten und das Feuer zu löschen, doch vorerst müssen sie sich in Geduld üben – bis ihnen ein Verkehrsteilnehmer Vorfahrt gewährt.

Gronau Ein Haus steht in Flammen. Noch befinden sich verletzte Personen im Gebäude. Doch Gronaus Feuerwehr verliert wertvolle Zeit an der Kreuzung ihres Feuerwehr-Domizils. Die Einsatzkräfte sind zwar bereit, Leben zu retten und das Feuer zu löschen, doch vorerst müssen sie sich in Geduld üben – bis ihnen ein Verkehrsteilnehmer Vorfahrt gewährt.

Glücklicherweise ist dies ein überspitztes Szenario, wohl aber gibt es tatsächlich Probleme. Politik und Verwaltung haben längst darauf reagiert und an allen Seiten der Kreuzung entsprechende Hinweisschilder installiert, um Autofahrer zu sensibilisieren. Doch der eine oder andere Verkehrsteilnehmer ignoriert offenbar dennoch, dass in diesem Bereich eine Feuerwehrausfahrt ist – selbst, wenn das Einsatzfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn direkt an der Kreuzung steht. „Es gibt Verkehrsteilnehmer, die uns sehen, aber weiterfahren“, teilt Michael Lüke von der Gronauer Feuerwehr mit. Er ist ein erfahrener Kamerad und weiß, wie im Notfall reagiert werden muss. „Es ist immer wichtig, hinterm Steuer einen klaren Kopf zu bewahren“, spricht er aus seiner jahrelangen Erfahrung. Daher werde stets mit Schrittgeschwindigkeit an die Kreuzung herangefahren – trotz Sonder- und Wegerechte, die die Feuerwehr im Notfall hat. Ist Gefahr im Verzug werden laut des stellvertretenden Ortsbrandmeisters Markus Hüffner schon beim Herausfahren aus dem Gerätehaus Martinshorn und Blaulicht eingeschaltet. Im vergangenen Jahr zählte die Gronauer Feuerwehr 96 Einsätze, darunter 48 mit Sonder- und Wegerechten. In diesem Jahr hatten die Brandschützer bisher 60 Einsätze, 39-mal waren die Einsatzkräfte mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs. „Je schneller wir dann vor Ort sind, desto besser ist es“, hebt Michael Lüke hervor, dass im Notfall jede Minute zählt. Dies galt auch für den schweren Verkehrsunfall, der sich vor gut einer Woche in der Nonnenkurve ereignet hatte. Eine Person kam ums Leben, eine andere wurde schwer verletzt (die LDZ berichtete). Doch auch hier hat ein Lieferwagen der Feuerwehr keine Vorfahrt gewährt, obwohl der Fahrer das Einsatzfahrzeug gesehen haben soll. Die Einsatzkräfte haben Anzeige erstattet. „Wir wollen die Verkehrsteilnehmer sensibilisieren“, erhofft sich Markus Hüffner künftig mehr Rücksichtnahme. Immerhin wolle doch jeder, dass die Feuerwehr im Notfall schnell vor Ort ist.

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