Geschäftsführer Markus Königshofen stellt Projekt im Kommunikationsmarkt vor

ÜWL bietet mit „leine-air“ Funk-Internet im Despetal

ÜWL-Geschäftsführer Markus Königshofen ist gespannt, ob die Bewohner des Despetals das Projekt „leine-air“ annehmen. Foto: Hüsing

GRONAU Neues Personal bringt neue Ideen mit: Dieser Leitsatz trifft auch auf das Überlandwerk Leinetal (ÜWL) zu. Seit April ist Markus Königshofen in Gronau Geschäftsführer und stößt zusammen mit Volker Zündorf zahlreiche Ideen an. Eine ist inzwischen so ausgereift, dass die ersten Flyer verteilt werden können: Hinter der markigen Bezeichnung „leine-air“ steht eine Richtfunk-Technik, die in Gebieten, in denen kabelgebundene Alternativen nicht möglich sind, einen Breitband-Internetzugang möglich macht.

Bereits bei der jüngsten Sitzung des Rates der Gemeinde Despetal überbrachte Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens, der auch im Aufsichtsrat des ÜWL sitzt, die gute Nachricht, dass sich für das Des-petal bezüglich der Internetversorgung eine „Lösung abzeichnet“ (die LDZ berichtete).

„Die Politik ist mit dem Wunsch an uns herangetreten, etwas gegen die schlechte Internetversorgung, beispielsweise im Despetal, zu unternehmen“, erzählt Markus Königshofen, wie es zu der neuen Geschäftsidee gekommen ist. Die Verantwortlichen des ÜWL haben sich umgehört und erfahren, dass sich das Verlegen eines Breitbandkabels für die Provider nicht lohnt. „Wir haben daraufhin auch Kontakt mit den Stadtwerken Hameln aufgenommen und jetzt eine Kooperation mit deren Tochterunternehmen piper:air abgeschlossen“, sagt Königshofen. Die Vorbereitungen haben etwa ein halbes Jahr gedauert, jetzt liegen die Flyer druckfrisch vor und werden vor Weihnachten im Despetal verteilt. „Wir haben die Technik getestet, sie funktioniert auch im Despetal“, ist Markus Königshofen von der Öffnung in den Kommunikationsmarkt überzeugt. Allerdings wird durch die Funktechnik nicht jeder Standort erreicht: Bei den Häusern in Hanglage könnte es durch den Funkschatten zu nicht ausreichendem Empfang kommen.

„Deshalb bieten wir zunächst Bereitstellungsverträge an, in denen alle ihr Interesse signalisieren können. Dann wird gemessen, inwieweit das Funksignal bei den jeweiligen Interessenten ankommt, bevor der eigentliche Vertrag abgeschlossen wird. Wer keinen Empfang hat, zahlt auch nicht“, betont Königshofen.

Der Empfang funktioniert ähnlich wie bei einer Satellitenschüssel: Das ÜWL wird im Bereich seiner Fernleitung zwischen Eberholzen und Heinum einen Sendemast errichten. An den Häusern, die „leine-air“ nutzen möchten, werden dann kleine Außenantennen (20x20 Zentimeter) angebracht, die zum Sendemasten ausgerichtet werden. An der Antenne wiederum wird ein Kabel angeschlossen, dass zu einer Box führt, an die per Kabel die internetfähigen Geräte angeschlossen werden können. „Wer W-Lan nutzen möchte, müsste sich beispielsweise aus dem Baumarkt einen Rooter holen, der ebenfalls an die Box des ÜWL anzuschließen ist“, erläutert der Geschäftsführer. Die Installation kann durch den Eigentümer selbst erfolgen oder bei Bedarf von einem örtlichen Elektroinstallateur vorgenommen werden. „Durch den Sendemasten bei Eberholzen können wir bis zu 50 Haushalte mit zwei Mbit/s versorgen. Sollten sich 200 Interessenten finden, ist das Errichten weiterer Masten denkbar. Außerdem würde das ÜWL eine Standleitung in Richtung Hameln mieten, so dass dann bis zu sechs Mbit/s zur Verfügung stehen“, berichtet Königshofen über die weitere Planung, die dann möglicherweise auch andere Orte der Samtgemeinde Gronau sowie Sibbesse einschließen würde. Die Investitionskosten konnten bislang minimiert werden, da eigene Masten und vorhandenes Personal eingesetzt werden. Sollten sich weniger als 50 Interessenten aus dem Despetal melden, können diese je nach Lage dennoch mit dem schnelleren Internet versorgt werden. „Wir bieten den Wettbewerbspreis (27,95 Euro für zwei Mbit/s) an, den auch piper:air nutzt. Der Kaufvertrag wird über zwei Jahre abgeschlossen und es fällt eine einmalige Bereitschaftsgebühr von 49 Euro an“, nennt Königshofen konkrete Zahlen.

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