Betretungsverbot des Ratskellerplatzes erregt die Gemüter

Vorbeugung oder übertriebene Härte?

Seit 29. Oktober gilt von 23 bis 6 Uhr ein Betretungsverbot des Ratskellerplatzes in Gronau. Diese Entscheidung scheint vielen „übertriebener Aktionismus“, der zu weit führt, wie beispielsweise unter unserem Facebook-Post kommentiert wurde.
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Ab heute Abend gilt von 23 bis 6 Uhr ein Betretungsverbot des Ratskellerplatzes in Gronau. Diese Entscheidung scheint vielen „übertriebener Aktionismus“, der zu weit führt, wie beispielsweise unter unserem Facebook-Post kommentiert wurde.

Gronau – Heute Abend um 23 Uhr tritt das Betretungsverbot des Kanians und des Ratskellerplatzes in Gronau in Kraft, das der Landkreis verfügt hat. Demnach dürfen sich bis auf Weiteres zwischen 23 und 6 Uhr keine Personen auf der Leineinsel oder dem Ratskellerplatz bewegen. Die Allgemeinverfügung nennt auch ein landkreisweites Verkaufsverbot von Alkohol von 23 bis 6 Uhr. Doch die Betretungsverbote wurden alleine für die beiden Plätze in Gronau ausgesprochen. Dies sorgt für Unverständnis und Unmut in der Bevölkerung.

Christine Jahnke, Leiterin des Kriminalermittlungsdienstes der Polizei Elze, erklärt auf Nachfrage der LDZ: „Alle Polizeiinspektionen haben eine allgemeine Anfrage vom Landkreis erhalten.“ Darin wurde auch das Polizeikommissariat (PK) Elze aufgefordert, Plätze zu nennen, auf denen es „größere Versammlungen geben könnte“. Hier habe die Polizei die beiden Orte in Gronau angegeben. „Wir reagieren auf das Einsatzgeschehen. Diese Entscheidung dient der Vorbeugung zur Bewältigung der Pandemie“, so Jahnke. Im Rahmen der üblichen Tätigkeit der Polizei werde nun im gesamten Gebiet des PK Elze kontrolliert, ob die Verordnungen eingehalten werden.

Nach Angaben der Landkreissprecherin Sabine Levonen waren der Kanian und der Ratskellerplatz in Gronau die einzigen Plätze, die von Polizei und Gemeinden benannt worden sind: „An anderen polizeibekannten Treffpunkten unter anderem im Stadtgebiet Hildesheim gab es aus Sicht der Polizei aktuell keinen Handlungsbedarf.“

„Von der Polizei wird ernstgenommen, dass wir hier einen Hotspot haben.“

Stephanie Klages, Leiterin des Ordnungsamtes

Dass nun in den Nachtstunden ausgerechnet in Gronau Partystimmung herrschen soll, verwundert einige Leser unseres Facebook-Posts, die gar Vergleiche zur Diktatur in Nordkorea ziehen, sich wundern, dass das Virus gerade nach 23 Uhr besonders aktiv sein soll und von „übertriebenem Aktionismus“ sprechen.

Stephanie Klages als Leiterin des Ordnungsamtes hält dagegen: „Wir sehen und hören täglich, was hier in Gronau zur Zeit los ist. Einige Heranwachsende sitzen dicht an dicht auf dem Ratskellerplatz, konsumieren Alkohol und interessieren sich nicht für den gebotenen Abstand. Von der Polizei wird ernstgenommen, dass wir hier einen Hotspot haben“, könne sie die Maßnahme nur begrüßen. – kim

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