Johanniter-Konzept sieht vor, Alfelder Klinikum zu übernehmen / Aktionswoche geht mit Versammlung weiter

„Beide Häuser hätten gutes Auskommen“

Viele Mitarbeiter zeigen sich solidarisch und senden ein gemeinsames Ziel an die Politik: „Es ist fünf vor zwölf.“ Foto: Klein

GRONAU „In Gronau ist es sicher etwas Besonderes“, beschreibt der Klinische Kodierer Nils Derlin die beiden Aktionen des Gronauer Johanniter-Krankenhauses im Rahmen der Aktionswoche zur Kampagne „2 / DRITTEL – Niedersachsens Krankenhäusern droht das Aus“. 250 Karten hatte die Gronauer Einrichtung für ihre Unterschriftensammlung erhalten. „Wir hätten sicher noch 100 benötigt“, freut er sich über die große Unterstützung im Kampf um bessere Bedingungen für die Krankenhäuser in Niedersachsen.

Doch die Karten mussten schon auf die Reise geschickt werden. Inzwischen liegen sie der Sozialministerin bereits vor. Doch die Aktionswoche geht weiter: Gestern, 11.55 Uhr, versammelten sich Mitarbeiter – von den „Grünen Damen“ bis hin zu den Ärzten – vor dem Haupteingang des Johanniter-Krankenhauses. In der Hand hielten die Mitarbeiter Uhren als symbolischen Hinweis, als Signal für die Politik: „Es ist fünf vor zwölf.“ Inzwischen haben die Johanniter ein eigenes Konzept für die Krankenhäuser im Landkreis Hildesheim vorgelegt, dessen Einzelheiten aber noch nicht bekannt sind. Die Johanniter würden mehr Verantwortung übernehmen wollen. Erstmals wird Oberin Bärbel König konkret: „Unser Konzept geht so weit, dass wir unsere Arbeit auf Alfeld ausweiten wollen.“ Die Johanniter könnten sich demnach vorstellen, dass Alfelder Ameos-Klinikum zu übernehmen. „Beide Häuser hätten dann ein gutes Auskommen“, ist die Oberin überzeugt. Beide Standorte könnten somit gesichert, Arbeitsplätze erhalten und die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet werden. „Es laufen derzeit viele Gespräche im Hintergrund“, informiert Bärbel König. Das Konzept der Johanniter umfasst die Krankenhaus-Situation im gesamten Landkreis. Wie die Oberin zudem informiert, entsprechen einige Empfehlungen des Ministeriums – etwa die Verlegung der Leistungen der Diekholzer Lungenklinik an den Gronauer Standort – Teilen des Johanniter-Konzeptes. Allerdings seien die Ministeriums-Empfehlungen aus dem Zusammenhang gerissen.

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