Gronauerin wird die Leinestadt bei der „myboshi“-Häkel-Weltmeisterschaft vertreten

Beate Roos häkelt sich auf Platz 1

Passt die Mütze auch? Siegerin Beate Roos hat nach 16,33 Minuten das Wollknäuel verarbeitet. Fotos: Klein

GRONAU „Es geht darum, Spaß zu haben“, gibt sich Beate Roos bescheiden. Die 61-jährige Gronauerin wird am 8. Februar nach Zirndorf fahren, um die Leinestadt bei der „myboshi“-Häkel- Weltmeisterschaft zu vertreten. In 16,33 Minuten verarbeitete sie beim Vorentscheid ein Wollknäuel zu einer Mütze.

Nach und nach treffen die Teilnehmerinnen im Fachgeschäft „Lass Dich umgarnen“ ein. Die Stimmung ist gut. Die zehn Frauen kommen sofort ins Gespräch. Tipps und Tricks rund um das Häkeln werden ausgetauscht – bis es im Gronauer Fachgeschäft plötzlich still wird. Die für den Wettkampf vorgeschriebene „myboshi“-Wolle liegt bereit, die 6er-Häkelnadel ebenso. „Wir freuen uns über die Anzahl der Teilnehmer“, bedankt sich Heike Mausch, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Susanne Heinemeyer alle Maschenknüpfer zum Vorentscheid in ihr Geschäft eingeladen hatte. Nun heißt es: Auf die Nadel, fertig, los... Die Technik der Teilnehmerinnen ist ganz unterschiedlich, die Motivation aber stets die gleiche: „Ich mache das aus Spaß an der Freude“, sagt Edeltraut Kirchhoff aus Eime.

Beate Roos pflichtet bei: „Eigentlich stricke ich sehr viel“, räumt die Gronauerin ein. Dienstags trifft sie sich mit weiteren Frauen zum Austausch rund um den Wollstoff. „Gehäkelt habe ich lange nicht mehr“, gibt die 61-Jährige zu: „Aber was man einmal gelernt hat, verlernt man doch nicht.“ Sie sollte Recht behalten: Letztlich belegt sie immerhin den ersten Platz, verhäkelt das Wollknäuel in 16,33 Minuten. Die Technik hat sie sich bei der derzeitigen Weltmeisterin abgeschaut, die nach 8,25 Minuten das Knäuel verarbeitet hat. „Es geht doch darum, auf welche Art man die meiste Wolle verbraucht“, sagt die Siegerin aus Gronau, die sich auf die Weltmeisterschaft in Zirndorf aber nicht großartig vorbereiten will. „Je mehr man trainiert, desto hektischer wird man doch“, ist die Gronauerin überzeugt. Den zweiten Platz belegt Birgit Gerlach aus Eime: Sie benötigt 18,12 Minuten, um das Knäuel zu verarbeiten. Platz drei geht an Daniela Bullach aus Brüggen, die 21 Sekunden später die Häkelnadel beiseite legt. „Ich habe es zuvor einmal ausprobiert“, teilt die 42-Jährige mit. Dabei sein ist letztlich alles, und Spaß hat die Damenrunde im Gronauer Geschäft ohnehin. Ein Gläschen Sekt, einige Knabbereien und Zeit, einige Tipps und Tricks auszutauschen – es ist eine gelungene Veranstaltung. Die Inhaberinnen sind zufrieden und zeigen sich von der Schnelligkeit der Teilnehmerinnen beeindruckt. „Das ist richtig gut“, lobt Heike Mausch.

Die Teilnehmerinnen stammen keineswegs nur aus der Samtgemeinde Gronau: Stefani Gevers etwa ist aus Sorsum bei Hildesheim angereist. „Mein Mann hat mich angemeldet“, schmunzelt die 37-Jährige, die eigenen Angaben zufolge für die gesamte Familie häkelt. 42,36 Minuten benötigt sie letztlich, um ein Knäuel zu verarbeiten.

Vivien Harmatiuc aus Hildesheim hat noch eine andere Intention, dabei zu sein: „Ich möchte mein eigenes Label bekannt machen“, teilt die 28-Jährige mit: „Und natürlich macht es sicherlich auch Spaß.“ Beim Vorentscheid in Hannover hat sie den zweiten Platz belegt, in Gronau errreicht sie mit einer Zeit von 21,16 Minuten Platz fünf.

Die letzte Teilnehmerin häkelt sich nach 44,43 Minuten ins Ziel. Auch eine solide Leistung: Immerhin wird laut Anleitung für eine Mütze, die aus zwei Wollknäuel besteht, eine Dauer von etwa zwei Stunden angegeben.

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