96,8 Prozent der Mitarbeiter verzichten auf Lohn / Sparkonzept wird greifen

Bärbel König: „Wir sehen wieder Licht am Horizont“

Oberin Bärbel König: „Erfreulicherweise steht eine große Masse an Mitarbeitern hinter uns.“ Foto: Klein

GRONAU „Wir sind sehr erfreut, dass so viele Mitarbeiter hinter unserem Haus stehen“, zollt Oberin Bärbel König der Belegschaft große Anerkennung: „Das ist eine tolle Leistung von unseren Mitarbeitern.“ Der Blick auf die Zahlen: 96,8 Prozent der rund 250 Mitarbeiter im Johanniter-Krankenhaus haben die Zusatzvereinbarung unterzeichnet – und verzichten demnach auf Lohn.

„Wir sehen wieder Licht am Horizont“, blickt Bärbel König optimistisch in die Zukunft des Johanniter-Krankenhauses – wenn auch „eine handvoll Mitarbeiter“ die Zusatzvereinbarung nicht unterzeichnet haben. „Wir können dies nicht erzwingen“, gibt die Oberin zu bedenken: „Jeder hat ein Recht auf seine Entscheidung.“ Die Mitarbeiter, die keine Unterschrift leisteten, ziehen sich durch alle Berufsgruppen im Krankenhaus. Bärbel König hofft allerdings, dass sich der eine oder andere noch bewegen wird. Fakt ist nämlich allen Befürchtungen zum Trotz: Die Johanniter setzen ihre Arbeit fort, das Krankenhaus bleibt der Leinestadt erhalten. Denn das umfangreiche Sparkonzept wird greifen: „Wir haben die Mittelfristplanung erneut gerechnet“, berichtet Bärbel König – und siehe da: Das Konzept gehe auf, wenn weiterhin eine Stabilität in der Patientenbetreuung besteht, die niedergelassenen Ärzte sowie die Bevölkerung dem Krankenhaus weiterhin die Treue halten und die rund 250-köpfige Belegschaft zur Einrichtung steht. Mit Blick auf die Lohnkürzung: 96,8 Prozent der Mitarbeiter verzichten auf 13,9 Prozent, über das Jahresgehalt gerechnet. Demnach wolle die Einrichtung laut Sparkonzept im Jahr 2018 wieder schwarze Zahlen schreiben.

Schritt für Schritt sollen weitere Maßnahmen im Johanniter-Krankenhaus greifen: Derzeit seien die Verantwortlichen des Krankenhauses mittendrin, Organisationsabläufe zu optimieren. „Wir können optimistisch ins neue Jahr starten“, freut sich die Oberin. In den Sparprozess sollen die Mitarbeiter stets eingebunden werden: „Wir werden sie immer über die aktuellen Entwicklungen informieren“, verspricht sie. Zudem wird sich ein so genannter Sanierungsausschuss gründen, der sich aus Mitgliedern der Mitarbeitervertretung und der Geschäftsleitung zusammensetzt. Dieser wird das gesamte Geschehen beobachten. „Sollten wir unser Ziel schon vorher erreichen, wird das Gehalt auch wieder angepasst“, teilt die Oberin mit.

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