Schaden an der Verkehrsanlage liegt bei 120 000 Euro / Arbeiten beginnen am Montag

Anlage eigentlich fertig – Bagger aber müssen nun erneut anrücken

Maik Götze von der Verwaltung zeigt den Kalk, der versehentlich in den Beton gelangt ist. Dies hat zu Abplatzungen an den Platten geführt. Foto: Klein

GRONAU Verdammt ärgerlich! Eigentlich waren die Arbeiten an der nigelnagelneuen, wohlgemerkt millionenschweren Verkehrsanlage des Gronauer Schulzentrums nahezu abgeschlossen. Nun aber müssen in den Sommerferien erneut die Baufahrzeuge anrücken. Grund hierfür sind große Schäden an den Betonplatten.

Wie Maik Götze von der Verwaltung informiert, sind ihm bereits kurz vor der Weihnachtszeit kleinste Abplatzungen in den Betonplatten aufgefallen. Doch angesichts des wochenlangen Schneefalls ist das volle Ausmaß des Schadens erst im Februar deutlich geworden. „Das Schadensbild wurde großflächiger“, zeigt er nun zum Teil bereits große Löcher im Beton. „Das ist kein hinnehmbarer Zustand“, pflichtet Bauamtsleiter Hans Kirsch bei. Doch woher kommen diese Abplatzungen?

„Es ist kein Pfusch am Bau“, stellt Maik Götze klar. Sowohl bei der Planung als auch bei der Ausführung des beauftragten Unternehmens sind keinerlei Fehler unterlaufen – wohl aber bei der Lieferung der Zuschlagsstoffe. Wie der Experte erläutert, besteht der Beton aus den Zutaten Kies, Zement, Sand und Wasser. Doch in diesem Fall ist offenbar versehentlich Kalk in das Gemisch gelangt. Die Folge: „Wird Kalk nass, kommt es zur Volumenausbreitung“, erklärt Maik Götze, weshalb es zu diesen Abplatzungen im Beton gekommen ist. Immerhin soll diese neue Anlage, ein Gemeinschaftsprojekt von Landkreis Hildesheim, Samtgemeinde und Stadt Gronau, eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren haben. „Wir haben somit Bedenken beim Vertragspartner angemeldet“, schildert er das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit. Es handelt sich schließlich um einen Schaden von 120 000 Euro: Im südlichen Bereich müssen die Platten angesichts der Schäden komplett erneuert, auf der nördlichen Seite sollen vier Platten ausgetauscht werden.

Der Schaden wird vom Vertragspartner reguliert, der am kommenden Montag die Arbeiten vor Ort aufnehmen wird. Der Zeitplan sieht vor, dass in der ersten Ferienwoche die Ausbrecharbeiten erfolgen, in der zweiten Woche soll die Betonierung vorbereitet und in der dritten Woche schließlich der neue Beton gegossen werden. „Das ist eine Verkettung widriger Umstände“, kommentiert Maik Götze diesen Fall. Zu Schäden am Bau in einer solchen Größenordnung komme es den Erfahrungswerten von Götze und Kirsch zufolge selten: „Das ist schon die Ausnahme.“ Doch davor gefeit sei man eben nie: „Das ist wirklich Pech“, bedauert Hans Kirsch. Um aber künftig auf der sicheren Seite zu sein, ist die Gewährleistung von den üblichen vier auf zehn Jahre verlängert worden.

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