Gold-Händler unterwegs – Polizei und Juwelier raten von Haustür-Geschäften ab

Achtung! Nicht alles Gold, was glänzt!

Altgold gegen Bares tauschen? Thorsten Strauch, Inhaber von Gronaus Juwelier Langner rät, das Fachgeschäft seines Vertrauens aufzusuchen. „Wer sein Gold wirklich umwandeln möchte, sollte wissen, dies geht nicht einfach holterdiepolter über die Ladentheke“, betont er. Foto: Klein

GRONAU „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ – ein altes Sprichwort gewinnt an Aktualität: Die LDZ hat Hinweise aus der Bevölkerung erhalten, dass Unbekannte in der Samtgemeinde derzeit versuchen, telefonisch oder gar an der Haustür „Gold-Geschäfte“ abzuwickeln. Thorsten Strauch, Inhaber von Gronaus Juwelier Langner, bestätigt dies im Gespräch mit der LDZ.

Gerade gestern habe er von Kunden erfahren, dass diese von Unbekannten angerufen worden sind – in der Hoffnung, den Betroffenen, Goldschmuck abkaufen zu können. Ob die Unbekannten seriös sind, ist derzeit unklar. Laut der Gronauer Polizei ist ein aktueller Fall bekannt. Ermittlungsansätze aber gebe es nicht.

„Grundsätzlich sind Haustür-Geschäfte mit Vorsicht zu genießen“, warnt die Leiterin des Kriminalermittlungsdienstes (KED), Christine Jahnke, vom Elzer Polizeikommissariat die Bevölkerung: Oftmals nämlich hätten diese zur Folge, dass Betroffene nach Abwicklung des Geschäftes um Wertgegenstände erleichtert worden sind. Die KED-Leiterin rät somit, den Unbekannten gleich an der Haustür verstehen zu geben, dass kein Goldschmuck im Haus sei. In keinem Fall aber sollten sie ins Haus gelassen werden. „Tür zu machen, zum Hörer greifen und 110 wählen oder die örtliche Polizei alarmieren“, empfiehlt Christine Jahnke. Zudem sollten sich Betroffene das Aussehen der vermeintlichen Händler, um wie viele Personen es sich handelt, in welche Richtung sie weiterziehen und vielleicht sogar fremde Fahrzeuge merken. Solche Angaben helfen der Polizei bei ihren Ermittlungen.

Beim Antreffen der Händler vor Ort würden die Polizeibeamten dann anhand der Personalien überprüfen, ob die von Haus zu Haus ziehenden Personen eine Berechtigung für solche Geschäfte besitzen. Wie die KED-Leiterin informiert, erfahre die Polizei häufig von solchen Haustür-Geschäften. Im vergangenen Jahr etwa sei nach deren Abwicklung „verstärkt“ Anzeige erstattet worden, da etwas im Haus fehlte. Und sie gibt zu bedenken, dass meist ältere Menschen solchen Trickbetrügern auf den Leim gehen.

Auch bei Anrufen sollten Menschen vorsichtig sein, eben nicht auf das vermeintliche Geschäft eingehen. Hilfreich für die Polizei sei zudem, wenn Betroffene den Gesprächsverlauf schildern können. Dazu gehört auch, auf Hintergrundgeräusche und etwa auf einen möglichen Akzent des Anrufers zu achten. Falls eine Rufnummer im Display des Telefons angezeigt wird, diese in jedem Fall notieren.

Wer seinen Goldschmuck tatsächlich in Bargeld umwandeln möchte, sollte sich an den Händler seines Vertrauens wenden. Das bestätigt auch Thorsten Strauch: „Es ist eine Sache des Vertrauens.“ Er warnt vor „wilden Händlern“, setzt in Sachen Gold-Verkauf besser auf Fachgeschäfte mit Standorttreue. Wie er informiert, ist dieser „Boom“ an Gold-Ankäufern vor rund zwei, drei Jahren aufgekommen und sei auf den „hohen Goldkurs“ zurückzuführen. Inzwischen aber geht dieser Trend schon wieder zurück.

Der für den Kunden „fairste Weg“ sieht laut Thorsten Strauch so aus: Kunden kommen ins Geschäft, zeigen den Schmuck. Eine grobe Wertschätzung erfolgt nach erster Begutachtung der Stücke. „Dann schicken wir die Gegenstände zur Scheideanstalt“, informiert er. Dort wird genau geprüft, wieviel Gold tatsächlich enthalten ist. Demnach erhält der Kunde sein Geld. „Wer sein Gold wirklich umwandeln möchte, sollte wissen, dies geht nicht einfach holterdiepolter über die Ladentheke“, betont der Experte.

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