Streifenwagen in Stadt und Landkreis Hildesheim werden mit neuem Anhaltesystem ausgerüstet

„Yelp“ macht Polizeiautos lauter

Stellen das neue Anhaltesystem „Yelp“ am Streifenwagen vor: Uwe Ippensen, Leiter der Polizeiinspektion Hildesheim, mit Polizeioberkommissar Bernd Hoppe. Außer dem roten Stopp-Schriftzug gibt es einen richtig lauten Jaul-Ton . Foto: Kuhlemann

KREIS / ELZE Jetzt wird es bei der Polizei richtig laut: Durch die Umrüstung nach amerikanischem Vorbild werden die Streifenwagen in Stadt und Landkreis Hildesheim mit dem neuen Anhaltesystem „Yelp“ ausgestattet: Das bewährte Duo Martinshorn und Blaulicht wird um rote Schriftzüge und einen schrillen Signalton, dem „Yelp“ (aus dem Englischen übersetzt: jaulen), ergänzt. Auch die Fahrzeuge im Polizeikommissariat Elze werden in diesen Tagen umgerüstet.

„Der Unterschied ist leicht erklärt: Das Blaulicht und das Martinshorn haben eine rechtliche Wirkung, wonach die Verkehrsteilnehmer den Einsatzfahrzeugen freie Bahn verschaffen müssen, während beim neuen Anhaltesystems der Betroffene mit Schriftzug und schrillem Signalton dazu aufgefordert wird, sofort anzuhalten“, informiert Uwe Ippensen, Leiter der Polizeiinspektion Hildesheim, beim Pressetermin. Dabei werde das alte „Tatü-Tata“ nicht ersetzt, sondern durch den durchdringenden Signalton ergänzt, der die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer für das polizeiliche Anhaltesignal wecken soll. Verwechslungen seien nicht möglich. „Alle Verkehrsteilnehmer sind in der Lage, beide Signale voneinander zu unterscheiden“, sagt Ippensen, als sein Kollege Bernd Hoppe den Knopf für das schrille „Yelp“ betätigt und sich alle Beteiligten gleich die Ohren zuhalten.

Sich von hinten einem Fahrzeug zu nähern, sei sicherer, betonte Ippensen, als er die drei Stufen zum Anhalten vorstellte: 1. Die rote Leuchtschrift „Stopp Polizei“; 2. das rote Blinklicht neben dem Schriftzug; 3. der neue Signalton „Yelp“, der allerdings nur im äußersten Fall zum Einsatz kommen soll, wie Ippensen betont. „Das ist doch eine ordentliche Belästigung, da muss man auch an die denken, die nicht gerade hinter dem Steuer eines Autos sitzen, sondern eventuell nachts im Bett liegen und schlafen“, so der Polizeichef, der betont, dass die Fahrzeugführer, die zum Anhalten aufgefordert werden, nicht abrupt stoppen sollen, sondern unter Rücksicht auf den fließenden Verkehr stetig langsamer werden sollen, um dann an geeigneter Stelle anzuhalten. In der Polizeiinspektion werden derzeit elf Funkstreifenwagen mit dem Signalton „Yelp“ programmiert, in der kommenden Woche auch in Elze. „Aufgrund der steigenden Verkehrsdichte finde ich das neue System gut, aber ich glaube, da müssen sich beide Seiten erst dran gewöhnen“, sagt Ralf Büsselmann, Leiter des Polizeikommissariats Elze.

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