Ortsvorsteher baut auf das Engagement der Bürger / Freude auf Großprojekt

Wolfgang Thiesemann: „Mehle ist lebenswert“

Ortsvorsteher in Mehle, Ratsherr in Elze und Kreistagsabgeordneter in Hildesheim: Wolfgang Thiesemann schaut über den Tellerrand hinaus, hält aber zu den Mehlern. Foto: Kuhlemann

MEHLE In der Regel vertreten die Ortsvorsteher die Interessen der Bürger ihres Heimatdorfes. Wie ernst Wolfgang Thiesemann das in Mehle nimmt, zeigt dieses Beispiel: Im Dezember haben einige Sozialdemokraten aus der Einheitsgemeinde Wirtschaftsminister Olaf Lies einen Besuch in Sachen „Tempo 70 auf der B 1 in Elze“ abgestattet – eine Angelegenheit, für die sich Thiesemann sogar im Kreisausschuss stark gemacht hat. Den Termin konnte er jedoch nicht wahrnehmen, weil zeitgleich im eigenen Ort die Weihnachtsfeier des Altenclubs lief. „Mehle geht vor“, so Thiesemann.

Beim Jahresrückblick-Gespräch mit der LDZ-Redaktion nennt der Ortsvorsteher einige Höhepunkte, die für den Ort von wichtiger Bedeutung waren. An der Spitze stehen dabei der Erhalt der Grundschule als öffentlich-rechtliche Grundschule (Thiesemann: „Ein Kindergarten wäre auch nicht schlecht“), die Installierung eines schnelleren Internetzugangs und die Beteiligung der Bürger an der Veranstaltung und der Unterschriftenliste zum Thema Mega-Stromtrasse. „Mehle ist lebenswert“, sagt der 66-Jährige, der dafür das intakte Vereinsleben und das Engagement aller Bürger verantwortlich macht. Der demografische Wandel mache zwar auch vor Mehle nicht halt, doch der Ortsvorsteher werde sich immer für den Erhalt der bestehenden Geschäfte stark machen, die die (immer gewünschte) Verlegung der B 1 nach außerhalb des Dorfes schon ein wenig zu spüren bekommen.

Das größte Projekt für 2015 ist der Bau eines neuen Feuerwehrhauses in Mehle. „Ein jahrzehntelanger Wunsch geht endlich in Erfüllung. Ich hoffe, dass wir bald den ersten Spatenstich vollziehen können“, freut sich Thiesemann für Ortsbrandmeister Uwe Füllberg und sein Team. Der Ortsvorsteher wünscht sich, dass ein weiteres Projekt im neuen Jahr in Angriff genommen wird – das Aufpeppen des Spielplatzes an der katholischen Kirche. Eltern der Krabbelgruppe hätten bereits ihre Unterstützung zugesagt, um eventuell neue Spielgeräte und einen Erdhügel zu installieren.

In Sachen Windenergieanlagen hat Mehles Ortsvorsteher eine klare Vorstellung: „Wenn die beiden Gebiete in Elze und Esbeck kommen, dann darf der Sonnenberg keinen dauerhaften Bestandsschutz haben – oder anders gesagt, erst wenn die fünf Anlagen auf dem Sonnenberg weg sind, können neue kommen“, fordert Thiesemann.

Als Vertreter des Elzer Stadtrates findet es Thiesemann natürlich gut, dass das Freibad und die Schmiedetorstraße saniert werden. Er halte weiterhin an seinem Wunsch nach der Einführung von Ortsräten in den Dörfern der Einheitsgemeinde Elze fest, wie es beispielsweise in Nordstemmen und Algermissen praktiziert werde. „Wir brauchen mehr Demokratie. Es bringt nichts, immer nur über Politikverdrossenheit und schlechte Wahlbeteiligungen zu klagen“, so Thiesemann. Seines Erachtens seien die Einwohner in der gesamten Einheitsgemeinde schon bereit, sich zu engagieren, was man an den Bürgerinitiativen sehen würde.

Am Thema Tempo 70 für die B 1 in Elze im Bereich „Unter der Spielburg“ hält Thiesemann weiter fest. Er hofft, dass ein Tempolimit wenigstens für den Zeitraum bis zur erforderlichen Fahrbahnsanierung, wie von Olaf Lies vorgeschlagen, umgesetzt wird.

In seiner Funktion als Kreistagsabgeordneter macht sich Thiesemann Gedanken um eine mögliche Fusion der Landkreise Hildesheim und Peine. „Das macht aus meiner Sicht nur Sinn, wenn signifikante Einsparungen nicht nur bei der Politik, sondern auch in der Verwaltung zu erwarten sind“.

Die drohende Erhöhung der Kreisumlage im Landkreis Hildesheim könne nach Meinung von Thiesemann vermieden werden, indem erst alle Einsparungen beim Kreis ausgeschöpft würden, bevor sich alle gemeinsam, Städte und Landkreis, über eine Anpassung unterhalten würden.

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