Ortsvorsteher Dirk Rustein im LDZ-Gespräch / 41-Jähriger will parteilos bleiben

„In Wittenburg ist die Welt noch in Ordnung“

Stolz auf sein Heimatdorf Wittenburg: Ortsvorsteher Dirk Rustein an der im vergangenen Jahr aufgestellten Infotafel. Fotos: Kuhlemann

WITTENBURG Dirk Rustein, seit Januar 2014 Ortsvorsteher des 100-Einwohner-Ortes Wittenburg, ist zufrieden. „Hier ist die Welt noch in Ordnung“, sagt der 41-Jährige, der mit seiner Frau Britta und seinem Sohn Tristan im kleinsten Ort der Einheitsgemeinde Elze wohnt. Rustein schätzt in seinem Heimatdorf vor allem die Idylle und die Nähe zur Natur.

Angesprochen auf die Höhepunkte im Veranstaltungskalender des vergangenen Jahres, nennt Rustein drei Dinge: Das Fest zum 80-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Sorsum-Wittenburg, die Einweihung der Ortsinfotafel am Dorfplatz und die Installierung des schnellen Internets im Ort. Dazu kommt noch der Kultursommer, der seit mehreren Jahren vom Verein „Freunde der Wittenburger Kirche“ organisiert wird und in den Oper- und Operettenvorführungen seinen Höhepunkt findet. Wittenburg ist schon so eine Art kulturelles Zentrum der Einheitsgemeinde Elze, denn auch die Auftritte der „Theatergruppe Über’n Berg“, besonders das Krippenspiel mit lebenden Tieren, wird vom Ortsvorsteher genannt. Bei den Höhepunkten dieses Jahres fällt Rustein gleich ein privater Termin ein: Sohn Tristan feiert im April Konfirmation in der heimischen Klosterkirche – das ist ein Großereignis für die ganze Familie.

Dirk Rustein ist beruflich viel unterwegs – als Elektriker, der Schaltschränke für die gummiverarbeitende Industrie baut, geht er hin und wieder auf Montage. Dennoch ist er seinem Heimatort eng verbunden, nicht zuletzt durch die Feuerwehr, der er schon seit mehr als 25 Jahren angehört. Ob Dienstabende, Übungen, Wettkämpfe oder Feste – Rustein sieht zu, dass er immer dabei ist. Nur beim Finienlauf übernimmt er lieber die Aufgaben eines Streckenpostens, anstatt selbst mitzulaufen. Auch in den anderen Vereinen, wie etwa dem DRK-Ortsverein mit Sorsum, zeige sich die Dorfgemeinschaft, wie der 41-Jährige betont.

Natürlich gibt es auch Dinge, die ihm nicht gefallen, zu denen er auch von Mitbürgern angesprochen wird. Da gibt es die Parksituation an der Südstraße, wenn Autos den Wendehammer zum Umdrehen blockieren, und den Dorfteich, der zugeschlammt ist und im Sommer unangenehm riecht. „Ich hoffe, dass da etwas im Zuge der Dorferneuerung passiert“, wünscht sich Rustein eine Verbesserung der Situation. Auch der Burgweg müsse aus seiner Sicht von den Schlaglöchern befreit werden und die Brücke am Boitzumer Weg und die Kreisstraße könnten eine Sanierung vertragen.

Was fehlt in Wittenburg? Rustein vermisst nicht nur eine Gastwirtschaft oder das Hofcafé, sondern generell einen Versammlungsraum für die Dorfgemeinschaft, der zum Beispiel auch genutzt werden könne, wenn es bei einer Veranstaltung auf dem Dorfplatz (Maibaumaufstellen) regnet. Auch für die Jugendlichen gibt es nur das „Haus der Jugend“ im fünf Kilometer entfernten Elze.

Dass er nicht Mitglied des Rates der Stadt Elze sei, darin sehe er keinen Nachteil. „Wir haben unsere Ortsvorstehertreffen, bei denen ich meine Belange vorbringe“, so der parteilose Rustein, der bei der nächsten Kommunalwahl wieder antreten will. „Es kann nicht Sinn der Übung sein, nach zwei Jahren aufzuhören“, so der Familienvater, der sich weiter für Wittenburg einsetzen will. Schließlich ist es sein Heimatdorf, in dem jeder jeden kennt – und die Welt noch in Ordnung ist.

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