Jürgen Huck freut sich über Ehrung aus seiner „Heimatstadt“ / Historiker vermacht Elze seine Sammlung

Wirken im Zeichen der Geschichte

Ehrenring und Urkunde: Freifrau Birgit von Cramm (li.) und Bürgermeister Rolf Pfeiffer (re.) danken Jürgen Huck und seiner Ehefrau Gisela für das Engagement.

Elze „Kommen wir jetzt zum eigentlichen Höhepunkt des Abends“: Fast in der Manier eines Showmasters leitete der Ratsvorsitzende Jürgen Schulte-Schüren die Sitzung aus dem Alltagsgeschäft ins Feierliche über. Die Entscheidungen des Tages waren gefällt, nun galt es einen Mann zu ehren, der sich fast sein ganzes Leben lang der Geschichte seiner Heimatstadt Elze gewidmet hat: Jürgen Huck hatte schon viele Auszeichnungen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz, erhalten - mit dem Ehrenring kam am Donnerstag nun auch eine nicht ganz alltägliche Würdigung durch seine Heimatstadt hinzu.

Vergleichsweise aktuelle Arbeiten zur „Familie von Elze/von Campe“, die jüngst erschienenen „Beiträge zur Geschichte der Stadt Elze“ und die 2012 abgeschlossene Ausarbeitung über die „Geschichte der Juden zu Elze“ sind nur jüngere Beispiele dafür, wie sich Huck dafür eingesetzt hat, die Geschichte der Stadt Elze zu ergründen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Bereits ein Jahr nach seinem Abitur hat er schon kleinere Arbeiten zur Elzer Stadtgeschichte erstellt. Seitdem sind viele weitere hinzugekommen“, erläuterte Bürgermeister Rolf Pfeiffer, dass die Liste der Arbeiten über Elze eine schier unendliche ist. Oder anders gesagt: „Hätte die SPD in ihrem Antrag, Jürgen Huck in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Stadt Elze den Ehrenring zu verleihen, alle Arbeiten erwähnt, wäre es ein mehrseitiger Antrag geworden.“

Zukunft gestalten

Welche Bedeutung das Forschen um die Geschichte hat, hob Pfeiffer hervor: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten“, griff der Bürgermeister auf ein weiteres Zitat eines Bundeskanzlers, diesmal Helmut Kohl, zurück. „Wir sind angetreten, um die Zukunft Elzes zu gestalten. Indirekt hat Jürgen Huck zur Zukunft der Stadt beigetragen.“

Der Geehrte selbst sprach seinen Dank für die „Ehrung aus meiner Heimatstadt“ aus. Die Betonung lag dabei deutlich auf „Heimatstadt“, denn wenngleich Huck 1927 in Stadtoldendorf geboren worden war und heute in Köln lebt, so verbrachte er die Kindheit und Jugend in Elze. Darüber hinaus wusste er zu berichten: „Die Wurzeln meiner Familie in Elze reichen zurück bis in die Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs.“ Launig blickte der fast 90-Jährige auf seine „ersten Schritte“ in Elze und vor allem sein langes Forschen zurück. Schon im Alter von 15, 16 Jahren habe er in den Kirchenbüchern geforscht, erinnerte er sich.

Nach dem Krieg begann er seine Laufbahn im Archivdienst beim Niedersächsischen Staatsarchiv in Hannover. Anschließend war er im Bundesarchiv in Koblenz tätig und beendete sein berufliches Wirken als Archivdirektor im Stadtarchiv Neuss. Wenngleich er dementsprechend seit 1952 im Rheinland lebt, so führte er in seiner Freizeit seine Forschungen zur Geschichte Elze stetig weiter. Seine umfangreiche Sammlung an Dokumenten und Büchern zur Elzer Stadtgeschichte ist in den Jahrzehnten auf eine beachtliche Größe gewachsen. „Nach meinem Ableben sollen die umfangreichen Mappen, Sammlungen von Büchern und das Familienarchiv Huck dem Elzer Stadtarchiv zukommen“, überraschte der Historiker am Ende seiner kurzen Ansprache. Und launig ergänzte er: „Das muss dann allerdings wohl vergrößert werden.“

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