Ausschuss für Innere Dienste, Bildung und Soziales votiert gegen die Privatisierung der Grundschule in Mehle

„Wir wollten niemandem wehtun“

Zahlreiche Eltern, Lehrer und Mitglieder der Bürgerinitiative zum Erhalt der Mehler Grundschule sind zur Sitzung des Sozialausschusses gekommen, um Fragen zu stellen. Fotos: Siedlaczek

ELZE Mehr als 30 Gäste waren zur Sitzung des Ausschusses für Innere Dienste, Bildung und Soziales ins Elzer Rathaus gekommen, um zu hören, wie die Fraktionen über die Zukunft der Grundschule Mehle entscheiden. Das Ergebnis löste großen Beifall aus: Die Schule wird zunächst in öffentlich-rechtlicher Form geführt und nicht privatisiert. Dafür votierten die Ausschussmitglieder mit 5:2 Stimmen.

Der Entscheidung gingen lange Diskussionen voraus, doch zeigte sich rasch eine Tendenz gegen eine Übernahme durch das CJD. Bereits im Vorfeld des Tagesordnungspunktes über künftige Grundschulstandorte in der Stadt Elze nutzen zahlreiche Eltern, Lehrer und Mitglieder der Mehler Bürgerintiative zum Grundschulerhalt die Gelegenheit, im Rahmen der Einwohnerfragestunde ihre Meinung zu sagen. Der allgemeinde Tenor: Eine Zusammenlegung der Schule an der Linde und der Astrid-Lindgren-Schule würde Nachteile für beide Einrichtungen mit sich bringen. Sowohl in räumlicher, als auch in konzeptioneller Sicht sei eine Zusammenfassung nicht von Vorteil. Hinzu komme die Frage, warum eine Grundschule mit mehr als 100 Schülern nicht in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft bleiben könne. Auch eine Auflösung von Schulbezirken zugunsten der Entscheidungsfreiheit von Eltern wurde angeregt.

Bürgermeister Rolf Pfeiffer versuchte die Idee hinter der Privatisierung und Übernahme durch das CJD zu erklären: „Es geht um den langfristigen Erhalt der Grundschule Mehle.“ Vor allem vor dem Hintergrund, dass auch die Grundschule in Eime privatisiert werden solle, müsse Elze jetzt handeln, um später nicht auf der Strecke zu bleiben. „Die Schülerzahlen werden sinken, das ist eine Tatsache, der wir ins Auge blicken müssen. Und wenn wir jetzt nicht handeln, bleibt die Grundschule Mehle auf der Strecke“, erklärte Pfeiffer. Und dennoch, die Fraktionen im Ausschuss bezogen Stellung gegen eine Privatisierung.

Auch Wolfgang Thiesemann nutzte als Mehler Ortsvorsteher die Möglichkeit, seine Meinung zu äußern: „Eine Grundschule ist dann zu klein, wenn die Schülerzahlen unter 50 Kinder sinken.“ Da es in Mehle allerding mehr als 100 Schüler gebe, sei eine Privatisierung zum jetzigen Zeitpunkt unnötig und übereilt.

Reiner Jäkel (SPD) plädierte zwar auch für den Erhalt der Mehler Grundschule in öffentlich-rechtlicher Form, doch brach er eine sprichwörtliche Lanze für die Verwaltung: „Als wir erfuhren, dass das CJD die Privatisierung der Grundschule in Eime plant, waren wir alle sehr besorgt und wollten schnell handeln.“ Man müsse daher die Vorgehensweise von Stadt und Verwaltung verstehen, schließlich habe stehts der Erhalt der Schule ganz oben auf der Liste gestanden. „Es gibt den demografischen Wandel, und wir wollten auch in Mehle niemandem wehtun“, appellierte Jäkel an die Bürger, auch die Verwaltung zu verstehen. Ähnlich äußerte sich auch Birgit Freifrau von Cramm (CDU): „Ich habe Sorge, dass wir zu langsam sind und vor dem Hintergrund der Schulprivatisierung in Eime am Ende auf der Strecke bleiben.“ Und dennoch: Die Mitglieder des Ausschusses entschieden sich gegen die Beschlussvorlage, die eine Privatisierung anstrebt. „Ich bin Bürgermeister geworden, um Dinge zu verbessern, und ich wäre ein schlechter Bürgermeister, wenn ich nicht auf negative Entwicklungen auch im Bereich der Schülerzahlen hinweisen würde“, sagte Pfeiffer zum Abschluss. Von den anwesenden Bürgern gab es im Anschluss an die Abstimmung zum Thema künftige Grundschulstandorte Applaus.

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