Straßenausstellung „Kunst in Bewegung“ feiert Abschlussveranstaltung und zieht positives Resümee

„Wir wollten etwas bewegen“

Das ehemalige Schreibwarengeschäft an der Hauptstraße stellt sich als gelungenes „Hauptquartier“ heraus. Foto: Hoffmann

ELZE Anhand einer Diashow mit 150 Bildern ließen die Besucher die Auftaktveranstaltung vor drei Wochen noch einmal revue passieren. „Ich finde es schön, durch die Diashow eine Verbindung zwischen der Auftakt- und Abschlussveranstaltung zu schaffen. Doch diese Veranstaltung heute ist viel mehr als nur eine Finissage“, erklärte Ilse Hurnaus.

Die Aktion war ungewöhnlich, da es in Elze zuvor noch nie eine Straßenausstellung gegeben hatte. So stieß der Kulturverein anfangs auch auf eine gewisse Skepsis in der Kaufmannschaft, doch nach mancher Überzeugungsarbeit waren letztendlich alle hellauf begeistert. „Wir haben die Künstlerin bei einer Ausstellung andernorts kennengelernt und mussten erst einmal abwägen, ob wir diese Aktion wagen. Nun können wir sagen, dass sie eine echte Bereicherung für Elze ist. Die Leute gehen wieder vor die Tür und schauen sich die Bilder an. Wir haben versucht die Stadt zu beleben. Es fing mit einer unscheinbaren Begegnung an, die sich zu einer riesengroßen Aktion entwickelte“, erzählte Ilse Hurnaus. Ein Erfolg für den Kulturverein ist es auch, dass die Hauptstraße durch die Aktion wieder ins Gespräch gekommen ist. „Wir sind nicht überheblich. Zwar hätten wir uns noch mehr Besucher gewünscht, aber man soll nicht meckern und wir können mit dem Interesse sehr zufrieden sein“, so Sirun Böhm.

Auch Künstlerin Gunda Kaper-Lührs zog ein positives Fazit: „Die Aktion war sehr interessant. Ich habe viel über die Stadt erfahren und auch viele emotionale Begegnungen gehabt. So erzählten mir viele, wie sie ihre Geschäfte aufgeben mussten. Ich habe noch nie innerhalb von so kurzer Zeit so viele interessante Leute kennengelernt“, erzählte die Künstlerin und Sozialarbeiterin aus Hotteln. Hintergrund der Aktion des Kulturvereins war es, die Elzer wieder zum Flanieren auf der Hauptstraße zu bewegen. „Es sind viele Ideen nötig, um etwas zu bewegen. Eine davon haben wir jetzt umgesetzt. Das allgemeine Interesse kann noch mehr geweckt werden, aber alle Dinge haben einen Anfang. Wer weiß, was noch dabei herauskommt. Es gibt so viele Möglichkeiten. Wir bedauern allerdings, dass niemand von der Stadt oder der Politik vorbeigekommen ist, denn dieser Kontakt ist ebenso wichtig“, so Sirun Böhm.

Bezug zu Kunden

Gunda Kaper-Lührs ist begeistert von der Saalestadt und ihren Einwohnern, die in den Geschäften immer zu einem Pläuschchen bereit waren. „Die Geschäftsleute haben hier noch einen persönlichen Bezug zu den Kunden in den Cafés, Geschäften oder auch auf dem Markt. Jeder hat sein eigenes Publikum. Das finde ich sehr interessant“, verriet Kaper-Lührs. Auch die Elzer Geschäftsleute waren letztendlich begeistert von der Straßenausstellung. „Ich stand dem Projekt von Anfang an positiv gegenüber. Ich bin begeistern von den Schaufenstern, das ist mal was anderes. Die Bilder wurden von der Künstlerin toll ausgewählt und passen perfekt zum Geschäft“, erzählte Dr. Timm Große Lackmann, Inhaber der Mühlen-Apotheke.

Auch die Elzer nahmen die Aktion gut an und so nutzte der eine oder andere die Abendstunden für einen Spaziergang an der Hauptstraße, um Kaper-Lührs Werke zu betrachten. So kam man auch mit anderen ins Gespräch. Die Straßenausstellung ist Elze zum Stadtgespräch geworden. Es hat sich Neues entwickelt und ein anderer Blickfang gebildet. Die Elzer wurden zum Staunen und Verweilen angeregt. „Bei der Auftaktveranstaltung vor drei Wochen gab es Walking-Acts, die die ganze Stadt in Bewegung setzten und zum Mitmachen anregten. Die Leute wurden aktiv. Auch regional hat sich unsere Veranstaltung durchgesetzt. So kamen viele Besucher aus anderen Orten, die sonst nicht nach Elze kommen. Auch andere Künstler haben sich die Ausstellung angesehen“, berichtete Sirun Böhm.

Das ehemalige Schreibwarengeschäft Jagau an der Hauptstraße bot sich perfekt für die Ausstellung und die Abschlussveranstaltung an und auch die Hausbesitzer waren begeistert. Gerade der Platz direkt gegenüber des Rathauses zog die Elzer an. Nach vielen Stunden Arbeit und Freude wollen Sirun Böhm und Ilse Hurnaus nun ein Resümee ziehen. Die beiden Frauen sind froh, dass sie die Aktion nun geschafft haben und das Projekt in Elze so gut ankam. „Die Aktion sollte bewirken, dass die Menschen nicht immer nur meckern, sondern auch über Positives reden. Das haben wir erreicht. Eine Kopie dieses Projekts wird es sicherlich nicht geben. Dazu müssen neue Ideen umgesetzt werden und wir haben schon viele im Kopf“, erzählte Ilse Hurnaus mit strahlenden Augen.

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