Geplante KAS-Schließung: Unabhängige Wähler kritisieren die Kreispolitik massiv

Widerstand formiert sich

Die UWE-Mitglieder kritisieren die Pläne des Landkreises.

ELZE Die Unabhängigen aus Elze machen keinen Hehl daraus, wen sie für die Situation der Elzer Oberschule verantwortlich machen: „Uns wurde schon vor mehr als zehn Jahren durch einen SPD-Kreistagsabgeordneten gesagt, dass man uns die Schule schließen möchte. Spätestens seitdem wurde das Pferd ganz bewusst totgeritten“, sieht Ulrich Bantelmann „ganz klar“ eine langfristige politische Strategie gegeben mit dem eindeutigen Ziel, „die Schule plattzumachen“.

Mit ein Drahtzieher dessen: Klaus-Diethard Bruer, Fraktionsvorsitzender der im Kreis den Ton angebenden SPD – und „zufällig“ einstiger Leiter der Marienbergschule in Nordstemmen, die im Falle einer KAS-Schließung die große Nutznießerin wäre. „Die Nordstemmer Lobby im Kreis ist zu groß geworden. Wenn im vergangenen Jahr nicht Wahl gewesen wäre, wäre der Schritt schon früher gekommen“, glaubt Bantelmann. Dass die Oberschule in Elze sowohl in Sachen Schülerzahlen wie auch beim baulichen Zustand heute beklagenswert dasteht, sei ein aus Hildesheim bewusst herbeigeführtes Resultat. „Den Investitionsstau hat der Kreis selbst verursacht. Er hat die Schule mit Absicht herunterkommen lassen, wie selbst im Schulentwicklungsplan des Kreises nachzuvollziehen ist“, sagt UWE-Stadtratsmitglied Michael Röver. Insofern sei der Schwund an Schülern in den vergangenen Jahren gezielt herbeigeführt worden. Zumal durch gezieltes Diskreditieren der KAS, etwa während der Anmeldephase im vergangenen Jahr durch Bruer (die LDZ berichtete), auch noch bereits angemeldete Schüler wieder verkrault wurden. „Wenn man sieht, was beispielsweise an der KGS Gronau oder in Bad Salzdetfurth oder am Gymnasium Sarstedt investiert wurde oder werden soll, ist es ein Hohn, wenn man behauptet, der Kreishaushalt gebe es nicht her, den Betrieb der Krüger-Adorno-Schule weiterlaufen zu lassen“, so Kreistagspolitiker Bantelmann. Röver ergänzt: „Eine Stadt in der Größe von Elze müsste in der Lage sein, eine weiterführende Schule zu halten, wenn man Chancengleichheit hätte.“ Doch dies sei nicht gewollt. „Die Schulgrenzen hätten stärker so gezogen werden müssen, dass nicht ein Schulstandort den anderen ausdürstet“, so Bantelmann. Die Kommunalpolitiker der UWE befürchten nicht nur für die Schüler der KAS durch die etwaige Schließung gravierende Nachteile. „Es wird ein immenser Standort-Nachteil für Elze im Wettbewerb mit anderen Kommunen. Hier wird Infrastruktur zerstört, die wir nie wieder bekommen werden. Das zieht sich durch bis auf Auswirkungen auf den Wert von Immobilien“, sehen sie Elze als einstigen Bildungsstandort absichtlich „kaputtgewirtschaftet“. Doch noch sieht Bantelmann durchaus Chancen für eine Zukunft der Schule. „Ziel muss sein, die Entscheidung in Gänze vom Tisch zu kriegen.“ Doch wie will man an der scheinbar bereits getroffenen Entscheidung im Kreis noch rütteln? „Wir müssen Krawall schlagen – und zwar massiv“, sagt Bantelmann. Ein Schulterschluss mit Eltern, Schülern und Co. ist vollzogen. Die Planungen für den Widerstand sind angelaufen.

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