Warnstreik

Metaller surfen auf der „Frühschluss“-Welle

„Frühschluss“ als Warnstreik: Metaller Mathias Neumann und der Betriebsratsvorsitzende Marco Vogel
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„Frühschluss“ als Warnstreik: Metaller Mathias Neumann (2. Bevollmächtigter) und der Betriebsratsvorsitzende Marco Vogel verabschieden die Kollegen von Waggonbau Graaff in das vorzeitig eingeläutete Wochenende.

Elze – Corona macht selbst vor Arbeitskampf-Folklore nicht Halt. Am Freitag, 5. März, folgten Metaller bei Waggonbau Graaff (Elze), Robert Bosch Car Multimedia (Hildesheim), Fuba Automotive (Bad Salzdetfurth) und ZF CV Systems (Gronau, vormals Wabco) dem Aufruf ihrer Gewerkschaft zum Warnstreik. Doch mit Warnwesten, Trillerpfeifen, Fahnen und Megafon bewaffnete Arbeitnehmer, die gemeinsam ihrem Unmut über die Arbeitgeber lautstark Ausdruck verleihen, waren nicht auszumachen – die erste Welle des Warnstreiks schwappt pandemiebedingt als „Frühschluss“ über die Betriebe.

 „Heute legen wir das Ende der Arbeitszeit fest“, beschrieb Mathias Neumann (2. Bevollmächtiger) die coronakonforme Art des Warnstreiks. Bei Graaff bedeutete dies, dass die Beschäftigten der drei Schichten jeweils eine Stunde vor dem regulären Schichtende den Feierabend einläuteten. Von rund 230 Beschäftigten seien rund 90 Prozent bei der Frühschluss-Aktion bei dem Waggonbau-Unternehmen an Bord. Etwa 1 500 Beschäftigte sind es an diesem Tag im ganzen Bereich der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim. 

Die IG Metall wirft der Arbeitgeberseite Blockadehaltung vor. Die vorangegangenen drei Verhandlungsrunden hatten zu keinem Ergebnis geführt. Im Kern fordert die Gewerkschaft vier Prozent mehr Lohn und sichere Arbeitsplätze für die Beschäftigten in der Metall- und Elektro-Industrie.   as

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