Die große Schnellzug-Dampflokomotive 01 150 und der legendäre Fernschnellzug „Rheingold“ machen Halt in Elze

Mit Volldampf: Reisen wie anno dazumal

Mit Volldampf geht es am 10. Oktober mit der großen Schnellzug-Dampflokomotive 01 150 von Elze nach Weimar.

ELZE Im Rahmen einer Sonderfahrt mit der großen Schnellzug-Dampflokomotive 01 150 hält der legendäre „Rheingold“ am Sonnabend, 10. Oktober, in Elze und bietet so die Möglichkeit, das Reisen vergangener Epochen mitzuerleben.

Schon die Fahrt in den außergewöhnlichen Wagen allein ist die Reise wert: Im alten Speisewagen von 1928 herrscht ein besonders gemütliches Ambiente, der Aussichtswagen von 1962 bietet aus seiner verglasten Aussichtskuppel bisher nicht gekannte Blicke auf die Strecke und die vorbeiziehenden, sich abwechselnden Landschaften. Nach langer Restaurierung kommt nun auch der sogenannte „Buckel-Speisewagen“ von 1962 zum Einsatz und ermöglicht das Reisen in den 1960er-Jahren nachzuerleben. Verstärkt wird der Rheingoldzug durch klassische, nicht weniger komfortable Schnellzugwagen der 60er- und 70er-Jahre.

170 Tonnen schwer

Die imposante, rund 170 Tonnen schwere und 120 Stundenkilometer schnelle Dampflokomotive 01 150 wurde 1935 bei Henschel in Kassel erbaut und lief bei der ehemaligen Deutschen Bundesbahn vor schweren Schnellzügen bis 1973. Durch einen Privatmann wurde sie vor dem Schneidbrenner gerettet und 1985 zum 150-jährigen Jubiläum wieder in Betrieb genommen. 2005 erlitt sie schwere Schäden beim Brand des Lokschuppens des DB Museums in Nürnberg, wurde aber durch unermüdliche Eisenbahner wieder repariert und bereichert nun wieder seit 2013 die deutsche Museumsbahnszene.

Ursprünglich führte die Route des „Rheingold“ von Hoek van Holland durchs Niederrheingebiet und dem romantischen Rheintal bis nach Basel in die Schweiz. Von 1928 bis Anfang der 1980er Jahre war dieser Zug der Inbegriff modernen Reisens auf der Schiene. Heute fährt der Zug, von dem einige originale Wagen bis heute erhalten geblieben sind, im Nostalgieverkehr nicht nur für Eisenbahnfreunde. Der Verein „Freundeskreis Eisenbahn Köln“ kümmert sich liebevoll um die „Schätze“ von 1928 und um die „moderneren“ Wagen aus den 1960er-Jahren.

Ziel der Sonderfahrt ist die kulturell besonders interessante Stadt Weimar in Thüringen. Hier ist der weithin bekannte Zwiebelmarkt ein echtes Highlight. Seit etwa 1653 hat dieser sich zu einem der beliebtesten Volksfeste Thüringens entwickelt. Mit Livemusik, Gauklern und der „Zwiebelmarktkönigin“ ist für ausreichend Abwechslung während des rund sechsstündigen Aufenthalts gesorgt. Wer noch mehr Interesse an Eisenbahnen hat, der ist beim Herbstfest des Thüringer Eisenbahnvereins am alten Lokomotivschuppen in Weimar bestens aufgehoben.

Abfahrt am 10. Oktober in Elze ist gegen 6.45 Uhr, weitere Zustiege sind in Alfeld 7.05 Uhr und Kreiensen 7.20 Uhr. Gegen 21.55 Uhr wird der Sonderzug am Abend zurück in der Saalestadt erwartet. Ausführliche Informationen zur Fahrt der Arbeitsgemeinschaft „Nostalgiezugreisen“ und Fahrkartenbestellungen sind telefonisch unter 02041/3484668 oder unter www.nostalgiezugreisen.de zu erhalten. Die Fahrkarten kosten im Schnellzugwagen für Erwachsene 109 Euro (Hin- und Rückfahrt), für Kinder von vier bis 16 Jahren 89 Euro. Die Fahrkarten der Rheingoldwagen kosten je nach Kategorie 169 bis 219 Euro pro Person inklusive Frühstück und einem Drei-Gang-Abendessen.

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