Martin Rieck sitzt für Karl-Heinz Bothmann in Hildesheim / Jugendhilfe Schwerpunkt des Anwalts

Der vierte Elzer im Kreistag

Vierter Elzer im Kreistag: Als Nachrücker sitzt seit Dezember der Anwalt und Notar Martin Rieck für die SPD im Kreistag. Foto: Appel

ELZE Ein bisschen wie „die Jungfrau zum Kinde“ sei er ja schon zur neuen Aufgabe gekommen, sagt Martin Rieck und schmunzelt. „Zwar hatte ich in der Zeitung die Vorgänge rund um Karl-Heinz Bothmann in Nordstemmen gelesen. Aber dass ich Nachrücker bin, das war mir dabei nicht mehr so geläufig“, so das neue Mitglied des Kreistages.

Zur Erinnerung: Im Zuge der Debatte um seine Nicht-Entlastung durch den Gemeinderat in Nordstemmen legte der frühere Bürgermeister Nordstemmens, Karl-Heinz Bothmann, sein Mandat im Kreistag in Hildesheim nieder. Nachfolger des einstigen stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden ist Martin Rieck. Somit sind mit dem Nachrücker der SPD, seinem Parteifreund Wolfgang Thiesemann, der CDU-Abgeordneten Freifrau Birgit von Cramm und Ulrich Bantelmann von der Unabhängigen Wählergruppe vier Sitze in Hildesheim an Abgeordnete aus Elze vergeben.

„Die Wahl 2011 ist ja doch schon lang her. So war ich durchaus überrascht, als Senftleben anrief“, berichtet Rieck von dem Moment, als SPD-Fraktionsgeschäftsführer Volker Senftleben anfragte, ob er als Nachrücker zur Verfügung steht. In der Kürze der Zeit stellte sich Rieck für das Mandat zur Verfügung. „Auch wenn ich noch nicht bei allem so richtig auf dem Stand bin“, so Rieck. Klar, die großen Themen wie die Verhandlungen um eine Fusion mit dem Landkreis Peine sowie die Debatten um die Finanzen seien ihm durch Presseberichte bekannt. Darüber hinaus hat er sich nun mit „viel Papier“ eingedeckt, um sich in die für ihn wesentlichen Bereiche einzulesen beziehungsweise – so weit die Zeit es zulässt – darüber hinaus „querzulesen“. In der Dezember-Sitzung des Kreistages wurde der Anwalt aus Elze schließlich als neuer Abgeordneter verpflichtet. Zugleich wurde er im Rahmen der Umbesetzung der Ausschüsse in den Jugendhilfeausschuss gewählt. „Mit dem Jugendhilfeausschuss habe ich den für mich naheliegendsten Ausschuss gewählt“, begründet Rieck. So habe er aufgrund der Tätigkeit seiner Frau im Feld der Tagespflege Erfahrungen und Einblicke in die Problematiken dort. „Beruflich bedingt habe ich viel Kontakt mit dem Jugendamt und anderen Einrichtungen“, erläutert der Jurist, der sich vor allem auf das Familienrecht sowie die Tätigkeit als ADAC-Syndikusanwalt und Notar spezialisiert hat. So habe er durch seinen Beruf Einblick in die Problemfelder im Sozialbereich und erachte insofern Prävention und Förderung als wichtige Themen. „Vieles im Sozialbereich kostet zwar Geld, das sich erst auf lange Sicht wieder einspielt.“ Doch dort zu sparen wäre ein Sparen an der falschen Stelle.

Zur Wahl 2011 angetreten sei er damals, weil er seine Lebenserfahrung gern einbringen wollte. Auf kommunalpolitische Erfahrung blickt das langjährige SPD-Mitglied nicht. „Beruf, Familie und Kommunalpolitik wären zeitlich nur schwer zu vereinbaren gewesen“, so Rieck. Der 57-Jähirge ist Vater eines 15-jährigen Sohnes. Darüber hinaus betreut er in seiner Freizeit als Trainer eine Volleyball-Frauenmannschaftin Hannover.

„Mal schauen, was leistbar und sinnvoll ist und ob es mit der SPD-Fraktion passt“, sagt Rieck in Sachen Perspektive. Denn im kommenden Jahr läuft die Wahlperiode der jetzigen Besetzung des Kreistages ab. Je nach den Erfahrungen bis dahin wolle er dann entscheiden, ob er es noch einmal mit einer Kandidatur probiert. „Wenn alles stimmt, dann kann man darüber nachdenken. Klar ist: Ich habe nicht vor, im Amt zu ergrauen“, sagt er und ergänzt: „Zudem liegt ja nicht alles bei einem selbst. Der mündige Bürger hat das letzte Wort.“

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