Sorsums Ortsvorsteher Albert Wille im LDZ-Gespräch / Neugestalteter Platz mit winzigem Makel

Viele Ideen für ein schöneres Dorf

Sorsum Ortsvorsteher Albert Wille findet die neue Dorfmitte sehr gelungen. Einziges Manko: Beim Wartehäuschen der Bushaltestelle wurden Sitzgelegenheiten vergessen. Wille hofft, dass in diesem Jahr Abhilfe geschaffen wird. Foto: Appel

SORSUM „Es ist schön geworden. Sauberer als vorher. Einfach nicht mehr so ein Schandfleck“, sagt Albert Wille. Der Ortsvorsteher von Sorsum äußert sich im Jahresgespräch der LDZ durch und durch positiv zur neugestalteten Dorfmitte. Die Einweihung des Platzes war mit ein Höhepunkt in der Ortschaft in den zurückliegenden zwölf Monaten.

Wenngleich die meisten Arbeiten bereits 2013 über die Bühne gingen, so erfolgte im März vergangenen Jahres die offizielle Einweihung. Eine neue Pflasterung, eine altersgerechte und barrierefreie Bushaltestelle, der ehemalige Trafo-Turm des Überlandwerks mit Stromanschlüssen und einer Beleuchtung, einer Bepflanzung mit Wildwein, der später noch die Mauern hochranken wird... – der Platz wirkt einladend, um dort künftig Feste zu feiern. „Das sieht wirklich wunderbar aus“, betont Wille. Doch von einem Wermutstropfen berichtet er dann doch: Irgendwie wurde vergessen, das Wartehäuschen mit einer Sitzgelegenheit auszustatten. „Zwei, drei ältere Damen, die regelmäßig mit dem Bus fahren, haben mich darauf hingewiesen. Ich bin mir sicher, dass wir das auch noch hinkriegen“, sagt Wille und hofft auf Unterstützung vom städtischen Bauhof oder auf Eigeninitiative der Sorsumer.

Wenngleich mit der neuen Dorfmitte ein wichtiger Beitrag zu einem schöneren und lebenswerten Sorsum geleistet ist – die eine oder andere Verbesserungsmaßnahme im Dorf ist in der Zukunft noch denkbar. „Ideen haben wir immer noch genug“, sagt Wille. So schwebt dem Ortsvorsteher ein Schaukasten „mit hübschem Ziegeldach“ vor, der neben dem Wartehäuschen die anstehenden Terminen preis gibt. Ein barrierefreier Zugang zur Kappelle steht ebenso auf der Wunschliste der Sorsumer.

Ein großes Thema in Sorsum ist und bleibt die Ortsdurchfahrt. Die Seitenräume der Kreisstraße seien abgesackt und von Schlaglöchern durchsiebt. „Die Anlieger kommen schlecht aus den Einfahrten. Ich hoffe, dass in diesem Jahr in Sachen Straßensanierung etwas passiert und die Seitenräume gleich mitgemacht werden“, so Wille.

Unzufrieden sind die Sorsumer laut Wille zudem mit der Pflege der Straße. „Ich werde oft von Anwohnern angesprochen, dass rechts und links das Grün wuchert“, so Wille. So habe die Straßenmeisterei von März bis Dezember nicht gemäht, was beispielsweise auch beim Umzug zur Feier des 80. Geburtstages der Feuerwehr „unschön“ war. „Es geht ja auch um den Eindruck, den Ortsfremde an so einem Tag gewinnen.“

80. Geburtstag

Apropos Feuerwehrfest: „Es ist wirklich wunderbar gelaufen“, zieht Wille ein positves Fazit zum zweiten großen Highlight des vergangenen Jahres – der Feier zum 80-jährigen Bestehen der Feuerwehr Sorsum-Wittenburg. Wenngleich es viel organisatorische Arbeit im Vorfeld bedeutet habe, so sei die Feier in Willes Scheune mit mehr als 500 Besuchern „wunderbar“ gelaufen. Nur ein Detail ist dem Ortsvorsteher und CDU-Ratsherrn Wille unangenehm aufgefallen: „Ich habe mich ein bisschen geärgert, dass beim Festumzug nur ein Ratskollege da war.“

Wie wichtig die Feuerwehr für Sorsum ist, betont Wille deutlich: „Die Feuerwehr und das DRK halten hier in Sorsum das Gemeinschaftsleben hoch.“

Wichtig für die Zukunft des Dorfes sei, „junge Leute zu halten, wenn möglich neue zu gewinnen und zu integrieren.“ Ein wesentlicher Baustein dabei sei neben einer intakten Infrastruktur der Kindergarten. „Er ist das einzige, was wir in Sorsum noch haben. Durch ihn kommen auch mal Jüngere nach Sorsum“, so Wille. Die Angst um den Fortbestand des städtischen Kindergartens habe man in Sorsum „immer irgendwie im Hinterkopf“. Zwar müsse am Gebäude irgendwann einmal „sicher etwas gemacht werden, aber die Kinder, Eltern und Mitarbeiter sind zufrieden.“ In Sachen Lebensqualität merkt Wille zudem an, dass er einer möglichen Suedlink-Trasse in der Nähe der Ortschaft kritisch gegenüber stehe. „Wir sind schon durch die anderen KV-Leitungen stark belastet.“

„Wenn sich keiner darum schlägt, lasse ich mich nochmal aufstellen“, erläutert Albert Wille mit Blick auf die Kommunalwahl 2016. Ebenso würde er sich erneut als Ortsvorsteher zur Verfügung stellen. Doch bis dahin steht noch ein interessantes Jahr in Sorsum an. Wenngleich die ganz großen Höhepunkte diesmal rar gesät sind, so steht etwa mit einer Drei-Tagesfahrt der Feuerwehr ein kleineres Highlight an. Außerdem: „Vielleicht schaffen wir es ja, am neuen Dorfplatz im Sommer ein Grillen ins Leben zu rufen, damit die Dorfgemeinschaft mal wieder zusammenkommt.“

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