48-Jähriger kandidiert nicht mehr für den Vorsitz des Elzer Gewerbevereins / Nachfolger gesucht

VHHG-Chef Hümpel hört auf

Änderungen im Elzer VHHG-Vorstand zeichnen sich ab (v.l.): Vorsitzender Holger Hümpel und Kassenwartin Bianca Saschenbrecker stehen bei den Wahlen nicht mehr zur Verfügung, auch Cordula Kaupa wird nicht mehr assistieren. Astrid Stichweh-Lange hat ihr weiteres Mitwirken signalisiert.

ELZE Alles hat seine Zeit, auch der Austausch von Vorstandsmitgliedern in Vereinen: So nüchtern sieht es Holger Hümpel, der bei der nächsten Jahreshauptversammlung im Frühjahr nicht mehr als Vorsitzender des Elzer Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe (VHHG) zur Verfügung stehen wird. „Das Ganze geschieht aber nicht im Groll, sondern aus beruflichen Gründen“, stellt Hümpel klar, der sein Kürzertreten schon öfter angekündigt hatte, es jetzt aber durchziehen will. Das gilt auch für Bianca Saschenbrecker, die ihren Posten als Kassenwartin abgibt.

Holger Hümpel hatte im Jahr 2008 die Funktion des VHHG-Vorsitzenden von Harald Huke übernommen. Außerdem ist Hümpel Schriftführer des Gewerbevereins. Auch den Posten wird er bei der Jahreshauptversammlung zur Verfügung stellen. Wie der VHHG-Chef im Rückblick-Gespräch mit der LDZ mitteilte, habe er bereits im Weihnachtsbrief an die Mitglieder und Förderer mitgeteilt, dass es im Jahr 2015 mehrere Veränderungen geben werde. „Es wäre schön, wenn sich der eine oder andere im Vorstand des VHHG engagieren würde. Denn ein Verein braucht nun einmal einen Vorstand...“ heißt es im Schreiben, das vom Vorsitzenden, von seiner Stellvertreterin Astrid Stichweh-Lange und Bianca Saschenbrecker unterschrieben wurde.

„Zu der Zeit, als ich den Vorsitz übernommen hatte, war meine Schwester Hella Person noch Kassenwartin. Sie hat großen Anteil daran, dass ich die Aufgabe wahrgenommen habe, obwohl ich keine direkten Kunden in der Stadt habe. Die Posten im Vorstand sollten diejenigen Geschäftsleute oder Gewerbetreibenden aus Elze übernehmen, die mehr davon haben“, hofft Hümpel, dass sich bis zur Jahreshauptversammlung im März (ein genauer Termin steht noch nicht fest) jemand findet. Der 48-Jährige werde sich zurückziehen, weil er beruflich immer mehr gefordert werde: Hümpel besitzt die Firmen Elektramation eK und Elektramation Service GmbH in Elze, hinzu kommt eine Außenstelle mit Werkstatt in Braunschweig. „Ich gehe davon aus, dass es keine Parallele zu Nordstemmen geben wird, wo die Auflösung des Gewerbevereins droht, wenn niemand für die Aufgaben im Vorstand gefunden wird“, so der Elzer VHHG-Vorsitzende.

Im Gegenteil: „Das könnte der Anstoß für einen Neubeginn mit neuen Strukturen sein“, wünscht sich Hümpel. Dabei denkt er auch an die „Z-Generation“, an diejenigen, die sich heimatverbunden fühlen und Interesse haben, in der Nähe des Elternhauses zu leben und zu arbeiten. Im Vergleich dazu hätte die „Y-Generation“ Wert auf einen Auslandsaufenthalt im Rahmen der Berufsausbildung gedacht.

Auch Bianca Saschenbrecker gibt ihren Posten als Kassenwartin ab. „Meine Selbstständigkeit baut sich aus, da bin ich immer mehr gefordert. Es hat zwar Spaß gemacht im VHHG-Vorstand, aber nach vier Jahren ist jetzt Schluss. Es muss einfach mal ein Wechsel stattfinden, ich hoffe, dass sich jetzt andere einbringen werden“, sagt die Sorsumerin, die auch noch in anderen Vereinen, wie etwa dem heimischen DRK, engagiert ist.

„Ohne Vorstand geht es nicht, doch die Aufgaben müssen auf mehrere Schultern verteilt werden, es darf nicht alles am Vorstand hängen“, kommentiert Heliastra Beckmann, Mitglied des VHHG Elze und des Gewerbevereins in Nordstemmen, die Entscheidung von Holger Hümpel. Beckmann könne sich eine Kooperation mit den Nordstemmern vorstellen. Überlegungen habe es schon gegeben, doch konkrete Gespräche noch nicht. Auf jeden Fall dürfe man nicht aufgeben, auch wenn es schwierig werde, „Neue“ für den Vorstand in Elze zu finden.

„Ich finde es schade, aber es ist nachvollziehbar, denn er hat einen eigenen Betrieb“, sagt Ulrike Jakuttek-Funda, die selbst auch mal dem VHHG-Vorstand angehört hat, zu der Nachricht, dass der Vorsitzende nicht weitermachen will. „Wir haben das Beispiel Nordstemmen direkt vor Augen, daher mache ich mir schon Sorgen um den Fortbestand des Vereins“, so Jakuttek-Funda, die allerdings hofft, dass es weitergeht.

So sieht es auch Olaf Kasten, aktuell Beirat Handwerk im VHHG Elze. „Es ist zwar schwierig, einen Nachfolger zu finden, aber machbar. Wenn nicht, müssen wir versuchen, Holger Hümpel zum Weitermachen zu überreden, denn es steckt jede Menge Manpower hinter ihm“, so der Fleischermeister.

Ihr weiteres Mitwirken im 1968 gegründeten Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe hat die zweite Vorsitzende des Vereins, Astrid Stichweh-Lange aus Elze, signalisiert. Allerdings nur, wenn ihr Mitstreiter zur Verfügung stehen. „Wir werden uns im Vorstand zusammensetzen und intern beraten“, so Stichweh-Lange.

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