Suedlink: Mögliche BI benennt Anne-Christin Ruhnke-Ladwig als Ansprechpartnerin

„Uns gibt es und wir wollen mitreden“

50 Sehlder kommen zusammen, um Erkenntnisse über zwei geplante Trassen zu erlangen. Ortsvorsteher Christian Kroll zeigt den Suedlink-Trassenverlauf. Fotos: Corcilius

SEHLDE In Sehlde hat die Informations- und Auftaktveranstaltung zur Bildung einer Bürgerinitiative (BI) stattgefunden, die sich gegen zwei große Bauvorhaben wehrt, beziehungsweise gegenüber den Planern deutlich machen will: „Uns gibt es, wir sind da und wir wollen mitreden.“

Die Sehlder könnten gleich zweifach betroffen sein. Da ist zunächst einmal die geplante 500kV-Stromtrasse Suedlink, die über Sehlder Gebiet hinweggeführt werden könnte, wenn die bevorzugte Planung der TenneT umgesetzt werden sollte. Und es wurden kürzlich Planungen der „K+S Kali GmbH“ bekannt, die eine Pipeline zum Abtransport der Salzlauge in die Nordsee legen will (die LDZ berichtete). Beide Leitungen, die eine durch die Luft, die andere durch die Erde, könnten „Sehlde abschneiden“, wie Ortsvorsteher Christian Kroll erklärte. Was da auf sie zukommen könnte, beunruhigt die Dorfbewohner in vielfacher Hinsicht. So fanden sich etwa 50 Personen im Schützenhaus ein, die der Initiative von Anne-Christin Ruhnke-Ladewig und Kroll gefolgt waren, um Informationen auszutauschen, Bedenken zu formulieren, eine gemeinsame Vorgehensweise zu erörtern und schließlich jemanden zu finden, der die weiteren Schritte zur Bildung der BI und eventuell zur Gründung eines Verein koordiniert und konkrete Aufgaben übernimmt.

Die Kali-Pipeline würde unter den Sehlder Wiesen (Sehlder Bruch) verlegt. Dieses größte zusammenhängende Niedermoor im Landkreis Hildesheim ist Landschaftsschutzgebiet. Das Grundwasser müsste auf ein Niveau 50 Zentimeter unterhalb der untersten Baumassnahme abgesenkt werden. Die Dorfbewohner fürchten im schlimmsten Fall, dass dadurch das Moor trocken fallen und die Vogelwelt Schaden nehmen könnte.

In der Diskussion um die Stromleitung wurden viele Ängste deutlich: „Die Gesundheitsgefährdung bezüglich der Stromtrassen ist noch überhaupt nicht erforscht“, erklärte Ruhnke-Ladwig, deren Sohn eine schwere Erkrankung hat: „Wenn die Trasse kommt, müssen wir hier wieder wegziehen.“ Ein anderer Diskussionsteilnehmer äußerte: „Keiner wird mehr hierher ziehen wollen. Die Grundstückspreise werden sinken.“ Über das Prozedere beim Vorgehen zur Gründung einer BI informierte Kerstin Lauenstein, die damit gerade für den Erhalt der Mehler Grundschule Erfahrungen gemacht hat. Da Christian Kroll keine weiteren Ämter mehr übernehmen kann und Anne-Christin Ruhnke-Ladwig wegen ihres Sohnes nicht als zuverlässige Vorsitzende in Frage kommt, haben sich die Anwesenden zunächst darauf geeinigt, dass sie eine Bürgerinitiative bilden werden und Ruhnke-Ladwig zunächst als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht, um Adressen von weiteren Inte-ressierten zu sammeln und die nächsten Termine zu koordinieren. Ihre E-Mail-Adresse lautet: acruhnke@gmailcom. Im Anschluss an die Veranstaltung hat sich bisher schon eine Handvoll Teilnehmer gefunden, die bereit sind, sich verbindlicher zu engagieren, auch was eine mögliche Vereinsgründung betrifft. uc

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