Nach dem Brand auf Feld bei Esbeck: Maschinen fehlen bei Strohernte / Pferdebetrieb auf Sonnenhof geht normal weiter

Vom Traktor bleibt nur das Gerippe

Totalschaden: Vom Traktor der Familie Distel aus Esbeck bleibt nach dem Brand während der Strohernte auf dem Feld nichts weiter übrig als ein verkohltes Gerippe. Auch die Strohballenpresse kann nicht mehr eingesetzt werden.

ESBECK  Der erste Schock sitzt tief bei der Familie Distel vom Sonnenhof in Esbeck. „Unfälle mit Feuer sind erstmal sehr erschreckend“, sagt Constanze Distel. „Ein Glück, dass niemand zu Schaden gekommen ist.“ Bei diesen Worten denkt sie vor allem an ihren Mann Wolfgang. Dieser saß in dem Moment auf dem Traktor, als die landwirtschaftliche Maschine vor wenigen Tagen auf einem Feld nahe Esbeck urplötzlich in Flammen aufging (die LDZ berichtete).

„Das war wie eine Explosion“, berichtet Constanze Distel vom Geschehen. Mit einem Knall platzte der Hydraulikschlauch. Über weite Teile des Traktors verteilte sich Öl, das blitzschnell in Flammen aufging – und mit ihm das Gefährt selbst. „Die Flammen schlugen direkt hoch zur Windschutzscheibe. Glücklicherweise war es eine ganz gute Fahrerkabine. Und zum Glück ist mein Mann beim Sprung vom Traktor nicht gestürzt oder ähnliches“, ist Contanze Distel die Erleichterung über die Unversehrtheit des Gatten noch immer anzumerken. Nichtsdestotrotz: Für den Familienbetrieb bleibt der Unfall nicht ohne Folgen. Es ist Erntezeit. Und für den Pferdehof somit die Zeit, in der das Stroh eingebracht werden muss. Wolfgang Distel war gerade damit beschäftigt, Stroh mittels der Presse aufzunehmen als die Zugmaschine Feuer fing. Auch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte nicht verhindern, dass Schlepper samt Presse zerstört wurden. „Der Schlepper ist nur noch ein schwarzes Gerippe“, beschreibt Distel den Totalschaden.

Und beide landwirtschaftliche Maschinen fehlen den Betreibern des Sonnenhofes nun. So kommt der Traktor etwa bei der Pflege in der Reithalle zum Einsatz. Die Hauptsorge gilt derzeit jedoch der Strohernte. „Das Zeitfenster für das Stroh ist eng“, beschreibt Distel. Das Stroh muss trocken gepresst. Wird es feucht, leidet die Qualität. Doch für die Pferdehaltung ist gutes Stroh Gold wert. Es wird nicht nur zur Einstreu verwendet, sondern ist Bestandteil des Speiseplans der edlen, aber sensiblen Vierbeiner. Ein weiteres Grundnahrungsmittel ist zudem Heu, das ebenfalls mittels der Presse geerntet wird. Rund die Hälfte der Strohernte haben die Distels bereits im Trockenen.

Für die andere gilt: „Die Ballen müssen eingebracht werden.“ Womöglich müssen die Distels diese Arbeit nun an ein Lohnunternehmen vergeben. Und da man einen Traktor in der Regel mal nicht eben aus der Portokasse finanziert, sei alternativ ein Leih-Traktor und das Entleihen einer Presse denkbar.

Klar ist: Beide Varianten verursachen Kosten die vermutlich nicht von der Versicherung übernommen werden. „Beim Schaden am Auto bekommt man einen Leihwagen. In der Landwirtschaft ist das leider nicht so“, beschreibt Distel. Zwar sei der Sachverständige der Versicherung schon vor Ort zur Begutachtung gewesen. Doch bis der Vorgang bearbeitet ist, könne noch Zeit ins Land verstreichen. „Wir sind jetzt viel am Telefon und mit Unterlagen wälzen beschäftigt“, so Constanze Distel. Zusätzlich für Aufregung sorgte zudem die Entsorgung von rund drei Tonnenverunreinigtem Ackerboden, die schon am Tag nach dem Brand organisert werden musste. Dankbar ist Distel den Helfern während und im Anschluss des Brandes. „Dank des Eingreifens eines Landwirtes ist glücklicherweise nicht auch noch das ganze Feld abgebrannt.“ Zudem stellte der Landhändler zunächst einen Traktor zu Verfügung. „Und ein Bauer presste das unfertige Stroh auf dem Feld.“ Und noch ein Trost: „Der Pferde-Betrieb läuft ganz normal weiter.“

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