Elzer bringen ihr Schnittgut sogar mit dem Fahrrad und dem Handwagen zum Wertstoffhof

Tonnenweise Grünschnitt

Mit dem Fahrrad: Stefan Rahe balanciert acht Fuhren zum Elzer Wertstoffhof.

ELZE Gegen 10.30 Uhr sind die Pressmüllfahrzeuge des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH), die sonst für die Abfuhr von Sperrmüll- und gelben Säcken verwendet werden, etwa zur Hälfte mit Grünschnitt gefüllt. Einmal im Jahr nimmt der kommunale Hildesheimer Abfallentsorger im Rahmen seiner Herbstaktion auch in Elze kostenlos Baum- und Strauchschnitt entgegen.

Drei Fahrzeuge stehen auf dem Wertstoffhof an der Bahnhofstrasse, ein viertes sammelt den Grünschnitt gegen Bezahlung direkt bei den Kunden ein, die nicht selber anliefern können. „Heute nehmen wir nur Grünschnitt an. Die anderen Container sind verschlossen. Aber es ist nicht so viel los. Wenn es so weitergeht, kriegen wir kein einziges der drei Autos voll“, stellt ZAH-Mitarbeiter Alexander Lind fest. Ein Fahrzeug fasst sieben bis acht Tonnen, was etwa 20 Kubikmeter gepressten Materials entspricht. Theoretisch könnten also nach Ende der Öffnungszeit um 13 Uhr ungefähr 21 bis 24 Tonnen zum Kompostwerk abgefahren werden, aber es werden voraussichtlich nur 15 bis 18 Tonnen zusammen kommen. Gegen elf Uhr wird der Andrang größer. Sechs Autos stehen Schlange, die Wartezeit dauert keine fünf Minuten. Um Wendemanöver zu verhindern, ist das Tor zur Sophienstraße geöffnet, so können die Fahrzeuge geradeaus durchfahren.

„Letzte Woche war ich beim Kompostwerk in Hildesheim, aber da waren zwei Stunden Wartezeit. Da bin ich wieder weggefahren“, erzählt Monika Tindale aus Sorsum. Sie hat den Kofferraum ihres Kleinwagens vollgepackt und muss noch weitere zwei Mal fahren, um alles zu entsorgen, was sie in ihrem 1 315 Quadratmeter großen Garten geschnitten hat. Nicht alle bringen ihre Gartenreste so vorbildlich gebündelt und mit Naturmaterialien fixiert wie Familie Sandmann, die ihre Hecke entfernt hat und einen ganzen Anhänger voll von nicht kompostierbaren Koniferenresten ablädt.

Wer nicht über einen Anhänger verfügt, hat die Pflanzenreste in Säcken verpackt direkt in sein Auto geladen oder auf das Dach gehievt. Alexander Lind und seine Kollegen Andreas Walder und Nils Cartschau packen überall mit an und kehren die Reste auf dem Boden gleich zusammen. Und wer sein Auto schonen will oder keines besitzt, setzt seine Körperkraft zum Transport ein und zieht einen Handwagen, schiebt eine Schubkarre oder tritt in die Pedale. So Stefan Rahe, der sich freut, dass es nicht regnet, denn er balanciert wie jedes Jahr die maximal zwei Meter langen Zweige auf seinem Lastenfahrrad vor sich her: „Das ist praktisch und das Auto bleibt sauber. Ich liebe dieses Fahrzeug. Das trägt 100 Kilogramm. Ich wiege nur 70 Kilo, das heißt, ich kann 30 Kilo Gehölz mitnehmen.“ Acht Fuhren fährt er an diesem Vormittag, wobei knapp 240 Kilo zusammenkommen. Auch Sawic Tonic hat das Fahrrad genommen und zieht den Grünschnitt auf den Anhänger. „Ich muss mit dem Rad kommen, weil ich kein Auto habe“, lacht er und startet zur nächsten Runde.

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