Vortrag beim Elzer Bauausschuss / Mögliche Änderung der städtischen Verordnung soll erst in den Fraktionen beraten werden

Tierheime überfüllt: Katzen kastrieren?

Geben nicht auf: Beate und Andreas Rohde vom Elzer Tierschutzverein sind für eine allgemeine Kastrationspflicht von Katzen. Darüber wird jetzt in den Fraktionen beraten. Foto: Kuhlemann

ELZE Enttäuscht verließen Beate und Andreas Rohde vom Tierschutzverein Elze die Sitzung des Elzer Ausschusses für Bau- und Ordnungswesen, denn sie hatten sich eine schnellere Entscheidung in Sachen „Kastrationspflicht von Katzen“ gewünscht. Doch stattdessen einigte sich das Gremium darauf, eine von den Tierschützern angeregte Änderung der Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung der Stadt Elze zur Beratung in die Fraktionen zu verweisen.

Das Ehepaar Rohde war stellvertretend für Delegierte des Hildesheimer Tierschutzvereins in den Sitzungssaal gekommen, um die Ausschussmitglieder über das Thema aufzuklären. „Die Problematik liegt darin, dass das Tierheim in Hildesheim überfüllt ist und daher keine Katzen mehr aufnehmen kann, allein im vergangenen Jahr sind 170 Katzen abgegeben worden“, sagte Andreas Rohde, der eine generelle Kastrationspflicht und Kennzeichnungspflicht für notwendig hält. So könne man Fundtiere besser an ihre Halter zurückführen. Die Gefahr der Überpopulation sieht der Duinger in den wild lebenden Katzen, die herumstreunen. „Wenn sie nach sechs Monaten geschlechtsreif sind, können sie dreimal im Jahr drei bis sechs Junge bekommen“, informierte Rohde. Das Problem seien nicht nur die vielen Vierbeiner, sondern auch die Krankheiten wie Katzen-Aids und Würmer, die auf Menschen übertragen werden könnten, zumindest von den wild lebenden Tieren, nicht aber von geimpften Hauskatzen.

In den vergangenen zwei Jahren hätten die Rohdes zirka 50 Katzen nach privaten Hinweisen aufgenommen und dem Tierheim übergeben, davon im vergangenen Jahr 25 aus Wülfingen. Michael Röver (Gruppe UWE, CDU und Grüne) hält eine Kastration grundsätzlich sachlich für richtig, doch es würde schwierig sein, das zu kontrollieren, daher sollte man überlegen, es zur Pflicht zu machen. Die Kosten dafür belaufen sich nach Auskunft von Beate Rohde bei 25 Euro bzw. 80 Euro. Die Tierschützerin zeigte sich enttäuscht darüber, dass am Sitzungsabend noch keine Entscheidung getroffen wurde, signalisierte aber, dem Gremium jederzeit für Beratungszwecke zur Verfügung zu stehen.

Ebenfalls einstimmig zur Beratung in die Fraktionen verwiesen wurde das Thema „Öffentliche Toiletten am Rathaus“: Unter anderem soll noch die Barrierefreiheit geprüft werden.

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