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Vom Streichkandidaten an die erste Stelle

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Einwohner Esbecks machen ihrem Ärger darüber Luft, dass an der Haltestelle „Esbeck-Ort“ bisher keine Überdachung für wartende Kinder geschaffen ist. Der seit Monaten schwelende Konflikt vermengt sich im Ausschuss mit der Beratung zu den Plänen, Elzes Haltestellen barrierefrei zu gestalten. Fotos: Appel
Einwohner Esbecks machen ihrem Ärger darüber Luft, dass an der Haltestelle „Esbeck-Ort“ bisher keine Überdachung für wartende Kinder geschaffen ist. Der seit Monaten schwelende Konflikt vermengt sich im Ausschuss mit der Beratung zu den Plänen, Elzes Haltestellen barrierefrei zu gestalten. Fotos: Appel

Elze „Gibt es in Elze Bürger erster und zweiter Klasse? Denn dieser Eindruck kommt in Esbeck auf, wenn man sieht, was kurze Zeit in Esbeck stand und im Vergleich dazu in Elze alles gebaut wird“ – Acht Einwohner Esbecks machten in der Einwohnerfragestunde ihrem Ärger darüber Luft, dass an der Haltestelle „Esbeck-Ort“ (Zum Silberacker/Sonnenbergstraße) bisher keine Überdachung für wartende Kinder geschaffen worden ist. Mehr noch: Sie fürchten, dass der Haltepunkt künftig gänzlich von der Bildfläche verschwindet.

Ausführlich erklärten die Esbecker, wie wichtig die Haltestelle für die Ortschaft sei. Eine Bushaltestelle sei Bestandteil der Daseins-Vorsorge, argumentierten sie. „Ihre Pflicht als Bürgermeister ist, dafür einzutreten, dass die Haltestelle erhalten bleibt“, wurde gefordert.

Wohin mit dem Antrag?

Schnell wurde deutlich, dass sich die Frage, welche Bushaltestellen in der Einheitsgemeinde barrierefrei ausgebaut werden können mit dem seit Monaten schwelenden Konflikt um ein Wartehäuschen an der Esbecker „Problem“-Haltestelle vermengte. „Ich sehe unseren Antrag eigentlich nicht im Rahmen des barrierefreien Ausbaus. Das Thema ist, ob eine Überdachung möglich ist“, sprach sich Michael Röver von der Unabhängigen Wählergruppe (UWE) dafür aus, den von seiner Fraktion gestellten Antrag (die LDZ berichtete) gesondert zu klären. Nach einigem Hin und Her war man schließlich im Ausschuss auf den Nenner gekommen, die Frage zur Esbecker Haltestelle doch im Rahmen des „Barrierefrei“-Topics zu behandeln, wobei vor allem Röver im Auge behielt, dass Esbeck nicht „hinten runter fällt“.

Und so kam es, wie es kommen musste: Nachdem Fachdienstleiter Andreas Fromme ausführlich die ersten Eindrücke zu den einzelnen Bushaltestellen in Elze bezüglich der Möglichkeiten eines barrierefreien Ausbaus vorgestellt hatte – und sich die Ausschussmitglieder im Großen und Ganzen einig waren, dass der Weg bestritten werden soll, mit Leuten vom Fach die Planungen und eine Prioritätenliste in Angriff zu nehmen, stolperte man wieder über die Frage, was in Esbeck zu tun sei.

Aussteigehaltestelle

Dass laut RVHi die Haltestelle seit dem vergangenen Jahr nur noch als Aussteigehaltestelle diene und einzig ein Schulbus in Richtung Gronau als Zusteigefahrt „Esbeck-Ort“ bediene, sei der Grund für den Plan gewesen, dort nicht auszubauen, erläuterte Pfeiffer.

Unabhängig von der Frage der Barrierefreiheit machten sich sowohl die UWE wie auch die Sozialdemokraten dafür stark, dort einen Wetterschutz zu schaffen. Reiner Jäkel (SPD) schlug entsprechend vor, dass die Fachleute eine Lösung für Esbeck mitüberprüfen könnten. „Die Planungsfirma sollte als erstes in Esbeck gucken“, griff SPD-Ratsherr Wolfgang Thiesemann diese Idee auf. „Wenn wir einen Wetterschutz schaffen, werfen wir ja kein Geld weg. Wir sollten die Kinder nicht im Regen stehen lassen“, so der Mehler. „Nur weil es jetzt nur für den Schülertransport ist, heißt das ja nicht, dass es immer so bleibt. Wenn die Haltestelle erst einmal abgebaut ist, kommt sie nie wieder“, betonte Röver, dass man bemüht sei, die Ortschaften für Familien mit Kindern attraktiv zu halten.

Kurzum: Einstimmig wurde der zweite Teil des Beschlussvorschlags, wonach die Bushaltestelle in Esbeck nicht weiter ausgebaut wird, gestrichen. Vielmehr ergänzt jetzt der Zusatz, dass die Fachleute im Zuge der Barrierefrei-Planung die Haltestelle Esbeck-Ort vorrangig in Augenschein nehmen sollen, die Beschlussempfehlung des Ausschusses.

Übrigens: Die Anfeindungen der Esbecker gegen die Verwaltung bezüglich des zwischenzeitlich am Rande der Haltestelle auf- und wieder abgebauten Unterstands (die LDZ berichtete) wollten die Kommunalpolitiker fraktionsübergreifend nicht unterschreiben. Im Gegenteil: Sie würdigten den Versuch, schnell eine Abhilfe zu schaffen. „Dies als Karnickelstall zu bezeichnen, ist eine Frechtheit“, betonte etwa CDU-Ratsherrin Freifrau Birgit von Cramm. „Es war eine einfache Bauweise, aber eine Sofortmaßnahme.“

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