Vierjähriger aus Elze an Krebs erkrankt / Familie und Freunde bereiten Mohammed Amin Nachmittag, der Mut macht

Das stille Hoffen auf ein Wunder

Mohammed Amin in den Armen seiner Mutter Imen Ben Amor. Beide haben schwere Monate hinter sich.

ELZE Fröhlich tapst der kleine Mohammed Amin über den grünen Rasen. In der linken Hand ein kleines, rotes Feuerwehrauto. Das Gefährt ist der ganze Stolz des kleinen Jungen, der vor wenigen Tagen seinen vierten Geburtstag feierte. „Mir geht es gut“, sagt er jedem, der ihn nach seinem Befinden fragt. Und es fragen viele nach seiner Gesundheit. Denn dass der kleine Junge mit den strahlenden Augen so unbeschwert im Freien mit seinem Feuerwehrauto spielen, mit anderen Kindern Zeit verbringen und munter die Welt entdecken kann, ist alles andere als selbstverständlich.

Mohammed Amin hat Krebs. Noch vor wenigen Wochen war es für das Kind – von Chemotherapie und Bestrahlung sowie den dafür notwendigen Narkosen geschwächt und gezeichnet –kaum möglich, am Leben teilzuhaben. Zahlreichen Aufenthalten in der Medizinischen Hochschule in Hannover folgten lange Ruhephasen im Bett. Wenngleich Mohammed Amin die Behandlungen vergleichsweise gut vertragen hat – den Strapazen der Behandlungen hat ein so junger und kleiner Körper nur wenig entgegenzusetzen. „Er war so stark“, sagt seine Mutter Imen Ben Amor im Rückblick auf die zurückliegenden Monate liebevoll über ihren kleinen, tapferen Jungen.

Im Frühjahr vergangenen Jahres ging es dem eigentlich so lebensfrohen Kind zunehmend schlechter. „Auf einmal hatte er Gleichgewichtsstörungen und motorische Probleme“, berichtet seine Mutter. Nach einigen Stationen bei ratlosen Medizinern diagnostizierten die Ärzte der hannoverschen Kinderklinik auf der Bult schnell ein Ependymom dritten Grades, einen Tumor im Kopf des Kindes der deutliche Zeichen eines aggressiven Wachstums aufzeigt. Ein Schock für die Familie. Umgehend wurde eine Operation eingeleitet, der Gehirntumor so weit entfernt wie möglich. Dennoch: Der Krebs hatte sich bereits ausgebreitet. Heute, Monate und zahlreiche Therapiesitzungen später, wissen die Angehörigen des Jungen: „Es gibt keine Behandlungsmöglichkei mehr. Die Ärzte können nichts mehr machen. Es bleibt nur noch die Hoffnung.“

Hoffnung. Das Wort ist an diesem Nachmittag auf dem kleinen Platz in Elze oft zu hören. Gekommen sind Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn und auch eine Mitarbeiterin der MHH.

Sie alle hoffen. Hoffen darauf, dass der Krebs nicht noch weiter um sich greift. Hoffen darauf, dass die Medizin so lange es geht, begleiten kann. Hoffen, dass Mohammet Amin nach seinem vierten Geburtstag noch viele weitere feiern kann. Sie hoffen auf ein Wunder.

„Zur Zeit, seit etwa zwei, drei Monaten geht es Mohammed Amin wieder richtig gut“, berichtet die Familie. Nur eine kleine Narbe am Hinterkopf des Vierjährigen erinnert stetig an die zurückliegende Tortur. Doch seine Familie und Freunde tun alles dafür, dem Kind ein Stück weit Normalität zu bieten. Ausflüge in den Zoo oder ins Schwimmbad beispielsweise. Nach den Ferien soll, nach einem Jahr Pause und wenn es gesundheitlich möglich ist, der Junge wieder im Kindergarten mit Gleichaltrigen spielen, basteln und singen können. Die Angehörigen, allen voran seine Mutter, bemühen sich, alles zu tun, was ein Kinderherz glücklich macht. Und so haben sie auch zu diesem fröhlichen, gemeinsamen Nachmittag in Elze geladen. „Die kleine Aktion soll ihm Kraft und Stärke geben. Und es soll ein Dankeschön für die vielen Begleiter in der schwierigen Zeit sein. Ein Danke für medizinische Betreuung und Beratung“, sagt Mohammed Amins Mutter Imen Ben Amor.

Wünsche und Zuspruch

„Das Kind soll weiter glücklich sein und noch viele schöne Momente erleben“, wünscht sie sich. Diesen Wunsch hält sie fest auf einem kleinen Papierstück. Wie jeder, der an diesem Nachmittag zur kleinen Feier für Mohammet Amin seine Wünsche und Zuspruch festhält. Sie schreiben odermalen sie auf kleine Papierzettel. An bunten Luftballons schweben sie davon. Rasch treibt der Wind die Ballons immer höher. Aufgeregt verfolgt Mohammed Amin ihren Flug. Lachend freut sich das Kind über den Tanz der Ballons am Elzer Himmel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare