Thema Asylbewerber: Stadt und „Runder Tisch Asyl“ wollen Landkreis unterstützen

Wer stellt Wohnraum in Elze zur Verfügung?

Machen sich für Asylbewerber stark (v.l.): Andreas Fromme (Fachdienstleiter Soziales), Pastor Thomas Guddat (Vorsitzender des Gemeindeverbands Elze-Eime), Diakoniebeauftragte Katharina Körbes und Elzes Bürgermeister Rolf Pfeiffer. Foto: Kuhlemann

ELZE „Gemeinsam sind wir stark“: Nach diesem Motto wollen die Elzer Stadtverwaltung und der „Runde Tisch Asyl“ vom Kirchengemeindeverband Elze-Eime dafür sorgen, dass in der Saalestadt mehr Wohnraum für Asylbewerber geschaffen wird. Damit will Bürgermeister Rolf Pfeiffer in die Offensive gehen und ein Zeichen von Menschlichkeit setzen, denn in Zukunft sollen bekanntlich noch mehr Flüchtlinge in den Kommunen des Landkreises Hildesheim aufgenommen werden.

Das hat das Stadtoberhaupt gestern Mittag im Rahmen einer Pressekonferenz mitgeteilt, an der auch Andreas Fromme als Fachdienstleiter für Bildung und Soziales sowie Diakoniebeauftragte Katharina Körbes und Pastor Thomas Guddat, Vorsitzender des Kirchengemeindeverbands Elze-Eime, von der Institution „Runder Tisch Asyl“ teilgenommen haben.

„Wir haben in Elze lange Zeit auf einer Insel der Glückseligkeit gelebt, daher wollen wir versuchen, Freiwillige zu finden, die Wohnraum für neue Asylbewerber zur Verfügung stellen“, so Pfeiffer. Bislang seien es nur 21 Personen, die in der Einheitsgemeinde Elze leben. Im Vergleich zu anderen Städten wie Hildesheim oder Bockenem, wo 50 Asylbewerber Unterschlupf gefunden haben, eher wenig.

Das „Schlüsselerlebnis“ sei für den Bürgermeister das Zusammentreffen mit dem Stadtoberhaupt von Bramsche gewesen, wo das Aufnahmelager aus allen Nähten platzt. Darüber hinaus habe Pfeiffer mitbekommen, dass es Kommunen gibt, in denen die Bürger keinen Sport mehr treiben können, weil die Hallen mit Flüchtlingen belegt sind. In anderen Orten würden Zeltstädte gebaut. „Das muss wirklich nicht sein. In Elze haben wir Platz, wo wir noch Asylsuchende aufnehmen können, außerdem haben wir durch die Organisation "Runder Tisch Asyl" eine ganz andere Willkommensstruktur, denn viele Ehrenamtliche kümmern sich um das Wohl der Neuen. Ich denke, es ist im Interesse der Flüchtlinge und auch im Interesse der Nachbarstädte, wenn wir Wohnraum zur Verfügung stellen“, betont Pfeiffer. Er hofft, dass durch eine bessere Verteilung auf mehrere Häuser und Wohnungen Spannungen verhindert werden, wie sie auftreten, wenn die Asylbewerber auf engstem Raum zusammen leben. „Wenn wir eine Auswahl an Wohnraum haben, können wir die Verteilung steuern und somit eine Ghettoisierung verhindern“, betont Andreas Fromme.

Pfeiffer begrüße es zudem, dass die Regierung bemüht ist, Gesetzesvorlagen zu ändern, die die Aufnahme einer Arbeit erleichtern. Da hier Fachkräfte fehlen, könne es einen „Win-Win-Effekt“ geben.

„Die Hilfsbedürftigkeit ist grundsätzlich da, jetzt müssen wir nur die Leute motivieren, Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, hofft Pfeiffer darauf, dass sich Interessierte bei der Verwaltung melden. Andreas Fromme ist unter der Telefonnummer 05068/46413 erreichbar. Angebote würden dann an den Landkreis weitergeleitet, mit dem sich die Vertreter der Stadt und des „Runden Tisches Asyl“ eine noch bessere Zusammenarbeit wünschen.

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