Soforthilfe: Aktion der Klasse 9 K2 der Elzer Krüger-Adorno-Schule für das Erdbebengebiet in Nepal

Spende bringt zwei Familien ein Obdach

Direkthilfe: Von der Spende der Schüler können Wellblechhütten für zwei Familien gebaut werden – als Schutz vor dem Monsun.

ELZE „Es ist mir aufgefallen, dass in den Medien immer weniger über die Not der Menschen im Erdbebengebiet in Nepal berichtet wurde, obwohl die Probleme immer noch gravierend sind. Also habe ich mir gedacht, wir müssen handeln“, informiert Nicola Derrien, Klassenlehrerin an der Elzer Krüger-Adorno-Schule, über das Projekt „ihrer“ 9 K2. Die Jugendlichen haben an einem Tag 300 Euro gesammelt, die als Soforthilfe direkt ins Katastrophengebiet gelangen.

Zur Erinnerung: Nach dem schweren Erdbeben mit dem Epizentrum in der Nähe der Hauptstadt Kathmandu, bei dem es viele Tote zu beklagen gab, waren viele Bergdörfer nicht nur zerstört, sondern auch von der Außenwelt völlig abgeschnitten.

Derrien wurde inspiriert von dem Braunschweiger Verein „Friends for life“, der eine 17 Kilometer lange Benefiz-Wanderung zum Brocken organisiert hatte. Mit dabei war ein „Sherpa“ (Bergführer) aus Nepal: Yangjor Lama soll auf die Frage, was am dringendsten benötigt werde, geantwortet haben: „Ein Obdach für die Menschen, die sonst nicht kochen können, denn der Monsun, die von Ende Mai bis Ende September dauernde Regenzeit mit überdurchschnittlich heißen Temperaturen, steht vor der Tür.

Der „Sherpa“ ist mit dem Geld der Benefizaktion zurück in das Katastrophengebiet geflogen, wo er zwei nahezu unerreichbare Dörfer, Gartichap (dort leben 130 Familien) und Shitali (33 Familien) versorgen soll. „Wir haben uns entschieden, unser Geld, das über den Braunschweiger Verein weitergeleitet wird, auch für den kleineren Ort zu spenden. Wir haben erfahren, dass 300 Euro ausreichen, um zwei Familien einen Unterschlupf bieten zu können“, so Derrien. Das sei zwar verhältnismäßig wenig, aber es würde den sechs- bis siebenköpfigen Familien helfen, ein Dach über dem Kopf zu haben und so durch den Monsun zu kommen, hofft die Klassenlehrerin, die stolz auf ihre Schüler ist. Die Jugendlichen haben am „Projekttag Nepal“ in der vergangenen Woche nicht nur Kuchen verkauft, sondern auch in der Stadt Geld gesammelt.

„Das fühlt sich total gut an“, habe ein Schüler zu seiner Lehrerin gesagt, die natürlich genauso empfindet. Sie habe das Thema Globalisierung im Politik-Unterricht angesprochen und betont, dass es eine globale Verantwortung gebe, die nicht in Europa ende. Derrien sei im Endeffekt froh über das soziale Engagement ihrer Klasse, die in Zukunft eventuell noch ein anderes Projekt nachschieben werde, etwa beim Sportfest.

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