Dr. Annette Schavan zu Gast in der Christophorusschule Elze / Christdemokratin sucht Dialog mit drei Schülern

Small Talk mit der Bildungsministerin

Besuch im CJD Elze (v.l.): Patric Götzen, Frederic Stüber, Landtagsabgeordneter Klaus Krumfuß, Leonie Kruppa, Gesamtschulleiter Eckhard Nührig, Bildungsministerin Dr. Annette Schavan, Schulleiter Matthias Casper und Lehrer Alfred Müller.

ELZE Ein Gespräch mit der deutschen Bildungsministerin – dazu hatten jetzt drei Schüler der Elzer Christophorusschule Gelegenheit, als Dr. Annette Schavan (CDU) der Einladung des Landtagsabgeordneten Klaus Krumfuß ins private Gymnasium am Rande der Saalestadt gefolgt war. Im LIBA (Lese-, Informations- und Bildungs-Atelier) plauderten Leonie Kruppa (Fachrichtung Musik), Frederic Stüber (Fachrichtung Sport) und Patric Götzen (Fachrichtung Informatik) bei Schnittchen und Keksen mit der Bildungsministerin, die betonte, dass sie gern im Land unterwegs sei.

Gesamtschulleiter Eckhard Nührig informierte, dass das CJD in Elze von der Krippe bis zum Abitur das ganze Bildungsspektrum abdecke, zumal ab Sommer 2013 noch die Grundschule in Adensen dazu komme.

Da die drei Schüler ein wenig Scheu zum Gespräch mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung zeigten, ergriff die 57-Jährige die Initiative.

Auf die Frage, ob denn Sport einer der Gründe gewesen sei, antwortete Frederic Stüber (17), der aus Salzgitter ins Handball-Internat gezogen ist, völlig offen: „Das war der einzige Grund, denn hier kann ich Schule und Sport miteinander verbinden – und konnte das Abitur auf drei Jahre strecken“. Will heißen: Andere haben 35 Schulstunden der Woche, Stüber 19. „Wir haben gute Erfahrungen mit G 8 gemacht, denn der schulische Anteil ist uns wichtig, weil es kein reines Sportinternat ist“, ergänzte Eckhard Nührig.

Die musikbegeisterte Leonie Kruppa aus Elze (15) berichtete der Ministerin, dass die Musikschule, deren Leitung ihr Vater innehat, zum CJD gehöre und daher vieles einfacher sei. Sie denke ebenfalls über ein gestrecktes Abitur nach, weil sie neben der Schule auch durch Konzerte und Wettbewerbe gefordert sei. „Leider ist es mit Musik und Kunst noch nicht wie beim Sport, der Antrag liegt beim Kultusministerium“, sagte Schulleiter Matthias Casper dazu, Er bewundere, wie die begabten Schüler trotz aller Aufgaben ihren Unterricht „normal“ bewältigen würden.

Der dritte Schüler, Patric Götzen, ist ein „Fall für sich“, wie er selbst erklärt: Er leidet an einer Form von Asperger-Autismus, wird am CJD jedoch speziell gefördert und will daher hier sein Abitur machen.

Auf die Frage von Alfred Müller, der seit 32 Jahren als Deutsch- und Politiklehrer am CJD arbeitet, ob Annette Schavan auch für den Bereich Musik und Kunst zuständig sei, antwortet die Ministerin, dass das in den Bereich der Kultusminister der Länder falle. Daher müsse man von Bundesseite versuchen, in die Gesellschaft hineinzugehen, um außerschulische Partner zu finden. Als Beispiele nannte sie Vereine und Institutionen wie Museen und Theater. Neben den Schulen müsse es noch andere Möglichkeiten geben.

Entscheidend sei, dass man dem Bildungssystem Raum für Begabungen gebe. In Sachen Oberschule beispielsweise nehme Niedersachsen (Schavan: „Das Land hat sich as Bildungs- und Forschungs-Standort sehr gut entwickelt“) eine Vorbildfunktion ein. „Was ein Sonderpädagoge kann, sollte jeder Pädagoge können“, sagte die Ministerin – und meinte damit die Begabtenförderung bis hin zu den Schülern mit Handicaps.

„Das Gymnasium ist eine funktionierende Schulform, das ist nicht in Frage zu stellen. Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, wie jeder seinen Weg zum Abitur schafft“, so Eckhard Nührig, der damit auf das Beispiel Patric Götzen hinwies, der seine Talente in speziellen Bereichen einbringen kann.

Noch eine Frage brannte der Bildungsministerin auf den Nägeln: „Interessieren Sie sich für Politik, und kennen Sie David McAllister?“, wollte Dr. Annette Schavan von den drei CJD-Schülern wissen. Vom Informatik-Freak Patric Götzen kam ein klares „Nein“, aber immerhin informiere er sich über aktuelle Themen im Internet.

Leonie Kruppa, die den Ministerpräsidenten vom Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ kennt, informiere sich durch die Leine-Deister-Zeitung, bei der sie bereits ein Praktikum als Schülerredakteurin absolviert hat. Und der Sportler Frederic Stüber kennt immerhin den Finanzminister, denn Hartmut Möllring ist Präsident des Handball-Vereins Eintracht Hildesheim.

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