Seniorennachmittag in Wülfingen blickt auf vier Jahrzehnte Bestehen zurück

Seit 40 Jahren immer einmal im Monat

„Volles Haus beim Altennachmittag“ titelte die LDZ am 13. März 1976, wie Pastor Michael Gäbler per Dia aufzeigt.

Wülfgingen „Was war 1975 los in Deutschland?“ fragte Michael Gäbler, seit 2002 Pastor im Ruhestand, und beantwortete die Frage nach einer ganz kurzen Schilderung der damaligen politischen Ereignisse mit der Aussage: „Hier in Wülfingen wurde der Seniorennachmittag ins Leben gerufen“.

Seit genau 40 Jahren treffen sich die Senioren jeden zweiten Mittwoch im Monat. Von den Teilnehmern der ersten Veranstaltung lebt niemand mehr, außer Michael Gäbler und seiner Frau Barbara, die damals freilich noch nicht zu den Senioren zählten, sondern als junges Ehepaar die Zusammenkunft ausgerichtet hatten. Zum Jubiläum des ökumenischen Seniorennachmittags der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde begrüßten die Leiterinnen Erika Storre, Bärbel Mähnert und Lore Wendlandt ihren ehemaligen Pastor und dessen Frau, die etwa 160 Dias aus den Jahren 1975 bis 1980 und 1991/1992 mitgebracht hatten.

„Volles Haus beim Altennachmittag“ übertitelte die „Leine- und Deister-Zeitung“ am 13. März 1976 einen Artikel, den Pastor Gäbler jetzt per Dia als Auftakt seines Rückblicks auf die Anfangsjahre der beliebten Veranstaltung zeigte.

Beim Anschauen wurden Erinnerungen an fröhliche Ereignisse lebendig, wie das in dem Zeitungsbericht beschriebene ausgelassene „Scheich und Mumie-Fest“ und andere traditionelle Wülfinger Kappenfeste zu Fasching, die man in dem früheren Gasthaus Gehrke feierte. Die Weihnachtsfeiern wurden in der Mehrzweckhalle veranstaltet. „Es ist doch schön, alle wiederzusehen“, bemerkte Gäbler, und meinte damit die Personen, die er fotografisch portraitiert hatte. Viele sind inzwischen verstorben, und so freuten sich die Anwesenden besonders über die Lichtbilder.

Zu jung für die Senioren

Selbst die Älteste im Raum, die 92-jährige Lisa Brinkmann, war vor 40 Jahren noch zu jung für den Seniorennachmittag. Und auch Otto Freytag war damals erst 48 Jahre alt. Aber an den heutigen Gemeindesaal hat er ganz andere Erinnerungen: 1935 wurde er dort, im ehemaligen Schulhaus, eingeschult. 80 Schüler saßen damals dicht gedrängt nebeneinander. Im Vergleich zu der Zahl haben die 30 Personen viel Platz, die sich um die Jubiläumskaffeetafel versammelt haben, obwohl wieder „volles Haus“ herrscht. Vom Kirchenvorstand war Gundel Kahle zum Gratulieren gekommen und bedankte sich im Namen der Kirchengemeinde bei den drei Damen, die sich seit über 20 Jahren ehrenamtlich für den Seniorenkreis engagieren und die Nachmittage inzwischen in Eigenregie organisieren.

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