Bürgerinitiative informiert bei Jahreshauptversammlung unter anderem zur Stromtrasse SuedLink und zur Güterzugstrecke

Pro Sehlde will weiter Flagge zeigen

Stromtrasse, Güterzugstrecke und Co.: Die Sorgen um Sehlde locken rund 30 Interessierte zur Versammlung der Bürgerinitiative um (von links) Marion Haus und Dirk Garve. Fotos: Fritzsche

SEHLDE Präsent sein und Flagge zeigen, Informationen einholen und diese entsprechend auswerten und sich unermüdlich weiter auf das vorbereiten, was Sehlde in den nächsten Jahren erwarten könnte. So lassen sich die Hauptaufgaben der Bürgerinitiative (BI) Pro Sehlde zusammenfassen, die es im vergangenen Jahr zu bewältigen galt.

In seinem Rückblick führte Henning Garbe als Vorsitzender der BI auf der Jahreshauptversammlung im Sehlder Schützenhaus vor mehr als 30 Anwesenden noch etwas detaillierter aus, womit sich die BI 2014 zu beschäftigen hatte. Speziell der Austausch mit der Firma Tennet hinsichtlich der SuedLink Stromtrasse, das ins Boot holen von Politikern auf Bundes- und Kommunalebene, Informationsveranstaltungen und der Austausch mit anderen Bürgerinitiativen standen dabei im Mittelpunkt.

Eine Übersicht über den aktuellen Stand der Dinge hinsichtlich der geplanten Stromtrasse gaben Marion Haus und Dirk Garve, die mitteilten, dass der im Dezember von Firma Tennet eingereichte Antrag bei der Bundesnetzagentur derzeit überprüft werde und die BI hierzu auch bereits ihre Stellungnahme inklusiver aller Bedenken abgegeben habe. „Jede eingereichte Stellungnahme, auch die von einzelnen Bürgern, die bei der Bundesnetzagentur eingereicht wird, wird auch geprüft. Und deshalb ist es ganz wichtig, dass nicht nur die BI, sondern auch viele einzelne Privatpersonen ihre Bedenken dort kundtun, wobei wir auch hilfreich zur Seite stehen“, so die beiden Vorstandsmitglieder.

Erst einmal vom Tisch sei die Kali & Salz-Pipeline, die durch die Sehlder Wiesen führen könnte, lautete die weitere Information von Henning Garve. „Das Land Niedersachsen hat im Hinblick auf den Naturschutz ein Veto gegen die geplante Führung der salzhaltigen Abwässer eingelegt und das Verfahren wurde erst einmal auf Eis gelegt.“

Das Thema der Erdverkabelung griff anschließend Dr. Erich Pluquet auf. Er informierte, dass sich die Verantwortlichen der BI näher mit der Möglichkeit einer Erdverkabelung im Rahmen der 380-KV-Stromtrasse beschäftigt habeb. Um die Vor- und Nachteile einer solchen unterirdischen Trassenführung aufzeigen zu können, waren die Vertreter der BI direkt vor Ort im Münsterland gewesen, wo derzeit eine Probe-Wechselstromtrasse verlegt wird. „Für ein 380-KV-Kabel in der Luft müssen bei dieser Variante zwei Kabel in der Erde verlegt werden, wobei allein die Kabeltrommel mit ihrem einen Kilometer langen Kabel 52 Tonnen wiegt und diese auch jeweils angeliefert werden muss.“ Er bezeichnete die Verlegung der Variante als sehr aufwendig und wies darauf hin, dass dafür eine 60 Meter breite Trasse in Anspruch genommen werden muss. Wie sich die Verkabelung auf eine eventuelle Bodenerwärmung auswirkt, das werde derzeit noch geprüft.

Deutlich unproblematischer sei dagegen die Verlegung einer Gleichstromtrasse in der Erde, bei der die Kupfer- oder Aluminiumkabel in einem nur fünf bis sechs Meter breiten Graben verlegt werden und sich die gesamte Breite des Arbeitsstreifens auf 20 Meter beläuft. „Der Aufwand wäre wesentlich geringer und die Erwärmung der Oberfläche des Bodens würde lediglichzwei Grad betragen, so dass hier eine erhöhte Wasserverdunstung nicht zu erwarten ist.“ Die Variante der Erdverkabelung wird von der BI weiterhin im Auge behalten, wobei derzeit noch unklar sei, ob diese Möglichkeit tatsächlich ein Thema wird. „Eine Erdverkabelung wird eher ungern vorgenommen“, schloss Dr. Pluquet seine Ausführungen.

Aufregung ums Moor

Für Aufregung speziell bei den Landwirten sorgten nach Aussage von Henning Garve die Pläne des Landes hinsichtlich der Änderung des Landesraumordnungsprogramms (LROP), das die Ausweisung von großflächigen Vorranggebieten für Torferhalt und Moorentwicklung vorsieht. „Ich habe überrascht feststellen müssen, das auch das Sehlder Moor hier mit aufgenommen wurde und wir als BI, viele Landwirte und auch andere Privatpersonen haben gegen eine Vernässung des Moores Einspruch eingelegt.“

Auf den aktuellen Stand der Dinge hinsichtlich der vorgesehenen Bahnlinie Löhne/Elze, die ausschließlich für den schweren Güterverkehr aktiviert werden soll, brachte Claudia Ludewig die Versammlungsteilnehmer. „Wenn die alte Güterzugtrasse nach den Vorstellungen des Bundesverkehrsministeriums hier wiederbelebt wird, dann donnern hier Tag und Nacht alle zehn Minuten die Züge durch“, machte Claudia Ludewig deutlich, die hier auf die Bürgerinitiative Transit Weserbergland aufmerksam machte, die sich am 25. März mit einem Protest in Rinteln gegen den Ausbau der Transitstrecke für den Güterverkehr aussprechen wird.

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