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Sehlde kommt ins Radio

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Haben viel Spaß (v.l.): Birgit Opitz, Karl Oelze, Gerd Bosum, Renate Kroll und Dr. Thomas Muntschick nehmen plattdeutsche Geschichten im „Tonstudio“ auf. Foto: Kuhlemann
Haben viel Spaß (v.l.): Birgit Opitz, Karl Oelze, Gerd Bosum, Renate Kroll und Dr. Thomas Muntschick nehmen plattdeutsche Geschichten im „Tonstudio“ auf. Foto: Kuhlemann

SEHLDE Das Wohnzimmer der Familie Opitz in Sehlde hat sich gestern Nachmittag bereits zum zweiten Mal in ein Tonstudio verwandelt. Der Grund: Anlässlich des fünfjährigen Bestehens lesen Mitglieder des Heimatvereins Sehlde und Freunde der plattdeutschen Sprache die von Gerd Bosum verfassten „Geschichten iut Sähle“, die zu einem späteren Zeitpunkt im Radio gesendet werden sollen.

Der aus Sehlde stammende Elzer Gerd Bosum hat 23 längere Texte und vier Kurzgeschichten geschrieben und zusammengestellt, die jetzt vertont werden sollen. „In dieser Region wird Ostfälisches Platt gesprochen, doch leider gibt es immer weniger Leute, die das können“, weiß der Hobby-Autor, der mit seinen Geschichten zum Gelingen des Elzer Puttappelabends beigetragen hatte (die LDZ berichtete). „Schon vor drei Jahren, als wir ein Buch über Sehlde erstellt haben, hatten wir daran gedacht, Geschichten von Gerd Bosum mit zu veröffentlichen, doch damals hatte es nicht gepasst. Umso besser ist es, dass wir jetzt zum fünfjährigen Bestehen unseres Vereins darauf zurückgreifen können“, informiert Birgit Opitz, Gastgeberin der Tonaufnahmen. Sie ist, ebenso wie die anderen Mitwirkenden, der Meinung, dass die plattdeutsche Sprache ein Kulturgut ist, das es zu erhalten gilt. Gemeinsam mit Friedrich Dreyer vom Heimatverein kam sie auf die Idee, die Geschichten zu vertonen, um vor allem auch die richtige Aussprache der Nachwelt zu erhalten. So habe der Heimatverein Kontakt mit Dr. Thomas Muntschick vom Hildesheimer Sender Radio Tonkuhle aufgenommen, der gleich begeistert gewesen sei, weil die Texte gut in die regelmäßige Reihe des Senders über plattdeutsche Veröffentlichungen passen würden. Als Vorleser für die Produktion konnte Birgit Opitz neben dem Autor Gerd Bosum auch Renate Kroll aus Sehlde gewinnen, die ebenso die plattdeutsche Sprache erhalten will wie der vierte Mitstreiter – Karl Oelze aus Westfeld, der wie Bosum dem Interessentenkreis „Plattdeutscher Freundeskreis Gronau und Umgebung“ angehört. Alle Vorleser haben in ihrer Kindheit mehr oder weniger platt gesprochen und sind nicht davon losgekommen. Beim ersten Treffen hatte Muntschick bereits die Geschichte „Dat Radrennen – De Hase un dä Tiunigels“ aufgenommen, die er gestern im Wohnzimmer der Familie Opitz präsentierte – sehr zur Freude der Viererrunde, die sich hochmotiviert ans Werk machte, um weitere plattdeutsche Geschichten aufzunehmen. Wann sie im Radio gesendet werden, steht noch nicht fest. Klar ist jedoch, dass der Heimatverein eine Broschüre inklusive CD erstellen wird, die – wegen der besseren Planung – schon jetzt bei Birgit Opitz in Sehlde oder Gerd Bosum in Elze vorbestellt werden kann.

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