Anlieger der Bundesstraße 1 in Elze freuen sich über deutliche Reduzierung des Lärms / Zwei Wermutstropfen bleiben

Sanierung zeigt Wirkung, aber...

„Als der heutige Wirtschaftsminister Olaf Lies einst hier im Garten stand, schmerzten ihm die Ohren“: Horst Czechak (von links), Wolfgang Franke und Herbert Fredermann freuen sich, dass der Verkehrslärm von der Bundesstraße 1, die direkt hinter der Hecke verläuft, weniger geworden ist. Foto: Appel

Elze „Als Olaf Lies hier damals stand, war es noch so laut, dass ihm hinterher die Ohren schmerzten“: Gern erinnert sich Horst Czechak daran zurück, wie der heutige Minister für Wirtschaft, Verkehrs- und Infrastruktur im Zuge des vergangenen Wahlkampfes „Unter der Spielburg“ im Garten des Anliegers stand, und sich selbst ein Bild davon machte, was es bedeutet, wenn der gesamte Verkehr der Bundesstraße 1 nur wenige Meter weiter vorbeidonnert.

Czechak erinnert sich wohl aus zwei Gründen gern an den Besuch: So zum einen, weil er sicher mit dazu beitrug, dass die Geschwindigkeit auf der B 1 in Elze nach langem Hin und Her endlich auf 70 Stundenkilometer gedrosselt wurde. Und zum anderen, weil der heutige Lärmpegel in seinem Garten deutlich geringer ist.

„Es scheppert nicht mehr und die Decken im Obergeschoss vibrieren auch nicht mehr, wenn ein Lkw durchdonnert“, berichtet Czechak. Auch seine Nachbarn, Herbert Fredermann und Wolfgang Franke, bestätigen: Seitdem im Sommer die Bundesstraße von der B 3-Kreuzung bis zum CJD eine Frischzellenkur bekam, sei es deutlich ruhiger geworden. „Weil die Holprigkeit weg ist, schaukeln sich die Anhänger der Lkw nicht mehr so auf. Das Rumpeln ist weitgehend weg“, erläutert Fredermann.

Zur Überraschung der B 1-Anlieger seien sogar die Sanierungsarbeiten selbst „unheimlig ruhig“ verlaufen. „Man hat fast nichts gemerkt. Das ist wirklich super gelaufen“, so Czechak.

Die langersehnte Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 70 Stundenkilometern kam im Frühsommer, die Sanierung der in die Jahre gekommenen Fahrbahn wurde jüngst umgesetzt: Sind die Elzer nach einem fast drei Jahrzehnte langen Kampf für ein Wohnumfeld, das weniger von Verkehrslärm geplagt ist, nun am Ziel ihrer Träume angelangt? Nicht ganz: „Es ist solange ruhig, bis der Verkehr auf die Brücke kommt. Denn zu unserer Enttäuschung ist der Straßenbelag auf der Brücke nicht gleich mitgemacht worden“, berichtet Czechak von einem Wermutstropfen. „Man könnte nach Gehör messen, wie lange ein Lkw über die Brücke braucht“, ergänzt Fredermann, dass die Unebenheiten auf der Brücke noch deutlich zu hören sind.

Und noch ein zweiter Punkt treibt die Anlieger an, weiter für ihre Belange einzustehen: „Der Lärm ist generell weniger geworden. Aber nur, wenn sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten wird“, sagt Fredermann. Czechak führt weiter aus: „Teilweise wird hier immer noch richtig durchgejagt – gerade beim Feierabendverkehr und nachts.“ Entsprechend untermauern die Anlieger ihren Wunsch, neben dem Schild für das 70er-Tempolimit auch ein Hinweis auf den „Lärmschutz“ an der B 1 zu installieren. „Das könnte den einen oder anderen wachrütteln“, so die Hoffnung der Elzer.

Des Weiteren plädieren die Anlieger dafür, dass beim blauen Schild für die „Kraftfahrstraße“ mit einem weiteren 70er-Verkehrszeichen auf das Tempolimit hingewiesen wird. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Fahrer solange die Geschwindigkeitsreduzierung beachten, bis sie das „Kraftfahrstraße“-Schild passieren. Ab da geben die Leute wieder Gas und fahren wieder 100“, so Czechak. Entsprechend wären zumindest die Anlieger auch Kontrollen auf der B 1 in Elze nicht abgeneigt.

Zumindest in Sachen Lärmschutz-Hinweis hatte Landrat Reiner Wegner bei der „Einweihung“ des 70er-Tempolimits im Juni gegenüber den Anliegern Verständnis geäußert. Doch passiert ist seitdem noch nichts. Nach so vielen Jahren des Ringens um ein Tempolimit, unzähligen Hin und Hers und teil zermürbenden Erfahrungen mit den Mühlen der Bürokratie, sind die Anlieger gestählt. Entsprechend kündigt Czechak an: „Wir kämpfen weiter.“

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